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Amt Viöl Vorreiter bei den Jugendvertretungen : Jugendliche entscheiden mit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vom 20. bis 27. November sind erstmals landesweit Wähler zwischen sieben und 18 Jahren zur Wahl der Kinder- und Jugendvertretungen aufgerufen. Im Amt Viöl gibt es diese in fünf Gemeinden.

Erstmals finden die Wahlen zur Bildung von Kinder- und Jugendvertretungen in Schleswig-Holsteins Kommunen einheitlich statt: Landesweit sind die jungen Wähler im Alter zwischen 7 und 18 Jahren dazu aufgerufen, in der Woche vom 20. bis 27. November unter sich diejenigen zu wählen, die sich in ihren Heimatgemeinden für die vielfältigen Interessen der Gleichaltrigen einsetzen möchten.

Einer, der weißt, wie es geht, ist Gunnar Jensen (16). Seit seinem 12. Lebensjahr setzt sich der junge Norstedter mit Nachdruck und mit Erfolg für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der kommunalpolitischen Arbeit ein – und das nicht nur auf dem Papier. Seit 2013 ist er Vorsitzender des Jugendgemeinderats (JGR) in Norstedt, seit 2014 steht er dem Jugendamtsausschuss im Amt Viöl vor. In diesen Funktionen nimmt er regelmäßig an den Sitzungen verschiedener Gremien teil, wo er von seinem Antrags- und Rederecht rege Gebrauch macht. Seine kommunikativen Fähigkeiten, seine sympathische Art und sein Talent, mit Überzeugung zu argumentieren, haben ihm inzwischen so viel Respekt eingebracht, dass es im Amt Viöl längst selbstverständlich geworden ist, die Meinung des JGR zu allen wichtigen Punkten einzuholen.

Die einheitlichen Wahlen sind Gunnar auch deshalb ein persönliches Anliegen, weil die Chancen der Teilhabe für Kinder und Jugendliche naturgemäß auf wenige Jahre beschränkt sind. „Damit potenzielle Nachfolger früh in diese Arbeit hineinwachsen können, brauchen unsere Interessenvertretungen stabilere Strukturen und einen besseren Bekanntheitsgrad. Den werden sie durch die landesweiten Wahlen erhalten“, hofft er. Bisher wählte jede Kommune für sich, zu verschiedenen Zeitpunkten und für unterschiedlich lange Amtsperioden. An den Bestrebungen zur Vereinheitlichung hat der Norstedter von Anfang an aktiv mitgewirkt und im Vorwege an diversen Treffen teilgenommen. Zuletzt am 26. September bei der Auftaktveranstaltung in Kiel. Als Leiter der Arbeitsgruppe Werbung oblag ihm unter anderem die Gestaltung der Wahlplakate und der Flyer, die nun überall in den Schulen ausliegen.

Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren in rund 50 schleswig-holsteinischen Gemeinden Kinder- und Jugendbeiräte installiert. 27 Kommunen nehmen an der ersten gemeinsamen Wahl teil – hauptsächlich im Süden des Landes. In Nordfriesland hat sich die Idee noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Nur im Amt Viöl hat sich da schon einiges getan, und das ist zum einen den Bürgermeistern von Norstedt, Haselund, Löwenstedt, Sollwitt und Viöl zu verdanken, die diese Idee stets unterstützt haben. Zum anderen aber auch den Jugendlichen vor Ort, die sich wie Gunnar in den örtlichen JGR engagieren. Und so kommt es, dass die Dorfjugend dieser fünf Gemeinden ab Dienstag, 21. November, in der Schule in Viöl eine Woche lang die Möglichkeit hat, ihre Kandidaten für die örtlichen Jugendgemeinderäte zu bestimmen, die dann zwei Jahre lang im Amt sein werden.

Und Gunnar wäre nicht Gunnar, wenn er sich dazu nicht etwas Besonderes hätte einfallen lassen: So will er am Sonntag, 26. November, in Norstedt ein Wahllokal einrichten, in dem dann wie bei einer Kommunalwahl auch „richtig“ gewählt werden kann. Eine Idee, die auch in anderen Orten umgesetzt wird. „So bekommt das Ganze einen besonderen Charakter und erfährt insgesamt mehr Aufmerksamkeit“, meint der 16-Jährige, der selbst noch einmal für zwei Jahre antreten wird und Lust hat, in dieser Zeit noch einmal so richtig viel zu bewegen. Er bittet alle sieben- bis 18-jährigen Kinder und Jugendlichen aus den genannten fünf Dörfer, bis zum 7. November ihre persönlichen Wahlvorschläge einzureichen. Vordrucke für die Bewerbung gibt es im Viöler Schulsekretariat und auf den Internetseiten der teilnehmenden Gemeinden.

„Der Jugendgemeinderat kann von der Anzahl genauso groß sein wie die Gemeindevertretung“, erklärt Gunnar. In Norstedt, Löwenstedt und Sollwitt sind damit neun Plätze zu vergeben, in Haselund elf und in Viöl 14. „Mitbringen sollte man vor allem Lust auf die Arbeit in der Gemeinde“, sagt Gunnar, der das große politische Interesse noch nicht für zwingend erforderlich hält, zumindest nicht an der Landespolitik: „Was hier vor Ort in unseren Gemeinden geschieht, dafür sollten wir uns aber schon mit verantwortlich fühlen.“ Weiterführende Infos gibt es im Internet unter www.politische-bildung.sh/jugendbeteiligung und per Mail an info.kjv.landesweit@gmx.de.

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