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Strenge Schutzmassnahmen : Jetzt wird gebrütet

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Wattenmeer hat die Brutsaison begonnen. Sorgen bereitet der Nationalparkverwaltung in Tönning der Rückgang bei vielen Arten: Betroffen sind unter anderem der Seeregenpfeifer und der Austernfischer.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2015 | 13:00 Uhr

Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer beginnt jetzt die Brutsaison: Fast 100.000 Paare Seeschwalben, Möwen, Wat- und andere Küstenvögel brüten auf den Salzwiesen, Stränden und Dünen an der Nordseeküste. Große Kolonien gibt es auf der Hallig Norderoog, wo seltene Brand- und Küsten-, Fluss- und Zwergseeschwalben sowie Löffler, Eiderenten und andere „Raritäten“ von Vogelwärtern des Vereins „Jordsand“ bewacht werden.

Viele Vögel brüten unauffällig. Badegästen, Spaziergängern oder Wassersportlern ist es oft gar nicht bewusst, dass sie ihnen zu nahe kommen und möglicherweise die Brut gefährden, weil viele Arten sich bei Annäherung von Menschen unauffällig vom Nest schleichen. Die wichtigsten Brutgebiete sind deshalb ausgeschildert oder durch Pfahlreihen gekennzeichnet und dürfen bis zum Ende der Jungenaufzucht Ende Juli nicht betreten werden.

Der Grund für die strengen Schutzmaßnahmen ist einleuchtend: Denn Jungvögel brauchen Ruhe, Sicherheit, ausreichende Ernährung und Schutz vor Kälte oder Hitze. Jedes Mal, wenn die Altvögel aufgescheucht werden – ob durch Wanderer, freilaufende Hunde oder Drachen am Himmel – ist der Bruterfolg gefährdet.

Seit Beginn der 1990er-Jahre haben die Bestände von zwei Dritteln der im Wattenmeer brütenden Küstenvögel abgenommen. Den stärksten Rückgang gab es beim Seeregenpfeifer, aber auch bekannte Arten wie Austernfischer oder Rotschenkel werden weniger. Häufigere Überflutungen, weniger Nahrung sowie eine Zunahme von Füchsen und anderen Beutegreifern werden dafür als wichtigste Ursachen gesehen.

Die am stärksten besiedelten Brutgebiete liegen – wie überall auf der Welt – auf Inseln, weil sie für Raubsäuger nicht zugänglich sind.

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