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Konferenz auf Pellworm : Insulaner fordern Notfallkonzepte

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die zuverlässige medizinische Versorgung ist ein zentrales Thema für die Bewohner der Inseln und Halligen. Ihre Insel- und Halligkonferenz tagte jetzt auf Pellworm.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2015 | 11:30 Uhr

Aktuelle und drohende Einschnitte in der Gesundheitsversorgung für Nordfriesland brennen den Bewohnern der Inseln und Halligen naturgemäß besonders auf den Nägeln. Für sie sind eine umfassende medizinische Versorgung und Notfallkonzepte geradezu von existenzieller Bedeutung. Das brisante Thema nahm denn auch jetzt bei der 36. Mitgliederversammlung der Insel- und Halligkonferenz auf Pellworm breiten Raum ein.

Als Mitglied der Lenkungsgruppe des finanziell angeschlagenen Klinikums Nordfriesland berichtete Kreispräsident Heinz Maurus von der ständigen und schwierigen Herausforderung, für eine gute qualitative Krankenhaus-Versorgung in Nordfriesland zu sorgen. „Zur langfristigen und zukunftssicheren Daseinsvorsorge brauchen wir für die Inseln und Halligen ein zuverlässiges medizinisches Notfallkonzept“, mahnte der Pellwormer Amtsvorsteher Matthias Piepgras an. Heidi Braun, Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum, bekräftigte, „dass auch die medizinische Grundversorgung gesichert werden muss“. Dazu gehört auf Föhr auch der Erhalt des Krankenhauses und seinen Synergien mit den anderen medizinischen Einrichtungen auf der Insel.

Die Mitglieder der Insel- und Halligkonferenz verabschiedeten auf Pellworm denn auch nach eingehender Beratung eine Resolution an den Kreis Nordfriesland und das Land Schleswig-Holstein. Darin fordern sie unter Einbeziehung der Krankenkassen umgehend „die Erstellung eines nachhaltigen und zuverlässigen Notfallkonzepts für die medizinische (Notfall-)Versorgung, das auch kreisübergreifend wirkt“.

Der Empfehlung des Helgoländer Bürgervorstehers Peter Botter, sich als Insel- und Halligkonferenz „auf zwei bis drei Kernthemen im Jahr zu konzentrieren und Themen zu bündeln“, fand einer Mitteilung zufolge allgemeine Zustimmung. Als derzeit wichtige gemeinsame Themen wurden festgehalten: medizinische Notfallkonzepte und ein umfassendes Risiko- und Krisenmanagement für jede Insel und Hallig.

Stets aktuelle Themen bietet auch der Küstenschutz, verdeutlichte Dr. Johannes Oelerich, Direktor des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz, anhand der vom Landeskabinett veröffentlichten „Strategie Wattenmeer 2100“. An dem Konzept hatte als einer der regionalen Interessenverbände ebenfalls die Insel- und Halligkonferenz mitgearbeitet. Das Strategiepapier weist den Weg für künftige Maßnahmen im Küstenschutz.

Mit großem Stolz blickten die Mitglieder zurück auf die Erfolge und die bisherige gute, kooperative Zusammenarbeit. In den vergangenen zwölf Jahren sei eine Vielzahl an Themen angeschoben und bearbeitet worden. Immer wieder seien rechtzeitig Gefahren aufgezeigt worden. „Wir hatten viele erfolgreiche Jahre, auch wenn es immer noch offene Punkte gibt, wie die Forderung nach einer nationalen Küstenwache und einem im hohen Norden stationierten Notfallschlepper“, so der Vorsitzende Manfred Uekermann.

„Mit ebenso viel Elan wie in den vergangenen Jahren werden wir weiterhin gemeinsam die Herausforderungen anpacken. Da sind sich die Mitglieder einig“, betonte sein Stellvertreter Paul Raffelhüschen. Und Geschäftsführerin Natalie Eckelt freut sich über die positive Energie, die auf der Tagung zu spüren gewesen sei: „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt.“

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