Kosten gar nicht mal so hoch : Jetzt geht es ans Aufforsten der Wälder

Die Mauseberge sollen schon im kommenden Jahr wieder aufgeforstet werden.
Die Mauseberge sollen schon im kommenden Jahr wieder aufgeforstet werden.

Husums Wälder haben nach den Stürmen 2013 mächtig gelitten. Jetzt sollen sie wieder aufgeforstet werden. Die Kosten dafür werden sich nach jetzigem Stand in Grenzen halten.

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05. Dezember 2014, 14:00 Uhr

Die Bilanz fällt weniger dramatisch aus als der Augenschein es vermuten ließ. „Gefühlt“ ließen die Stürme „Christian“ und „Xaver“ 2013 kaum einen Baum neben dem anderen. Und doch blieben am Ende mehr stehen als gedacht? Diesen Schluss könnte das Ergebnis einer dreistündigen Forstbesichtigung nahelegen, die Michael Schirduan vom Liegenschaftsamt, Jürgen Scheil von der Bauaufsicht und Bezirksförster Walter Rathkens durch die stadteigenen Wälder unternahmen. Danach wird die Wiederaufforstung von Mausebergen und Schulwald die Stadt nur 15.000 Euro kosten. Und in der kleinen Fläche, die Husum am Schobüller Landesforst gehört, „bewegen wir uns im Bereich eines ganz normalen Holzeinschlags“, sagt Schirduan.

Allerdings sind diese 15.000 Euro nur Teil eines größeren Rechenexempels. Und so zeigt sich das tatsächliche Ausmaß von „Christian“ und „Xaver“ auch erst auf den zweiten Blick. Besonders schwer hat es die Mauseberge getroffen. Hier vernichteten die Stürme in vier Schneisen eine Fläche von fünf Hektar Wald. Laut Schirduan sind das 2000 Festmeter Holz oder 4000 Bäume – überwiegend Fichten.

Eine Wiederanpflanzung ist gesetzlich vorgeschrieben und kostet 9000 bis 10.000 Euro pro Hektar. Macht 45 000 bis 50 000 Euro. Dafür gibt es aus verschiedenen Töpfen Fördermittel in Höhe von 75 Prozent. So bleiben bei der Stadt am Ende 12.500 Euro hängen.

Neben den Mausebergen hat auch der Schulwald ordentlich was abgekriegt. Von ursprünglich 3,2 Hektar sind noch Zweidrittel übrig. Seine Wiederaufforstung würde also ebenfalls 10.000 Euro (für einen Hektar Wald) kosten.

In seinen bilanziellen Auswirkungen wird der Schaden im Schulwald auf 6600 Euro beziffertt. Grundlage ist die Eröffnungsbilanz 2012. Hiernach wird der Verlust von einem Hektar Wald ins Verhältnis zum Gesamtwert des Baumbestandes gesetzt. Beim Schulwald sind das 3,2 Hektar oder 21.402 Euro. Bei den Mausebergen steht ein Baumbestand von 19,2 Hektar oder 87.032 Euro den fünf geschädigten Hektar im Wert von 23.000 Euro gegenüber. Der bilanzielle Gesamtschaden in Mausebergen und Schulwald liegt demnach also bei 29.600 Euro. Die Verluste an den übrigen städtischen Waldflächen sind – wie schon erwähnt – vergleichsweise gering.

Doch zurück zu den Kosten für die reine Wiederaufforschung: Von den dafür erforderlichen 60.000 Euro muss die Stadt ein Viertel, also 15.000 Euro, aufbringen. Der Rest wird gefördert. Und auch auf der Habenseite ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. So fällt das jährliche Holzgeld aus den städtischen Wäldern durch die Sturmschäden von 2013 höher aus als sonst. Die zu erwartenden 43.000 Euro würden aber erst im kommenden Jahr ausgeschüttet, sagt Schirduan.

Welchen Preis die Stadt für „Christians“ und „Xavers“ Zerstörungswut tatsächlich wird zahlen müssen, hängt auch davon ab, welchen Weg der Wiederaufforstung sie wählt. Werden Flächen von schwerem Gerät gefräst, gemulcht und schließlich neu bepflanzt oder Aufschüttungen gebildet und mit Setzlingen versehen? Oder überlässt man sie dort, wo es sinnvoll erscheint, der Natur? Bei dieser Variante müssten unerwünschte Baumarten – wie Pappeln – allerdings regelmäßig entfernt werden. Für den Schulwald kann sich Rathkens eine solche Lösung gut vorstellen. Unabhängig davon kommt die Stadt schon aus Gründen der Versicherungspflicht aber nicht umhin, Wege und Wegesränder von Baumstümpfen zu befreien. Mit der Wiederaufforstung der Mauseberge soll im kommenden Jahr begonnen werden.

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