Im Einsatz für die Natur : Junge Botschafter des Watts

Die frischgebackenen Junior Ranger mit ihren Ausbilderinnen Jannika Schulz und Helma Mensing (hi.).
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Die frischgebackenen Junior-Ranger mit ihren Ausbilderinnen Jannika Schulz und Helma Mensing (hi.).

Die ersten Junior-Ranger der Nordseeschule St. Peter-Ording haben ihre Ausbildung absolviert. Die Abschlussprüfung legten sie im Vorland am Böhler Leuchtturm ab.

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21. Juli 2015, 07:00 Uhr

Stolz zeigten die neun ersten Junior Ranger aus den beiden sechsten Klassen der Nordseeschule St. Peter-Ording ihre Ausweise. Zehn Mal hatten sie sich im abgelaufenen Schuljahr getroffen und sich jeweils drei Stunden lang intensiv mit dem Nationalpark Wattenmeer befasst. Unterrichtet wurden die neun Freiwilligen, zwei Mädchen und sieben Jungen, von Jannika Schulz und Helma Mensing von der Schutzstation Wattenmeer im Nationalparkhaus St. Peter-Ording. Die beiden werden Ende Juli ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr beenden. Sie hatten diese Aufgabe mit viel Engagement und Freude in Kooperation mit dem Nationalparkamt übernommen.

Mit den zehn Treffen war es aber nicht getan für die Junior Ranger. Am Ende stand eine Prüfung, die Jannika Schulz und Helma Mensing im Beisein der Biologie-Lehrer Dr. Jürgen Neumann, Stefan Lukau, Thomas Meeder und Alina Krügel abnahmen. Mit dem trockenen Abfragen von trockenem Wissen hatte das allerdings nichts zu tun. Denn Schüler und Lehrer trafen sich in den Salzwiesen am Böhler Leuchtturm. Jeder Junior-Ranger hatte die Aufgabe erhalten, über ein Tier und über eine Pflanze zu berichten. Diese musste er zunächst im Vorland suchen. Außerdem gab es für jeden eine Sonderfrage. Das bewältigten sie alle neun, jeder auf seine Art. Die künftigen Mit-Ranger waren auch gefordert, sie mussten Inhalt, Umsetzung, Aussprache, Körpersprache und Blickkontakt beurteilen. Sachlich, fair, aber auch kritisch gingen sie mit ihren Mitschülern um. Alle hatten sich gut vorbereitet und informierten über Gänsefingerkraut, Dreizack und Roten Zahntrost, Wattschnecke, Seeringelwurm und Miesmuschel. Bei den Sonderfragen legten sie die Aufgaben eines Nationalpark-Rangers dar, und erläuterten unter anderem, was Mikroplastik ist und welche Salzwiesenzonen es gibt.

Helma Mensing und Jannika Schulz hatten ein interessantes und abwechslungsreiches Ausbildungsprogramm zusammengestellt. Dazu gehörten Exkursionen in die Salzwiesen und am Spülsaum, die Begleitung einer Wattführung, „Vogelkiek“ am Böhler Strand, Basteln einer „Fühlkiste“, Müllsammeln, Experimentieren im Multimar-Labor mit Nicole Kensy und die Erfüllung eines Arbeitsauftrags. Von der Schule her hatten Jürgen Neumann und Stefan Lukau die Ausbildung begleitet.

Für die Nordseeschule ist das ein wichtiger Teil ihres Bildungsangebotes. Sie ist seit 2011 Nationalparkschule. Erst kürzlich wurde die Nationalparkpartnerschaft um zwei weitere Jahre verlängert. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein zentraler Gedanke im Projekt „Nationalparkschule“. Gerade mit der Junior-Ranger-Ausbildung wird die heranwachsende Generation damit vertraut gemacht.

Für Jannika Schulz und Helma Mensing war das Jahr mit den Sechstklässlern schon eine Herausforderung, sind sie doch gerade erst 20 Jahre alt und haben keine pädagogische Ausbildung. Aber sie sind mit dem Erreichten sehr zufrieden. „Das ist wegen der Aktionen nachhaltig und machte Spaß. Wir wollten den Mädchen und Jungen das Spektrum der Natur an der Nordsee zeigen. Wenn man hier wohnt, soll man doch wissen, wie es hier ist“, betonen die beiden.

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