Husumer Shopping-Center : Ins traditionelle Stadtbild eingepasst

So soll die Fassade des Shopping-Centers in der Großstraße zwischen Schwan-Apotheke (rechts) und Commerzbank-Gebäude nach derzeitigem Stand aussehen.
So soll die Fassade des Shopping-Centers in der Großstraße zwischen Schwan-Apotheke (rechts) und Commerzbank-Gebäude nach derzeitigem Stand aussehen.

Die Pläne für das neue Einkaufszentrum in der Husumer City sind überarbeitet und im Rathaus der Öffentlichkeit vorgestellt worden. Erstmals wurde auch der Entwurf der Fassade gezeigt.

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27. Mai 2015, 12:00 Uhr

Ob es nun „Mare“ heißen wird, wie es der Vorsitzende des Umwelt- und Planungsausschusses Dr. Ulf von Hielmcrone (SPD) im Januar vorgeschlagen hat, oder einen anderen Namen bekommt: Die Pläne für das große Einkaufszentrum nehmen Gestalt an. Martin Mörl, Geschäftsführer des Hamburger Einzelhandels-Spezialisten Prelios Immobilien Management, und Diplom-Ingenieur Ekkehard Voss vom Hamburger Büro NPS Tchoban Voss enthüllten jetzt das, was die Bürger wohl am meisten interessiert – die Fassadenansichten in der Groß- und der Schlossstraße.

Vertikal gegliedert, soll sich der Frontbereich in der City dem Stadtbild anpassen – traditionell gestaltet, aber ohne künstlich auf alt getrimmt zu werden, erklärte Voss, der für die Architektur der Anlage verantwortlich zeichnet. Vom Gebäude der Commerzbank im Westen bis zur Schwan-Apotheke im Osten wird sich ein abgestuftes Bild ergeben mit einem großzügig gestalteten, repräsentativen Eingangsbereich. „Obwohl der Verkaufsfläche kosten wird. Als Architekt ist man aber froh, auch einmal so planen zu dürfen“, sagte Voss. Die Villa Fabelhaft wird wie das frühere Hertie-Gebäude dafür abgerissen.

Während die gezeigten Skizzen der Südseite auf wohlwollende Zustimmung seitens der Ausschussmitglieder stießen, konnten sich die Politiker für die Ansicht vom Norden aus weniger erwärmen. Hier hatten die Planer seit der ersten Präsentation im Januar schon zahlreiche Veränderungen vorgenommen und nach „intensiver Zusammenarbeit mit dem Bauamt die Vorschläge der Stadt eingearbeitet“, wie Mörl erläuterte. Doch die angedachte Metallverkleidung oberhalb der Zufahrtsebene konnte nicht wirklich überzeugen. „Das sieht ja dann aus wie eine Fabrikhalle“, monierte von Hielmcrone.

Auf breite Zustimmung stieß dagegen die Verlegung der Anlieferungsrampe unter die Erde und der Verzicht auf das oberste Parkdeckgeschoss, was die Bauhöhe an der Schlossstraße von 14 auf elf Meter senkt. Stattdessen zogen die Architekten nun ein Parkdeck über die komplette Mall, um den Wegfall der Stellflächen zu kompensieren. Beleuchtet werden soll das obere Parkdeck durch Poller statt durch Masten. Ohnehin darf an der Nordseite nur wenig Licht aus der Anlage dringen, denn die Denkmalschutzbehörde hat den Planern vorgegeben, dass Schloss und Torhaus nicht überstrahlt werden dürfen. „Andererseits muss die Zufahrt für die Kunden in der Schlossstraße auch deutlich sichtbar sein“, so Voss. „Wir müssen uns überlegen, wie wir das hinbekommen.“

Neben der Schlossstraßen-Zufahrt können die Besucher des Shopping-Centers die Parkdecks auch vom Quickmarkt aus erreichen. „Hier soll zudem eine Amphitheater-Treppe für den Zugang der Fußgänger sorgen“, führte Voss aus. Und einen Aufzug gebe es natürlich auch, schließlich werde barrierefrei gebaut. Radfahrer sollen hier ebenfalls Stellplätze vorfinden.

„Die Vermietung macht ebenfalls gute Fortschritte“, ergänzte Mörl. Jetzt sei Tempo gefragt, um die organisatorischen Voraussetzungen für das Projekt zu schaffen. „Bitte arbeiten Sie schnell an den Genehmigungsverfahren“, appellierte er an die Stadtpolitiker. Die nahmen sich die Aufforderung zu Herzen und segneten schon mal einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauuungsplan ab. Mitte dieses Jahres wird es dazu noch eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben und im ersten Quartal 2016 soll der Satzungsbeschluss stehen. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2018 geplant.

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