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Von Gewerbegebiet bis Schullandschaft : Investitionen in Tönnings Zukunft

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zahlreiche Projekte sollen die Attraktivität der Eider-Stadt für Gewerbetreibende und Einwohner sichern. An seinem letzten Bürgerinformationsabend erläuterte Stadt-Chef Frank Haß die Vorhaben.

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erstellt am 26.Nov.2014 | 13:00 Uhr

In Tönning wird in den nächsten Jahren viel bewegt – doch derjenige, der die vielen Projekte auf dem Bürgerinformationsabend in der Stadthalle vortrug, wird nicht mehr aktiv dabei sein. Für Bürgermeister Frank Haß war es die letzte Veranstaltung dieser Art als Chef der Verwaltung, am 31. Dezember endet seine Amtszeit. Seine Nachfolgerin ist Dorothe Klömmer, die im Publikum saß. Seinem Vortrag war es jedoch nicht anzumerken, dass er geht. Engagiert wie eh und je trug Haß die Vorhaben vor – von der Erneuerung der Obdachlosenunterkunft für 350.000 Euro (Zuschuss: 310.000 Euro) bis zum Meerwasser-Freibad (wir berichteten), vom neuen Gewerbegebiet in der Gardinger Chaussee bis zur Ortsgestaltungs-Satzung. Mit viel Lob für Haß eröffnete Bürgervorsteher Stefan Runge die Versammlung. „Du hast viel für diese Stadt getan. Deine Amtszeit war ein Glücksfall für Tönning. Wir hätten gern noch länger mit Dir zusammengearbeitet.“

Haß hinterlässt Dorothe Klömmer ein breites Betätigungsfeld, das wurde in der gut dreistündigen Veranstaltung, zu der gut 250 Bürger kamen, deutlich. So soll die Gemeinschaftsschule zu einer Schul- und Sportlandschaft ausgebaut werden. Der Platz an der Friedrichstädter Chaussee soll in den Rieper Weg verlegt werden. Ein Grundstück hat die Stadt erworben. „Das hat Bedeutung für die gesamte Region. Wir konzentrieren hier mit Schule, Sport und Kindergarten Bildung in einem Bereich. Es ist die Gelegenheit, etwas Einzigartiges zu schaffen.“ Dass Tönning als Schulstandort auf einem guten Weg ist, untermauerte er mit steigenden Schülerzahlen, 2010 waren es 640, 2014 schon 740.

Nicht nur die Schullandschaft ist ein Pfund, mit dem Tönning bei künftigen Bürgern wuchern kann. Auch das Krankenhaus, die Kindergärten, Gewerbe- und Wohngebiete zählte Haß auf. „Eine Stadt wird nur nachgefragt, wenn das Angebot stimmt. Deswegen konzentrieren wir hier alles, was möglich ist.“ Das sei wichtig, auch um Kaufkraft in die Stadt zu holen. An der Zukunft der Stadt wird derzeit kräftig gearbeitet. Es wird unter Moderation von Prof. Dr. Stefano Di Petro von der Fachhochschule Westküste ein Stadtleitbild erstellt. Beteiligt sind Politik, Verwaltung, der Gewerbeverein, die Kirche, das Multimar, die Schulen, der Seniorenbeirat, der sich ebenfalls bei dem Infoabend vorstellte, Vereine, der Touristbetrieb, der Jugendbeirat, die Arbeiterwohlfahrt, der Naturschutzbund und die Nationalparkverwaltung. Denn: „Wer kein Ziel hat, kann auch nicht ankommen“, sagte Haß.

Zu einer guten und gepflegten Infrastruktur gehört auch ein ansprechendes Äußeres einer Stadt. Daher wird auch die Ortsgestaltungs-Satzung zum Erhalt des historischen Stadtbilds aktualisiert. „So können wir störende Neubauten verhindern.“ Damit befassen sich die Stadtvertretung und ihre Ausschüsse, so Haß.

Der Bürgermeister ging auch auf die Diskussion um die Schulden ein. Viele seien auf Investitionen zurückzuführen, es würde also auch Werte geschaffen. Er erinnerte an die maroden Straßen und Bürgersteige, die nun alle saniert wären. „Wenn nicht in die Infrastruktur investiert wird, verliert die Stadt an Attraktivität und damit an Kaufkraft.“ Im übrigen würden jedes Jahr Schulden abgebaut, sagte er und untermauerte das mit Diagrammen auf der Leinwand. Zuvor hatte er bereits die Anschaffung eines Reisebusses mit Sicherheitsgurten, Ledersitzen und Fernseher für den Schülertransport aus Dithmarschen erklärt. „Wir haben ihn aus einer Konkursmasse in Italien zum Preis eines ausrangierten Linienbusses gekauft.“ Und zu der Diskussion um die mögliche Anschaffung von Containern für künftige Klassen in der dreijährigen Testphase der Oberstufe (bis Sommer 2017) hatte er erklärt, dass das Geld dafür vorsichtshalber im Haushalt eingestellt sei, dass heiße aber nicht, dass es auch ausgegeben werde. Die nächste elfte Klasse solle noch im Gebäude untergebracht werden.

In der Veranstaltung warb Ole Singelmann für die Beteiligung an der Bürger-Breitband-Netzgesellschaft (BBNG). Er ist deren Vorsitzender im Aufsichtsrat. Ein Termin für die Anbindung der Stadt an das schnelle Internet steht allerdings noch nicht fest. Haß betonte, dass der Anschluss wichtig für die Zukunft der Stadt ist.

Außerdem ging er noch kurz auf den geplanten Grill-, Spiel- und Freizeitbereich am Freizeitpark ein, er soll 42.000 Euro kosten, dafür gibt einen Zuschuss von 50 Prozent. Ferner wird möglicherweise der Campingplatz erweitert. Und Haß stellte die geplanten Mietwohnungen an der Badallee vor.

Zwei ernste Ermahnungen gab er seinen Bürgern mit auf den Weg. „Rettungswege und Feuerwehrzufahrten zu zuparken, ist rücksichtslos gegenüber denjenigen in Not.“ Und dass vor allen Dingen Bürgerinnen gewisse Sachen in der Toilette entsorgen, hat die Stadt in diesem Jahr 20.000 Euro gekostet. Die Hauptleitung zum Klärwerk war dermaßen verstopft, wie Haß berichtete, dass sie mit starkem Druck freigeblasen werden musste.

 

 

 

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