zur Navigation springen

Wittbek sorgt für Schlagzeilen : Jahresrückblick für das Amt Nordsee-Treene

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die hochinfektiöse Pferde-Herpes bescherte den Reitern im ganzen Kreis schlaflose Nächte - nun ist sie Vergangenheit, während die Gemeinde Schwabstedt immer noch auf die Sanierung ihrer Ortsdurchfahrt wartet.

Das Jahr 2016 beginnt im Amt Nordsee-Treene mit einem spektakulären Unfall. Am 2. Januar stürzt ein Auto in Süderhöft in die Treene. Der Fahrer kann sich selbst retten, doch mehrere Feuerwehren müssen zur Bergung des Fahrzeugs anrücken.

Heute leben in der Stapelholmer Kaserne in Seeth keine Flüchtlinge mehr. Anfang des Jahres waren es mehr als 700. Die Kaserne, beziehungsweise die Landeseinrichtung wurde zum Jobmotor. Allein das DRK hatte Anfang 2016 bereits 65 Vollzeitkräfte eingestellt. Der Flüchtlingsstrom verebbte langsam, am 1. April lebten noch gut 500 in der Gemeinde. Das wirkt sich auch auf den Haushalt von Seeth für das Jahr 2017 aus, denn die zu diesem Zeitpunkt registrierten Asylsuchen gelten statistisch als Einwohner. Somit erhält Seeth die nächsten drei Jahre mehr als eine Million Euro an Schlüsselzuweisungen vom Land. Und auch der Gemeinderat wird größer. Künftig werden wegen der gestiegenen Einwohnerzahl 13 Gemeindevertreter tagen.

Ein heimtückischer Anschlag erschüttert Ostenfeld. Mitten in der Ortschaft wird der auf der Weide stehende Schimmel Shakespeare im Januar erschossen. Der Täter ist bis heute noch nicht gefasst.

Meistens werden Schulen aufwendig saniert. Doch in Ostenfeld beschließt der Schulverband den Neubau einer Grundschule. Gerechnet wird mit vier Millionen Euro Baukosten, begonnen werden soll im neuen Jahr.

Pferdefreunde in Schleswig-Holstein sind entsetzt. Im Stall des Mildstedter Reit- und Fahrvereins war Pferde-Herpes ausgebrochen. Ende Januar starb ein Tier, Ende Februar waren es schon sechs. Erst im April gilt die hoch infektiöse Krankheit als besiegt. Während der „Herpes-Zeit“ wurden in ganz Nordfriesland zahlreiche Turniere und Leistungsschauen abgesagt.

Schon seit langem ist der rüde Umgangston im Rantrumer Gemeinderat Gesprächsthema. Anfang Februar tritt SPD-Politiker Christian Franke zurück, da er die Umgangsformen für nicht mehr vertretbar hält. Das Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Jahr und gipfelt im November mit dem Auszug der CDU-Fraktion aus dem Gremium. Und auch danach ist nicht Ruhe. In der letzten Gemeindevertreter-Sitzung des Jahres wird der Antrag, die CDU-Kommunalpolitiker zu verabschieden, abgelehnt.

Seit vielen Jahren schon warten die Gemeinde Schwabstedt und natürlich die vielen Verkehrsteilnehmer darauf, dass die K 135, die Ortsdurchfahrt, saniert wird. Seit fast 20 Jahren werden sie immer wieder vertröstet. Dann plötzlich im März: Die ersten Hecken an der Trasse werden abgeholzt, allerdings ohne mit den Besitzern Rücksprache gehalten zu haben. Im Herbst sollen die Arbeiten beginnen – doch dann die große Verärgerung. Der Beginn der Bauarbeiten wird auf März 2017 verschoben.

Im April gibt es den ersten Spatenstich für die Nahwärmeversorgung in Seeth. Das Projekt schreitet zügig voran, Im Herbst kommt sogar der Umweltminister des Landes in das Dorf, um die Einweihung durch die Genossenschaft zu begleiten. Ende des Jahres beginnt dann der Bau eines Heizwerks wenige Meter vom Naturschutzgebiet Ostermoor entfernt. Innerhalb von nur vier Wochen wurde der F-Plan geändert und die Baugenehmigung erteilt. Eine Anliegern ist sauer, denn sie wurde nicht informiert und denkt nun über rechtliche Schritte nach.

Die Wittbeker haben wegen umfangreicher Kanalisationsarbeiten viel zu ertragen. Der Ortskern ist monatelang gesperrt. Für Auswärtige nicht ganz so schlimm, denn da auch die Brücke über die Husumer Mühlenau im Sommer abgerissen wurde, ist das Dorf ohnehin schwer zu erreichen. Kurz vor Weihnachten dann die Überraschung: Die neue Brücke über die Mühlenau wurde für den Verkehr freigegeben.

Der Schwabstedter Pfingstmarkt lockte wieder viele 1000 Menschen aus der ganzen Region an. Der Markt ist so beliebt, dass die Gemeindevertretung in ihrer letzten Sitzung des Jahres sogar für eine Verlängerung von bisher zwei auf drei Tage stimmt.

Bundesweit sorgte Wittbek für Schlagzeilen, denn auch im Jahr 2016 war Adolf Hitler immer noch Ehrenbürger der Gemeinde. Als
dies bekannt wurde, setzte der Bürgermeister das Thema auf die Tagesordnung der Gemeinderats-Sitzung. Und im Juni war es dann so weit. 71 Jahre nach dem Krieg wurde Hitler die Ehrenbürgerschaft aberkannt, die er seinerzeit angenommen hatte, da die Gemeinde fünf Mal nacheinander komplett für die NSDAP gestimmt hatte.

Das Thema Gieselau-Schleuse und Eiderkanal sorgten für zwei Petitionen der Stadt Friedrichstadt und des Amtsausschusses Nordsee-Treene. Denn einmal wurde gegen deren Schließung protestiert, die den Wassertourismus beeinträchtigt hätte, zum zweiten Mal wurde dann eine Petition gegen die Pläne des Bundesverkehrsministers beschlossen. Der Bayer in Berlin will die Schleuse und den Kanal herabstufen, so dass nicht mehr der Bund, sondern das Land für deren Unterhaltung aufkommen muss.

Freude in der Amtsverwaltung in Mildstedt. Direkt am Verwaltungsgebäude wurde eine Ladestation für Elektro-Autos in Betrieb genommen. Dort können seit Juli alle Fahrzeuge kostenlos mit Strom betankt werden.

Der Breitbandausbau in der Region kommt langsam voran.Im Juli wurde der Finanzierungsvertrag zwischen der kommunal initiierten Bürger-Breitband-Netzgesellschaft, der Nospa, der Husumer Volksbank und der Investitionsbank Schleswig-Holstein in Husum unterzeichnet. Das Volumen beträgt 27 Millionen Euro. Damit sollen in 19 Gemeinden 9000 Häuser und etwa 11.000 Haushalte mit einem Glasfaseranschluss versorgt werden.

Im September wird es öffentlich: Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte wegen des bundesweit bekanntgewordenen Blumenkontos gegen den Bürgermeister der Gemeinde Rantrum einen Strafbefehl verhängt. Allerdings geschah dies schon im Juni, doch hatte der Gemeinde-Chef die Gremien, wie etwa den Gemeinderat, darüber nicht unterrichtet.

Der Bauernmarkt in Schwabstedt hat alle Rekorde gebrochen. Die Besucher strömten in die Ortschaft und ihnen wurde an mehr als 90 Ständen eine bunte Vielfalt geboten. Doch als der Vorsitzende des veranstaltenden Handels- und Gewerbevereins die Lose der Tombola kontrollieren wollte, da diese nicht angemeldet war, gab es Zoff mit dem Orga-Team. Bis heute kommunizieren einige Mitglieder seither nur noch per Anwalt miteinander. Der Gemeindepastor wurde als Mediator eingesetzt, doch noch sind die Fronten verhärtet, auf der Internet-Seite des Vereins wird der Vorsitzende gar nicht mehr als Ansprechpartner genannt.

Kritik am Urnenfriedhof im Ostenfelder Wald wird laut, denn mitten im Schutzgebiet Wälder der Ostenfelder Geest wurde das Areal ausgeräumt, wie auf einem Friedhof. Dabei sollen die Bestattungswälder eigentlich ihre Natürlichkeit behalten.

Große Freude in Winnert. Das Dorf bekommt wieder einen Kaufmann. Im Oktober teilten dies Enrico und Julia Wengert aus der Ortschaft in der Gemeindevertreter-Sitzung mit.

Der Amtsausschuss Nordsee-Treene beschließt in seiner November-Sitzung den Haushalt 2017. Die 27 Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft freuen sich, denn die Amtsumlage sinkt um 1,5 auf nun 17,47 Prozent – nicht zuletzt wegen der größeren Finanzkraft der Gemeinde Seeth. Der vom Kämmerer vorgestellte Etat sieht im Ergebnisplan Erträge von 7,22 Millionen Euro und bei den Aufwendungen 6,86 Millionen Euro vor. Demnach gibt es einen Jahresüberschuss von 356.500 Millionen Euro.

Die Stiftung Naturschutz investiert in die Renaturierung des Wilden Moores 200.000 Euro, um es wieder zu vernässten. Zum zweiten Mal sind Bagger im Moor, um Dämme aufzuschütten und alte Gräber zu verschließen. Bereits vor zwei Jahren wurde für ähnliche Maßnahmen rund 400.000 Euro investiert.

Als erstes Amt im Land hat Nordsee-Treene eine Verordnung gegen das Katzenelend erlassen. Freilaufende Tiere müssen registriert (gechippt) und zudem kastrieret sein. Damit soll der unkontrollierten Vermehrung begegnet werden.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Dez.2016 | 14:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen