Zirkus im Rio Reiser-Haus : Junge Akteure proben für die große Gala

Mit Bänder-Schwenken möchte Marie das Publikum begeistern. Fotos: Ursula Konitzki.
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Mit Bänder-Schwenken möchte Marie das Publikum begeistern. Fotos: Ursula Konitzki.

Am Sonnabend steht in Fresenhagen Zirkus auf dem Programm. Die Jungen und Mädchen wollen zeigen, was sie in den drei Tagen in der "Zirkusschule Spontani" gelernt haben.

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15. August 2008, 07:11 Uhr

Stadum | Die achtjährige Marie aus Fresenhagen wirbelt ihr buntes Band durch die Lüfte und macht einen freudigen Satz: "Das macht unheimlich viel Spaß", sagt sie. Der sechsjährige Julius aus Leck jongliert konzentriert mit einem Teller während die neunjährige Anna Katharina aus Enge-Sande in der Akrobatik-Gruppe Bewegungsabläufe zu akrobatischen Figuren trainiert. In die ehemalige Scheune "Winnetous Garagen" auf dem Rio-Reiser-Hof in Fresenhagen ist für drei Tage der Mach-mit-Zirkus des Clownettentheaters "Pürüdo" eingezogen. 45 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren schnuppern nicht nur Zirkusluft, sie sind der Zirkus.

Erst einmal heißt es trainieren, proben, lernen. Die Mädchen und Jungen schlüpfen in die Rollen von Artisten, Jongleuren und Clowns. "Jeder probiert das aus, was er möchte", erklärt Stefanie Ferdinand mit dem Künstlernamen "Rübe". Rübe hat noch zwei Mitstreiterinnen: "Dodo" (Christiane Eisel) und "Pünktchen" (Ulrike Boller). Das Damentrio aus Heidelberg ist mit seinem "Pürüdo-Clownettentheater" seit 1995 in ganz Deutschland und Dänemark unterwegs. Ihr Metier ist die spielpädagogische Arbeit, bei der sich die drei fröhlichen Frauen auch kennen gelernt haben. In Fresenhagen werden vier Zirkusnummern einstudiert, die am heutigen Sonnabend ab 14 Uhr auf dem Rio-Reiser-Hof während einer großen Gala den Eltern und Verwandten der Kinder und allen Zirkus liebenden Leuten vorgeführt werden.
"Die Kinder entdecken ihre Talente"
Doch bis es so weit ist, fließt noch eine Menge Schweiß. Drei Stunden am Tag geht es sehr geschäftig und bunt zu in der urigen Scheune. Die Jungen und Mädchen geben alles, damit sie im Scheinwerferlicht bei der Gala zeigen können, wozu ein wahrer Artist, Jongleur und Clown fähig ist. Bunte Tücher werden geschwenkt, Diabolos mit einer Leine an zwei Stäben aufgefangen, und mit drei Tennisbällen wird das Jonglieren geübt. Eine andere Gruppe fasziniert mit bereits gekonnter Akrobatik. Die Kinder schlagen Rad, machen Purzelbäume und stellen sich begeistert den schwierigeren Herausforderungen. "Akrobatik ist Zirkuskunst, die für Kinder und Erwachsene etwas Faszinierendes hat", erklärt Ulrike Boller. "Geschicklichkeitsübungen und das Spiel mit dem Gleichgewicht in der Gruppe sind große Herausforderungen, da alle Beteiligten aufeinander angewiesen sind." Ob Boden- oder Pyramidenakrobatik, dem jungen Zirkusnachwuchs macht das Erlernen der verschiedenen Techniken sichtlich eine Menge Spaß. "Die Kinder entdecken ihre Talente", wissen die drei jungen Frauen aus Erfahrung. "Das fördert ihr Selbstbewusstsein, ihre Lust am Spiel, Teamgeist, Kooperationsbereitschaft und ihr soziales Verhalten." Wer sich in einer besonders verantwortungsvollen Position im Rampenlicht ausprobieren will, kann sogar die Rolle des Zirkusdirektors übernehmen.

Die Clowns werden von "Dodo" unter dem Dach des Haupthauses geschult. Klar, dass beim Clowntraining knallrote Nasen aufgesetzt werden. Schließlich lassen sich damit Fantasie und Kreativität viel besser anregen und clowneske Geschichten und Szenen einfacher entwickeln.
"Wir fühlen uns einfach wohl hier."
Das Trio "Pürüdo" gastiert das zweite Mal so hoch oben im Norden. "Wir haben vor zwölf Jahren in den Dörfern hier Theater gespielt", sagt Stefanie Ferdinand. "Das hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir nun mit unserem Zirkusprojekt wiedergekommen sind." Der Mit-mach-Zirkus soll eine feste Einrichtung im Rio-Reiser-Haus werden. "Wir haben hier tolle Bedingungen vorgefunden." Stefanie Ferdinand gerät richtig ins Schwärmen. "Die Leute sind so nett hier, die Kooperation mit dem Hausverwalter-Ehepaar Diana und Thomas Heleis klappt wunderbar, das Haus ist toll, das Gelände super, wir fühlen uns einfach wohl hier." Das kann von den 45 Kindern ebenfalls gesagt werden, die sich nach getaner Arbeit hungrig an den Tisch im Haus setzen und sich das Mittagessen schmecken lassen.

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