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IGO – eine Erfolgsgeschichte : Jede Zeit hat ihre Herausforderungen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Husumer Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost (IGO) feiert 25-jähriges Bestehen: Grund für den Vorsitzenden, Ole Singelmann, einmal mit seinen Vorgängern Uwe Schmidt und Erwin Jacobsen Bilanz zu ziehen.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 13:00 Uhr

Einst grüne Wiese, heute potentes Wirtschaftszentrum: Das Gewerbegebiet Ost hat sich prächtig entwickelt. Die dort ansässigen Betriebe haben sich in der gleichnamigen Interessengemeinschaft organisiert. Am 30. Oktober 1989 – also vor 25 Jahren – wurde die IGO ins Leben gerufen. Am Sonnabend, 29. November, soll das Jubiläum in der Messehalle groß gefeiert werden. Ole Singelmann (44) ist Vorsitzender der IGO und Nachfolger von Uwe Schmidt (62), der das Amt wiederum von Erwin Jacobsen (73) übernommen hatte. Das Trio blickt zurück – und voraus.

Herr Jacobsen, Sie waren von 1989 bis 2001 erster Vorsitzender überhaupt der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost. Die IGO ist sozusagen Ihr Baby. Sind Sie stolz darauf, wie es herangewachsen ist?

Jacobsen: Ja, das bin ich. Erstens, weil das ganze Gebiet ein eigener, wirtschaftsfördernder Stadtteil für Husum geworden ist. Auch was dort alles vereinsmäßig organisiert wird, finde ich toll. Und natürlich die großartige Weiterentwicklung. Dabei wollte der damalige Bürgermeister Martin Kneer unsereins hier draußen eigentlich gar nicht hinhaben, sondern lieber industrieelle Betriebe. Aber ich bin nicht ausgewandert, wie ich es eigentlich sollte. Bei meiner Ansiedlung haben damals unter anderem auch die Parteien mitgeholfen.

Herr Schmidt, Sie standen danach zehn Jahre lang – bis 2011 – an der Spitze der IGO, haben fünf weitere im Vorstand mitgearbeitet: Das deutet darauf hin, dass es Ihnen viel Spaß gemacht haben muss.

Schmidt: Ja, hat es, denn wir haben in der Zeit sehr viel geregelt. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Zusammenschluss mit der Innenstadt. Die war ja in den ersten zehn Jahren fast so etwas wie ein Konkurrenz-Unternehmen. Durch die Gründung des Wirtschaftskreises hatten wir dann ein Sprachrohr für alle Husumer Unternehmen. So konnte zum Beispiel 2004 verhindert werden, dass sich der Baumarkt Max Bahr in der Schleswiger Chaussee angesiedelt hat. Dagegen sind wir angegangen. Schließlich wollen wir nicht an jeder Einfallstraße ein Gewerbegebiet haben. Oder schauen Sie sich die Messe an, die von der Wirtschaft betrieben wird, und die Tourismus- und Stadtmarketing-Gesellschaft, bei der wir im Aufsichtsrat sitzen – überall haben wir uns eingemischt und notfalls auch die Regie übernommen.

Herr Singelmann, Sie halten seit fast vier Jahren das Zepter in der Hand. Haben Sie sich an Ihren Vorgängern orientiert oder pflegen Sie Ihren ganz eigenen Führungsstil?

Singelmann: Jeder meiner Vorgänger hat natürlich seinen Stil geprägt und gewisse Entwicklungen eingeleitet. Nichtsdestotrotz will man, wenn man selbst Vorsitzender ist, natürlich auch eigene Dinge einbringen. Klar ist, dass wir uns unterscheiden. Das müssen wir auch, denn die Zeiten sind andere. Wenn wir genauso weitergemacht hätten, wären wir nicht so erfolgreich.

Was, Herr Jacobsen und Herr Schmidt, waren zu Ihrer jeweiligen Zeit die größten Herausforderungen? Und was, Herr Singelmann, steht für Sie heute ganz oben auf der Agenda?

Jacobsen: Für mich war damals die größte Herausforderung, die Gemeinschaft zu stabilisieren. Und das gegenseitige Kennenlernen. Dazu gab es regelmäßige Betriebsbesichtigungen. Wir waren bei Georg C., bei Drews Automaten oder bei Wiedemann – da haben wir erstmal erfahren, was für ein Potenzial eigentlich in uns steckt. Und es wurde ja immer mehr . . . Bei Festen und Ausflügen war immer eine tolle Beteiligung.

Schmidt: Für mich ging es im Wesentlichen darum, das Gespräch und den Zusammenschluss mit der Innenstadt zu suchen und die Husumer Wirtschaftsgesellschaft als Messe-Betreiber zu etablieren. Wichtig war auch, den Verein der Wirtschaft aufzulösen und aus fünf Vereinen vier zu machen – und daraus dann das Sprachrohr, den Wirtschaftskreis.

Singelmann: Meine beiden Vorgänger haben wichtige Bausteine in der Vereinsarbeit gesetzt, an denen wir weitergearbeitet haben. Dazu haben wir in den vergangenen vier Jahren erfolgreich Akquise betrieben und noch einmal einen ordentlichen Mitgliederzuwachs verzeichnet. Das IGO-Magazin wurde immer weiter entwickelt, hat eine Auflage von 20.000 und wird an 14.000 Haushalte in Husum und Umgebung – unserem Kern-Einzugsgebiet – direkt verteilt. Der Rest liegt überall aus.

Und dann sind da ja auch noch zwei weitere Themen, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegen.

Singelmann: Genau. Zum einen die HusumCard – ein Instrument, das wir modernisiert haben und von dem wir uns erhoffen, damit den Wirtschaftsstandort Husum zu stärken. Der örtliche Betrieb soll zwar Trikots für die Sportvereine sponsern, aber gekauft wird im Internet – das passt nicht mehr zusammen. Das andere ist die Breitband-Versorgung. Von alleine wird da nichts kommen. Wenn wir Schritt halten wollen, dann müssen wir uns diesem Thema stellen. Die IGO ist deshalb auch an der Bürger-Breitband-Gesellschaft beteiligt. Ich halte das Projekt für sehr, sehr wichtig, um große Unternehmen halten zu können oder ihnen auch mal die Chance zu geben, sich hier anzusiedeln. Mit der Erweiterung bis an die Umgehungsstraße ist das Gewerbegebiet ja attraktiv.

Was machen Sie am Sonnabend, 29. November, zwischen 17 und 22 Uhr?

Jacobsen: Da bin ich natürlich bei unserer Feier zum 25-jährigen Bestehen in der Messehalle dabei. Ich fühle mich in diesem Kreise immer wohl – und freue mich darauf, bei der Eiszeit auch einmal die zu treffen, die ich noch nicht so kenne.

Schmidt: Wie Erwin Jacobsen werde auch ich mir keine Schlittschuhe unterschnallen. Ich freue mich darauf, die ganze Garde mal wiederzusehen und ganz in Ruhe über alte Zeiten zu reden – und auch über Neues.

Singelmann: Ich habe mir vorgenommen, aufs Eis zu gehen, zusammen mit meiner Frau und meinen beiden Söhnen. Wir freuen uns auf die Veranstaltung. Die Resonanz ist groß, es sind mehr als 200 Anmeldungen eingegangen. Was uns positiv aufgefallen ist: Es kommen nicht nur Firmeninhaber, sondern der eine oder andere Chef hat die Einladung an Mitarbeiter weitergegeben. Das ist uns ja genauso lieb, denn es geht um den Austausch und das Miteinander.

Zahlen und Fakten

Am Anfang waren es 40 Mitglieder, ein Vierteljahrhundert später ist die IGO stolz auf 160. Die Zahl der Betriebe stieg in diesem Zeitraum von rund 80 auf 250. Das Gewerbegebiet Ost bietet heute etwa 4000 Menschen einen Arbeitsplatz und umfasst eine Fläche von mehr als 140 Hektar. Es erstreckt sich von der Industriestraße bis zur Bundesstraße 5 und von der Julius-Leber-Kaserne bis zur Flensburger Chaussee. Die IGO gehört neben Handwerkerverein, Commerzium und Werbegemeinschaft zu den vier Wirtschaftsvereinen der Stadt.

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