Erste Riff Rock Nacht in Joldelund : Joldelund im Headbanging-Rausch

Pure Leidenschaft entwickelte die Hamburger Band Hardbone. Sie war mehr als nur der Anheizer des Abends.
Pure Leidenschaft entwickelte die Hamburger Band Hardbone. Sie war mehr als nur der Anheizer des Abends.

Die erste Riff Rock Night in Joldelund war ein voller Erfolg. Die Band Rhino Bucket aus Kalifornien riss das Publikum mit.

shz.de von
08. Januar 2018, 08:30 Uhr

Dort, wo sich schon seit zehn Jahren die Gitarrenmeister beim Guitar Heroes Festival die Klinke in die Hand geben und zur Freude einer großen Fangemeinde erdigen Blues-Rock abliefern, startete eine Premiere der etwas härteren Gangart, die erste Riff Rock Night. Vorweggenommen: Sie war erfolgreich. Veranstalter und Organisator Gerd Lorenzen, zugleich Macher des besagten Festivals, freute sich über ein volles Haus und verkündete schon in der Pause: „Großartig – das müssen wir mal wieder machen.“ Mehr Stimmung ging tatsächlich nicht. Gerd’s Juke Joint schien „zu brennen“. Fans dieses rhythmisch prägnanten Musikstils aus dem ganzen Land sowie Hamburger Raum feierten gemeinsam. „Es sind viele neue Gäste hier. Bedarf ist also da“, so Lorenzens Feststellung.

Mit der kalifornischen Band Rhino Bucket hatte er zweifelsohne ein schweres Geschütz in Sachen Rock aufgefahren, denn in Amerika gelten die Musiker aus Los Angeles bereits seit Anfang der 1990er Jahre als amerikanisches Pendant zur australischen Legende AC/DC. Das US-Quartett kann sich musikalisch und gesanglich als ebenbürtig betrachten, und doch haben die Musiker ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Das jedenfalls zeigten sie eindrucksvoll auf der Joldelunder Bühne. Im Gepäck hatten sie viele Stücke aus ihren neuen Album „The Last Real Rock’n’Roll“. Bandboss und Leadsänger Georg Dolivo, der die Formation 1988 gegründet hatte, gab alles, beeindruckte mit starken Melodien, riss mit, forderte seine Mitstreiter immer wieder neu heraus und ließ ihnen Freiraum für spontane Improvisationen. Seine Stimme erinnerte schon stark an die des 1980 verstorbenen Bon Scott, einst AC/DC-Leadsänger. Leadgitarrist Brian Forsythe tat das Seine dazu, trieb unerbittlich an. Die Einheit mit Bassist Reeve Downes und Drummer Anthony Biuso war perfekt. Es gab drei Zugaben und einen begeisterten Sänger, der mit dem Satz „hier scheint die Sonne Kaliforniens“ Veranstalter und Publikum wohl kaum ein besseres Kompliment machen konnte.

Aber auch die zweite Band namens „Hardbone“ aus Hamburg hatte schon zu Beginn des Abends ganze Arbeit geleistet. Das Quintett mit dem sympathischen Sänger Tim Dammann, das regelmäßig auf den größten Festivals in Europa auftritt, rockte die Bühne in erstklassiger Rock’n’Roll-Manier, hart und nach alter Schule. Auch die Stimme erinnerte sehr an den verstorbenen AC/DC-Sänger. Schon während des ersten Stückes „Fire“ hielt es die Zuhörer nicht mehr. Sie ließen ihrem Tanztrieb freien Lauf. Ein Riff jagte den nächsten. Hinter ihrer handgemachten Musik stand pure Leidenschaft.

„Ich bin Fan von Hardbone. Deshalb bin ich hergekommen. Ist ja eine tolle Location. Ich war nicht das letzte Mal da“, bekannte Marianne Bendixen aus Pinneberg. Auch Tim Friedrichsen aus Flensburg, eigentlich bekennender Blues-Fan, gefiel die etwas härtere Musikrichtung. Er liebe die Abwechslung und würde es gut finden, wenn es künftig in Joldelund so weiterginge. „Das war mal ganz was anderes, aber nicht schlecht. Gerd steht eben für extra gute Mucke“, fanden auch Holger Petersen und Thorsten Ehlers aus der Nähe von Bredstedt.

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