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Übung für den Nachwuchs : Jugendfeuerwehr 24 Stunden im Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Feuerwehrnachwuchs von St. Peter-Ording suchte mitten in der Nacht nach einer vermissten Person und löschte einen echten Mülleimerbrand. 24 Stunden lang war die Jugendwehr im Einsatz – und hatte dennoch viel Spaß.

Was wird in den nächsten 24 Stunden passieren. Wie wird die Zusammenarbeit klappen? Denn es sollte realistisch zugehen – und da muss die Zusammenarbeit klappen, da muss sich einer auf den anderen verlassen können. So ist das bei der Feuerwehr. Es wurde „Neuland“ betreten mit diesem „24-Stunden-Dienst“. In Mildstedt, Schwabstedt oder Tönning hat es diese Veranstaltungen auch schon gegeben, aber nicht in St. Peter-Ording. Da hat bereits die „große Wehr“ Jahr für Jahr rund 100 Einsätze. Da arbeitet die Feuerwehr nicht nur mit, sondern mit dem Luftkissen-Rettungsboot auch auf dem Wasser.

Mit Handschlag begrüßten der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Toni Thurm und Charlin Schnering ihre Schützlinge – vier Mädchen und 13 Jungen. Eine Stunde später bereits der erste Einsatz. In einem St. Peteraner Hotel hatte eine Brandmeldeanlage angeschlagen. Zurück in der Feuerwache, wurde anderweitig eifrig geprobt – und zur Überraschung der elf Betreuer wurden sie selbst in ein spontanes Theaterstück einbezogen. Für ein reichhaltiges Abendbrot hatten die Eltern gesorgt . Doch dann, um 17.20 Uhr, die nächste Einsatzmeldung: „Feuerschein über Böhl“. Nach eiligem Ausrücken konnte auf der L 33 ziemlich rasch Entwarnung gegeben werden, es handelte sich um die Beleuchtung im Neubaugebiet Wittendüner Allee.

Beim nächsten Einsatz – die Dunkelheit hatte längst eingesetzt - brannte es dann tatsächlich. Im Medfeldweg auf dem ersten Gehöft hinter dem Gewerbegebiet stand eine Mülltonne in hellen Flammen. Bauer Jöns hatte die Leitstelle, die in der Feuerwache eingerichtet war, angerufen. Der Feuerwehrnachwuchs löschte professionell mit Wasser aus dem großen Tankfahrzeug – zu den Einsätzen rückten grundsätzlich mehrere Fahrzeuge aus – eben wie bei einem richtigen Einsatz. Der Folgeeinsatz forderte dann langen Atem. Eine aufgeregte Frau hatte sich gemeldet und mitgeteilt, „dass sich Hund und Herrchen zum Gassigehen in den Feuerwehrwald aufgemacht hatten – aber schließlich der Hund alleine zurückgekehrt sei“. Personensuche – für die gestandenen Feuerwehrleute ein Ereignis, das häufiger auftaucht – für die Jungfeuerwehrleute eine echte Herausforderung. In drei Gruppen aufgeteilt, mit starken Taschenlampen ausgerüstet, durchkämmten sie den Wald. Leute Rufe und heller Lichterschein bestimmten das Szenario in den folgenden Stunden. Hilfreiche Tipps gaben Betreuer Tobias Thomsen und seine Kollegen, die den Nachwuchs durch den stockdunklen Wald begleiteten. Entdeckt wurden rein zufällig zwei Erwachsene, die mitten im Wald auf einer Bank Platz genommen hatten und freundlich grüßten – aber vom Vermissten fehlte lange Zeit jede Spur. „Wir müssen feststellen, dass die Suche sich hier im Dunkeln anders gestaltet als bei Tageslicht“, fasst Peter Timon schließlich zusammen, als das „Opfer“ – der Feuerwehrmann Volker Köhne – entdeckt wurde. „Mehrfach sind unsere jungen Leute ganz knapp an mir vorbeigelaufen“, berichtet Köhne, der „zwischendurch per Handy schon mal bei der Einsatzleitung nachgefragt hatte, ob die Suche noch aktuell ist“. Sein Fazit: „Aber letztendlich wusste ich mich ja in guten Händen.“ Und auch das gehört dazu: nach jedem Einsatz muss alles wieder „klar gemacht“ werden für weitere Ereignisse. Glück gehabt: die Nacht blieb ruhig.

Der Folgetag bescherte noch einmal vier Einsätze – unter anderem einen Gebäudebrand auf einem Gehöft in der Brösumer Straße und gleich anschließend einen Verkehrsunfall im Neuweg. Hier galt es, ausgelaufene Betriebsstoffe aufzunehmen. Sehr zufrieden zeigt sich abschließend auch St. Peter-Ordings Gemeindewehrführer Norbert Bies: „Solch eine Veranstaltung ist auf jeden Fall sinnvoll – nicht nur für die Zusammenarbeit, sondern auch für das allgemeine Zusammenleben miteinander.“

Während für die Jungfeuerwehrleute um 15 Uhr Dienstende war, musste die „große Wehr“ am Sonnabend um 18.40 Uhr zu ihrem 81. Einsatz in diesem Jahr ausrücken. Auf der Seebrücke von St. Peter brannte ein Mülleimer.

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