Högel : Junge Holzbildhauer zeigen ihre Projekte

Benjamin Schulte, Aron Schulze, Simons Dethlefs und Zoë Gwiasda (v. l.) freuen sich auf viele interessierte Besucher zum Finale ihres Symposiums morgen.
Benjamin Schulte, Aron Schulze, Simons Dethlefs und Zoë Gwiasda (v. l.) freuen sich auf viele interessierte Besucher zum Finale ihres Symposiums morgen.

Holzbildhauer auf der Walz zeigen ihre Projekte.

shz.de von
17. August 2018, 15:00 Uhr

Wenn junge Handwerker auf der Walz sind, treffen sie sich gerne regelmäßig irgendwo auf der Welt zu einem branchenspezifischen Symposium. Bei den Holzbildhauern ist das eher selten der Fall, wie Simon Dethlefs aus Pobüll während seiner dreijährigen Wanderschaft feststellen konnte: „Meistens sind wir als Einzelkämpfer unterwegs“, berichtet er. Die letzten Symposien für seinen Berufsstand fanden vor vier Jahren im Erzgebirge und vor zwei Jahren auf der Hohenloher Ebene bei Schwäbisch Hall statt. Diese Abstände würde er gerne so beibehalten und lud deshalb kurzerhand selbst zu einem Treffen ein.

Gemeinsam mit einigen Berufskollegen, die sich aktuell noch auf der Walz befinden oder sie vor kurzem beendet haben, traf er sich am Montag in Högel auf einem etwas abseits gelegenen Hof. Die Woche über arbeiteten sie dort Seite an Seite an ihren aktuellen Projekten. Dabei schauten sie sich gegenseitig in Punkto Technik über die Schulter, probierten auch mal das Werkzeug der anderen aus und genossen das Zusammensein mit Gleichgesinnten – rund um die Uhr, denn gemeinsame Mahlzeiten gehörten ebenso zum Programm wie das Übernachten auf dem Hof. Auch heute sind sie noch fleißig am Werk.

Simon Dethlefs arbeitet an einem imposanten Orpington-Hahn, den er später dem Gastgeber überlassen wird, denn der züchtet diese Tiere, und so hatte der junge Holzbildhauer gleich um die Ecke lebende Modelle zur Verfügung. Das Holz für die Stele liefert ihm eine mehr als 100 Jahre alte Eiche aus seinem Heimatdorf. Aron Schulze aus Hannover hat sich für eine Pappel entschieden, aus der er eine himmelwärts strebende Schnecke schnitzt, während Benjamin Schulte aus Netzeband in Mecklenburg-Vorpommern sich nicht zum ersten Mal an einem ungewöhnlich Trinkgefäß versucht. Diesmal schnitzt er aus Lindenholz einen Pferdefuß, an dem Reiter und Pferdebesitzer bestimmt Gefallen finden werden. Die einzige Frau im Bunde hat sich für die Skulptur einer Großmutter entschieden, die sie aus dem Holz eines Lebensbaums fertigt. Zoë Gwiasda kommt aus Melle bei Osnabrück. Die vier kennen sich noch aus ihrer Ausbildungszeit an der Werkkunstschule in Flensburg in den Jahren 2010 bis 2014.

Gemeinsam möchten sie morgen ab 15 Uhr allen Interessierten zeigen, was sie geschaffen haben und sich dabei auch bei der praktischen Arbeit zuschauen lassen. „Wir kochen Kaffee. Wenn jemand einen Kuchen mitbringen möchte, freuen wir uns riesig“, so Simon Dethlefs. Die Adresse dieser Open Air-Werkstatt lautet: Holzackerweg 2 in Högel. Der Eintritt ist frei.
















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