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Historische Schulpremiere : Jetzt auch Abitur in Tönning möglich

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Tönning wurde am Montag (25. August) der erste Oberstufen-Jahrgang an der Eider-Treene-Schule begrüßt. Drei Studienprofile stehen zur Auswahl. Drei Jahre dauert die Probephase des neuen Modells.

Welch ein Wochenbeginn in Tönning: „Das ist ein historischer Moment“, sagte Telse Schreiber, Rektorin der Gemeinschaftsschule Tönning, am Montag (25. August) in der Stadthalle. Und die war gut besetzt. Neben den Schülern der neuen Oberstufe waren auch zahlreiche Eltern gekommen. Sie waren zur Einführung der Oberstufen-Schüler erschienen. Nun ist es also auch in Tönning möglich, das Abitur abzulegen. Der erste Jahrgang wird sich den entsprechenden Prüfungen im Schuljahr 2016/17 unterziehen. Die Sekundarstufe II hat allerdings eine Probezeit zu bestehen, nach drei Jahren wird entschieden, ob sie bestehen bleiben darf oder nicht. Die Stadtvertretung hatte sich im vergangenen Jahr mehrheitlich für den Antrag der SPD-Fraktion für eine Oberstufe ausgesprochen. Gegenwind kommt vom Schulverband Eiderstedt: Er hat Klage eingereicht. Er fürchtet um den Fortbestand seines Nordseegymnasiums in St. Peter-Ording. Das Gerichtsurteil könnte das vorzeitige Aus für die Oberstufe bedeuten. Doch das liegt alles noch in der Zukunft.

Es gab viel Beifall gestern Morgen: Für Schülerin Lenke Witt aus der Klasse 10 b, die auf diese besondere Veranstaltung mit Klaviermusik einstimmte, für Laurenz Lass (Klasse 6 b) für sein brillantes Trompetenspiel und Lehrer Frank Marzusch, der ihn am Klavier begleitete. Vor allen Dingen aber für die Bemühungen der Schulleiterin, der Lehrerschaft und der Stadt als Schulträger für die Einführung der Sekundarstufe II.

„Oberstufen gibt es viele, aber wir wollen eine besondere sein“, betonte Telse Schreiber. Endlich gebe es an der Westküste Schleswig-Holsteins eine Gemeinschaftsschule, die ihre Pädagogik auch in der Oberstufe fortführen wolle. „Wir können zwar keine gesicherten Erkenntnisse vorweisen und haben auch keine Erfahrung mit gymnasialer Oberstufe. Aber wie vor sechs Jahren, als die Gemeinschaftsschule entstand, sind zum Teil dieselben Schüler und Schülerinnen mit ihren Eltern hier, weil sie neue Wege gehen wollen und keine Angst davor haben, dass vielleicht nicht alles gleich klappt.“

Die Mehrzahl der angemeldeten Schüler besucht bereits seit der fünften Klasse die Eider-Treene-Schule in Tönning oder deren Außenstelle in Friedrichstadt. Zuständig für die Organisation der Oberstufe ist der stellvertretende Schulleiter Marc Harslem, für die Koordination an der Schule und für Kurse sowie Schülerbeförderung ist Lehrerin Britta Lenz. Die Klassenlehrer der beiden neuen Klassen sind Tina Michalzik (Fächer: Englisch, Geschichte, WiPo) und Harmen Thamling (Deutsch, Sport, WiPo).

Dann wartete die Schulleiterin noch mit einer Überraschung auf: „Erfreulicherweise kann ich ihnen mitteilen, dass das Sportprofil, das sich viele von ihnen gewünscht haben, genehmigt wurde.“ Das sei der Grund dafür, dass heute noch nicht die endgültige Klasseneinteilung vorliege. Angeboten wurde bis jetzt ein gesellschafts- und ein naturwissenschaftliches Profil. Die 50 angemeldeten Schüler hatten sich wie folgt entschieden: 37 für das gesellschaftswissenschaftliche und 13 für die Naturwissenschaften. Durch das jetzt angebotene zusätzliche Sport-Profil wird es neue Klassenzusammensetzungen geben. Auch die Vorsitzende des Schulfördervereins, Frauke Claussen, wandte sich an die Zuhörerschaft: „Ihre Einschulung – wir können es ruhig so sagen – ist ein historisches Ereignis. Bislang haben wir uns um sechs Klassenstufen gekümmert. In drei Jahren sind neun komplette Jahrgänge zu betreuen.“

Vor dem gemeinsamen Frühstück teilte Telse Schreiber den Schülern aber mit etwas Wehmut mit: „Leider kann ich nicht sehen, wie Sie alle in drei Jahren entlassen werden – es sei denn, ich werde dazu eingeladen!“ Hintergrund: Die Rektorin geht am Ende des nächsten Schuljahres in den verdienten Ruhestand.

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