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Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 17:30 Uhr

Junge Familien in Langenhorn sind in Sorge

vom

Sanierung der Klaus-Groth-Straße soll voraussichtlich umfangreicher ausfallen als geplant - aber die genauen Kosten stehen noch nicht fest

shz.de von
erstellt am 01.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Langenhorn | Im Grunde war alles gut: Die Anwohner der Klaus-Groth-Straße beteiligen sich an den Kosten der geplanten Straßensanierung, kleine Lösung, jeder muss irgendwie das Geld dafür aufbringen. In einer Anwohnerversammlung hatte Diplom-Ingenieur Boyke Elsner von der Ingenieurgesellschaft Nord für Bauwesen mehrere Varianten vorgestellt, und alle Beteiligten waren sich einig.

Dann gab es allerdings eine interne Sitzung mit einigen Gemeinderats-Mitgliedern und dem Ingenieur, in der von einer großen Lösung die Rede war, inklusive Erneuerung der Gehwege.

Sven Kloos ist sowohl Gemeindevertreter als auch Anwohner der Straße. Für ihn war klar, dass alle Betroffenen nochmal an einen Tisch geholt werden müssen, um sie über den neuen Stand zu informieren. Schließlich kommen im Fall der großen Lösung mehr Kosten auf alle zu. Der Tenor in der internen Runde war allerdings, dass die Gemeinde erst einmal genau wissen müsse, in welchem Umfang saniert werden soll. Dann erst wollte man mit den Betroffenen sprechen.

In einer öffentlichen Finanz- und Bauausschuss-Sitzung sollten entsprechende Empfehlungen an den Gemeinderat zur weiteren Vorgehensweise beschlossen werden. Zuvor fand eine Ortsbegehung in der Klaus-Groth-Straße statt. Die Ausschuss-Mitglieder wurden bereits von den Anwohnern erwartet. Die Stimmung war alles andere als freudig. Plakate in den Vorgärten, beispielsweise mit der Aufschrift "Drohender Hausverkauf einer jungen Familie durch überteuerte Straßensanierung" und "Dorfverschönerung bedroht Existenz junger Familie" unterstrichen den Missmut.

Herausgebrochene Bordsteine, Risse und Stolperkanten waren es, die Bürgermeister Horst Petersen bei der Begehung sichtlich aufregten. Für ihn ein klarer Fall: Wenn die unterirdischen Leitungen und Rohre der Straße saniert und die Oberfläche erneuert wird, muss auch etwas mit den kaputten Bürgersteigen passieren. Das aber wollen die Anwohner nicht - "zu teuer und nicht nötig", so ihre Auffassung. Leerrohre für das Breitbandnetz und Gasleitungen könnten auch mit in die Straße gelegt werden, obwohl sich nicht alle Anwohner vom schnellen Internet begeistert zeigten. "Wir haben 16 MB, das reicht", meinte ein Bürger. Andere Anwohner beschwerten sich darüber, dass die Bürgersteige in den vergangenen Jahren nicht fachmännisch repariert worden seien: "Und nun sollen wir für den Pfusch am Bau aufkommen?"

Bürgermeister Horst Petersen fand seine Rolle "nicht toll, das könnt ihr mir glauben", sagte er. Und: "Wir wollen euch nicht barbieren, sondern eine sinnvolle Lösung finden."

In der anschließenden Sitzung der Ausschüsse konnte die sich wiederholende Frage nach den Kosten der Sanierungsmaßnahme bis zum Schluss nicht geklärt werden. Sven Kloos hatte die Sitzung wegen Befangenheit verlassen müssen. Die Anwohner durften sich zu den entsprechenden Tagesordnungspunkten zu Wort melden, obwohl das ansonsten nur in der Einwohnerfragestunde erlaubt ist. "Wir wollen alle mitnehmen, nur sinnvoll muss es sein", so Hans-Peter Nissen, Vorsitzender des Finanzausschusses, dazu. Er machte der Runde klar, dass es wegen der Verkehrssicherungspflicht unumgänglich sei, die Bürgersteige zu erneuern, sofern sie überhaupt bleiben sollen.

Nach längerer Diskussion gaben die Ausschüsse folgende einstimmige Beschlussempfehlungen an den Gemeinderat: Die neuen Leitungen und Lehrrohre sollen unter der Fahrbahn verlegt, und die Oberfläche soll mit Fräsgut bestückt werden. Wie die Straße gestaltet wird, soll mit den Anwohnern im Frühjahr 2014 besprochen werden. Zu den Kosten sagte Nico Wischnewski vom Amt Mittleres Nordfriesland: "Es ist derzeit nicht möglich, verläss liche Zahlen vorzulegen, aber es wird nicht so dramatisch, wie befürchtet."

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