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Tourismus-Entwicklung : Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

IHK-Experte Dirk Nicolaisen Gastredner beim Commerzium der Stadt Husum: Die Voraussetzungen, um die Entwicklung des Tourismus’ anzupacken, sind günstig wie nie.

von
erstellt am 13.Nov.2014 | 10:30 Uhr

Der Vorstand des Commerziums drückte auf die Tube. Zügig wickelten Vorsitzender Henning Göttsch, sein Stellvertreter Rolf Kulartz-Janzen und Kassenführer Torsten Peters ihre Berichte ab. Denn für seine Hauptversammlung im Hafenbistro hatte sich der älteste Zusammenschluss von Husumer Kaufleuten ein wichtiges Thema vorgenommen. „In Sachen Tourismus-Entwicklung hat der Wirtschaftskreis im vergangenen Jahr ordentlich Gas gegeben – das interessiert alle vier Wirtschaftsvereine gleichermaßen“, erklärte Göttsch in seiner Bilanz: „Wir hoffen, dass wir hier Impulse setzen und zusammen mit der Politik etwas für unsere schöne Region bewegen können!“

Impulse – genau darum ging es am Dienstagabend in der Hauptsache. Und als Impulsgeber hatte man sich einen absoluten Fachmann auf diesem Gebiet an den Tisch geholt: Dirk Nicolaisen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Flensburg. Das Mitglied des Kompetenzzentrums Tourismus in der IHK hatte bereits vor sechs Wochen exklusiv in den Husumer Nachrichten weitreichende Empfehlungen für eine diesbezügliche Ausrichtung Husums gegeben. Seinen konkreten Ideen verlieh er in der Hafenstraße noch einmal Nachdruck.

Die wichtigste Botschaft vorweg: Die Voraussetzungen, um endlich aus dem Quark zu kommen und der Stadt auf dem ebenso hart umkämpften wie lukrativen Tourismus-Markt ein profitables Standing zu verschaffen, sind denkbar gut. „Für Husum öffnet sich ein Zeitfenster, das Handeln geradezu herausfordert“, erklärte Nicolaisen und zählte eine ganze Reihe von wie die Faust aufs Auge passenden Instrumenten und Entwicklungen auf: die neue, auf 2025 ausgelegte Tourismus-Strategie des Landes mit den ehrgeizigen Zielen, auf 30 Millionen Übernachtungen in gewerblichen Beherbergungsbetrieben zu kommen, 30 Prozent Zuwachs beim touristischen Bruttoumsatz zu erzielen und das Top-3-Bundesland auf der Zufriedenheits-Skala von Urlaubern zu werden; neue Perioden bei den Förderungen aus den Töpfen EU-Strukturfonds und Interreg; starke Nachfrage nach Urlaub in Schleswig-Holstein mit gleichzeitiger Stabilisierung der Zahlen an der Westküste; immenses Investoren-Interesse am nördlichsten Bundesland; eine Messe, die ständig neue Betätigungsfelder sucht – dazu Politiker, die sich einig über die Bedeutung des Tourismus’ sind und allesamt erkannt haben, dass den Worten nun auch Taten folgen müssen.

Am Anfang einer Strategie stellt sich immer die Frage, wofür man eigentlich steht. Nicolaisens entsprechender Blick auf Husum: Zentrum an der Westküste; naturnaher Tourismus, Nationalpark Wattenmeer; Shopping-Tourismus und Tagesausflugsverkehr im deutsch-dänischen Wirtschaftsraum; Geschäftsreise-Tourismus in Verbindung mit Messen und Veranstaltungen. Die konkreten Ideen des IHK-Experten münden unter anderem in ein klimaneutrales Explorer-Hotel am Dockkoog sowie einen Hotelneubau in der Nähe der Messe zur Förderung des MICE-Bereichs (Meetings, Incentives, Conventions, Events – also Tagungen, Anreiz- und Belohnungsreisen, Kongresse, Veranstaltungen). Einen sogenannten Campingplatz 3.0 in Schobüll brachte der Gast aus Flensburg ebenfalls ins Spiel. Damit sei gemeint, dass es nicht mehr nur um das Zelt auf der Wiese und den Stellplatz für das Wohnmobil gehe – sondern um ein zeitgemäßes Angebot für Camper, die mehr Luxus wollen. „Etwa das kleine 20- bis 40-Zimmer-Hotel mit Vollservice – Restaurant ausgenommen“, so Nicolaisen. Oder die Ferienwohnung nebst Top-Sanitär-Anlage.

Fazit des Referenten: „Die Diskussionen gehen in die richtige Richtung. Aber: Nicht nur reden, auch starten, gerne mit einem klar strukturierten Fahrplan und Prozessmanagement!“ Seine Empfehlung: Im ersten Schritt das Gesamtkonzept und die Strategie für den Tourismus in Husum entwickeln, im zweiten die Infrastruktur und das Marketing anpassen und optimieren. „Und bei allen Schritten ist die Frage der Finanzierung nicht zu vergessen.“ Es gelte, nicht nur in Beton zu investieren – auch das Marketing benötige eine solide Grundlage.

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