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Klang-Offensive : Jazz wieder mehr Gehör verschaffen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Einst war Husum schon mal eine Hochburg dieser Musikrichtung: Dieter Grühn und Christian Stöhrmann wollen alte Zeiten zurückholen – und planen Konzerte.

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erstellt am 18.Feb.2015 | 11:00 Uhr

Es gibt Menschen, die sich einfach über den Weg laufen müssen. Seit sie gemeinsam zwei Stunden lang Musik gehört haben, weiß Dieter Grühn, dass Christian Stöhrmann für ihn zweifellos zu diesen Menschen zählt. Beide Männer lieben Jazz, und beide sind hochmotiviert, dieser Musikrichtung in Husum wieder mehr Gehör zu verschaffen.

„Viele haben ja fast schon vergessen, dass die Stadt mal eine Jazz-Hochburg war“, blickt Stöhrmann zurück. Er muss es wissen. Bis 2001 war der Mitbegründer von Jazz-Baltica stellvertretender Leiter des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerkes und kann sich an die furiosen Konzerte, die in den 1970er und 1980er Jahren in dessen Jazzkeller über die Bühne gingen, nicht nur erinnern: Er war einer ihrer Väter. Bis heute zählt das Auftaktkonzert im Freizeithaus der Bildungseinrichtung zu den festen Größen jedes Jazz-Baltica-Festivals.

Ansonsten ist es in der Storm-Stadt an der Jazz-Front allerdings deutlich ruhiger geworden. Zu ruhig, fanden auch die Verantwortlichen des Kunstvereins Husum und Umgebung und fragten ihr Mitglied Stöhrmann sowie Dieter Grühn, ob sie Lust hätten, das zu ändern. „Das war wie eine Familienzusammenführung“, erinnern sich die beiden und wollen unter dem Arbeitstitel „Husum jazzt“ einen ebenso bescheidenen wie energischen Wiederanfang wagen. „Zwei Konzerte – mehr sollen es zunächst nicht sein“, haben sie sich überlegt, „eines im Frühjahr und ein weiteres im Herbst“. Außerdem sollen Grühn und Stöhrmann ihre weit reichenden Kontakte zur Szene nutzen, um neben regionalen Bands auch Hochkaräter aus aller Welt an die Nordsee zu locken.

Zum Auftakt spielt der Saxofonist Grühn übrigens gleich selbst: Mit seiner fünfköpfigen Formation Holz & Blech ist der Mann aus Wobbenbüll am Freitag, 20. Februar, ab 20 Uhr im Freizeithaus des TSBW zu Gast. Auf dem Programm stehen Weltmusik, also Jazz, Blues, Afrobeat, Pop, Klezmer, Tango und vieles andere mehr. Überhaupt: Oltime-Jazz hat „Husum jazzt“ nicht im Angebot. „Da gibt es in Husum schon genug“, sagt Stöhrmann. Und Grühn ergänzt: „Unser Schwerpunkt liegt auf modernem Jazz mit seinen zeitgenössischen Ausprägungen.“

Und wie geht’s nach dem Konzert am Freitag weiter? „Nun“, sagt Grühn, „Kärrner-Arbeit: Kontakte knüpfen, neue Ideen entwickeln, Sponsoren suchen.“ So haben die beiden – zwecks möglicher musikalischer Synergie-Effekte – bereits Kontakt zum Dithmarscher Verein jazzcoast.di aufgenommen. „Gut möglich, dass wir künftig zusammenarbeiten und so für Konzerte in Heide und Husum günstigere Konditionen aushandeln können.“ Auch ein Kleinstfestival mit zwei, drei regionalen sowie einer überregionalen Band und Jazz-Workshop ist denkbar. Gleiches gilt für eine Zusammenarbeit mit der Theodor-Storm- und der Kreismusikschule. „Es ist wirklich erstaunlich, wie viele gute Jazzmusiker es hier oben gibt“, hat Grühn beobachtet. Das lässt hoffen, das Husum mit diesem Projekt zu seiner alten Reputation als Jazz-Hochburg zurückfinden könnte.

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