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Info-Haus in Lüttmoorsiel : Integrierte Station wird teurer als gedacht

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die geplante Bildungseinrichtung in Lüttmoorsiel, eine Integrierte Station des Zweckverbandes Beltringharder Koog, soll mehr Raum für Ausstellungen bieten. Die Bausumme verdoppelt sich auf fast 1,3 Millionen Euro.

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erstellt am 21.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Größer, höher, besser soll die Integrierte Station des Zweckverbandes Beltringharder Koog in Lüttmoorsiel werden, aber auch in das Landschaftsbild passen. Vieles, was dort im großen Ausstellungsraum über das Wattenmeer beschrieben wird, kann nach derzeitiger Planung von den Besuchern auch beim Blick über den Deich in Augenschein genommen werden. „Denn“, skizziert Edgar Techow als Vorsteher des Zweckverbands, „das zweigeschossige Gebäude auf dem Dach ist begehbar.“ Zur Sitzung waren auch die Verantwortlichen der betroffenen Gemeinden des Beltringharder Koogs eingeladen sowie der Vorsteher des Amtes Nordsee-Treene, Ralf Heßmann, Bredstedts Bürgermeister, Knut Jessen, der Amtsvorsteher Mittleres Nordfriesland, Hans-Jakob Paulsen, und Husums Bürgermeister Uwe Schmitz sowie Karl-Peter Tadsen als stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Naturschutz und Landschaftspflege Mittleres Nordfriesland.

Was ausgestellt wird, muss laut Techow in einem Arbeitskreis gemeinsam besprochen werden. Schwerpunkt sei der Beltringharder Koog und die Halligen. Denn: Die Inhalte der Ausstellungen in Lüttmoorsiel stehen nicht in Konkurrenz zu den Angeboten im Amsinck-Haus oder des Naturzentrums in Bredstedt, sondern werden für Touristen und Nordfriesen als Ergänzung respektive Zusatz angeboten, stellt Techow nochmals heraus. Die Nationalpark-Service GmbH soll – wie bereits berichtet – Mieter dieser so genannten weiteren Perle der Westküste werden. Der Geschäftsführer der Gesellschaft, Dr. Gerd Meurs, und Dr. Edgar Techow versicherten, dass es für den Zweckverband als Bauherren ein „Nullsummen-Spiel“ würde. Einnahmen und Kosten stünden in einem ausgeglichenen Verhältnis.

Die Mitglieder des Zweckverbands Beltringharder Koog beschlossen erneut einstimmig, dass die modifizierte Planung für die Integrierten Station umgesetzt werden soll. Laut erster Schätzung sollten die Kosten bei 700  000 Euro für eine Fläche von 230 Quadratmetern liegen, die zu 100 Prozent vom Land finanziert werden. Jedoch sind durch die gewollte Erweiterung auf 350 Quadratmeter mit jeweils zwei zusätzlichen Schlaf- und Büroräumen nun eine Bausumme von 1,3 Millionen Euro veranschlagt. Aber sowohl die optischen Variante (siehe Bilder) sowie die Baumaterialien müssen zunächst noch erörtert werden.

Die beauftragten Architekten des Bredstedter Büros Dethlefsen und Lundelius nutzen die vorhandene Infrastruktur. Die sanitären Anlagen werden erweitert und modifiziert. Das Büro plant ausreichende Parkflächen mit einer Wendemöglichkeit für Busse. Dem Passivhaus, das durch eine Photovoltaik-Anlage mit eigenem Strom versorgt werden könnte, gehören ein Ausstellungsraum mit 100 Quadratmetern, Arbeits- und Wohnbereiche an. In der Ausstellung können auch Vorträge, Lesungen oder Gemeinderats-Sitzungen mit bis zu 80 Leuten abgehalten werden. Zusätzlich soll die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz im Beltringharder Koog im Gebäude einen Platz bekommen.

„Wie das Amsinck-Haus soll die Integrierte Station zur Perlenkette an der Westküste gehören. Als Flaggschiff gilt das Multimar-Wattforum in Tönning“, verdeutlicht Meurs. Für ihn ist wichtig, dass Wünsche umliegender Gemeinden berücksichtigt werden. Ferner funktionierten die Integrierten Stationen auch als Bildungseinrichtung für alle.

In Lüttmoorsiel sollen laut Dr. Edgar Techow bis zu acht Arbeitsplätze im Erdgeschoss entstehen – auch behindertengerecht. Vier Schlafräume auf zwölf Quadratmeter im Obergeschoss sind jeweils zu zweit nutzbar. Der Wohnbereich, die Bäder und eine Dachterrasse sollen für die drei bis vier jungen Menschen aus dem Bundesfreiwilligendienst eine angemessene Atmosphäre schaffen, erklärte der Vorsteher. Denn sie sollen dort im Wechsel an sieben Tagen das gesamte Jahr arbeiten und wohnen. Über einen möglichen Sichtschutz im Obergeschoss der Station, der einen Blickkontakt zwischen Besuchern und „Buftis“ unterbindet, wird aufgrund unterschiedlicher Meinungen noch nachgedacht

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