Norstedt : Ist das Bad noch zu retten?

Das Schwimmbad befindet sich noch im Winterschlaf.
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Das Schwimmbad befindet sich noch im Winterschlaf.

Die Einwohner Norstedts halten trotz allerlei Reparaturen an der Einrichtung fest. Ehrenamtliche Helfer und Ideen sind willkommen.

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30. März 2018, 11:00 Uhr

Bürgermeister Volker Carstensen zeigte ganz offen seine Enttäuschung darüber, dass nur knapp 20 Bürger seiner Einladung zur Einwohnerversammlung in den Norstedter Kroog gefolgt waren: „Ich empfinde das als Schlag ins Gesicht der Ehrenamtler hier im Gemeinderat“, sagte er. Dann überlegte er, ob er die mangelhafte Beteiligung nicht so sehr als Desinteresse werten sollte, sondern vielleicht nur als Indiz dafür, dass alle mit der Arbeit der Gemeindevertretung voll und ganz zufrieden sind.

Sein Ärger scheint durchaus verständlich, denn mit dem Schwimmbad stand an diesem Abend ein für alle Norstedter wichtiges Thema auf der Tagesordnung. Es gab bereits Gerüchte, dass es geschlossen werden soll. Das Freibad ist, bei stetig rückläufigen Nutzerzahlen, schon länger ein Minusgeschäft für die Gemeinde, die Jahr für Jahr Verluste zwischen 5.000 und 10.000 Euro ausgleichen muss. Nun wollen die bisher zuständigen Hausmeister die Arbeiten im Bad nur noch übernehmen, wenn die dafür gezahlte Aufwandsentschädigung deutlich erhöht wird.

Immerhin ist ihr tatkräftiger Einsatz während der Saison mindestens zweimal täglich gefragt: Jeden Morgen und jeden Abend müssen sie im Bad nach dem Rechten sehen. Deshalb soll nun über eine Hauswurf-Sendung versucht werden, interessierte Bürger zu finden, die diese Aufgaben übernehmen möchten.

Aktuell, so berichtete der Gemeindevertreter Erik Sönksen, gibt es einen auffallend großen Wasserverlust, dessen Ursache und Auswirkungen noch nicht ermittelt werden konnten. „Mit etwas Glück liegt es an einer Verschraubung, und es muss nur eine Dichtung ausgetauscht werden“, sagte er. Aber auch sonst müsste bald eine Menge gemacht werden. So sind die Steinplatten rund um das Becken erneuerungsbedürftig, ebenso die maroden Startblöcke.

Da zumindest die Badeaufsicht durch ehrenamtliche Kräfte für dieses Jahr wohl problemlos geregelt werden kann, gab es von Seiten der anwesenden Anwohner klare Bekenntnisse dafür, das Freibad trotz aller Schwierigkeiten zu erhalten. „Aufgrund der aktuell guten Haushaltslage sind die Defizite noch zu verkraften, sofern keine größeren Schäden auftreten und die Folie intakt bleibt“, machte Volker Carstensen deutlich. Er will klären, ob eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung möglich ist oder andere Ideen in Frage kommen, die unter anderem die Säuberung des Bades deutlich erleichtern könnten.

So wie es jetzt aussieht, werden die Norstedter mit der großen Hoffnung in die nächste Badesaison starten, dass alles gut geht. Und vielleicht spricht es sich ja auch herum, dass man hier im Sommer nett schwimmen gehen kann, und es kommen entsprechend mehr Besucher und Urlauber aus den umliegenden Dörfern. Eine Ausschilderung zum Bad am Schoolstieg gibt es bislang allerdings noch nicht.


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Beschlossen wurde unter anderem, den durch große Pfützen beeinträchtigten Grönen Weg in Spinkebüll für 3.500 Euro instand setzen zu lassen und die Straße Südermoor für rund 29.000 Euro mit einer neuen Deckschicht versehen zu lassen. Anwohner des Baugebietes wünschen sich die Entfernung des nicht mehr benötigten Gastanks, um dort zusätzliche Parkplatzflächen zur Verfügung zu haben. Außerdem wurde angeregt, für den Gemeinderaum einen Belegungsplan zu erstellen, der auf der Internetseite der Gemeinde einsehbar ist. Das dort von einigen Nutzern offenbar stark geraucht wird, wurde von mehreren Seiten moniert.

Bürgermeister Carstensen teilte mit, dass der historische Dingstock (1670) an das Nordfriisk Instituut in Bredstedt übergeben wurde und dort künftig in einer Ausstellung zu sehen sein wird. Für den Jugendgemeinderat gab dessen Vorsitzender Gunnar Jensen bekannt, dass die derzeit vornehmlich von Jugendlichen genutzte Hütte am Schlagweg künftig vermehrt auch den jüngeren Kindern zur Verfügung stehen soll. Probeweise sind für den 8. und 22. April jeweils ab 15 Uhr Schnupper-Nachmittage mit Spiele-Angeboten geplant.



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