Zeit zum Gedankenaustauasch : Info aus erster Hand beim Empfang

Gute Stimmung beim Empfang des HGV, Vorsitzende Betina Smesters (r.).
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Gute Stimmung beim Empfang des HGV, Vorsitzende Betina Smesters (r.).

Der Handels- und Gewerbeverein Mildstedt-Simonsberg-Südermarsch hielt seinen Jahresempfang in Mildstedt ab. Neben dem Bürgermeister informierte auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

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26. Januar 2015, 13:00 Uhr

In nicht ganz so großer Runde wie in den Vorjahren, aber mit der gleichen guten Stimmung: Der Neujahrsempfang des HGV Mildstedt-Simonsberg-Südermarsch ist stets ein besonderes Ereignis. „Leider sind diesmal einige Gäste durch Parallelveranstaltungen verhindert“, bedauerte die Vorsitzende Betina Smetsers zu Beginn. Dann trat Mildstedts Bürgermeister Bernd Heiber ans Mikrofon und gab einen umfassenden Rückblick. Zunächst entschuldigte er das Fehlen von Amtsvorsteher Ralf Heßmann, der ebenfalls einen anderen Termin wahrzunehmen hatte. „Neben den vielen Routineaufgaben in der Gemeinde gab es doch wieder einige größere Maßnahmen. Wir hatten sehr große Probleme mit Kurzschlüssen bei der Straßenbeleuchtung – verursacht durch Baggerarbeiten. Der Deich- und Hauptsielverband hat die Oberflächenentwässerung in Mildstedt übernommen, dabei gab es einige Probleme, auch mit der Abwasserbeseitigung – hier ist die Grenze der Aufnahmekapazität oft erreicht, manchmal sogar überschritten.“ Heiber führte aus, dass allein an der Schule Brandschutzmaßnahmen für rund 100000 Euro erforderlich geworden waren. Immer noch müsse nach dem Orkan „Christian“ Totholz aus den Baumkronen entfernt werden. Er dankte der Freiwilligen Feuerwehr für den steten Einsatz und kam auf das Thema 380-kV-Höchstpannungsleitung zu sprechen. „Der Bürgerdialog war sehr gut und frühzeitig, jedoch sind nicht alle Absprachen mit den betroffenen Grundeigentümern in den ausgelegten Planunterlagen berücksichtigt worden. Hätte man das den Betroffenen gleich mitgeteilt und darauf hingewiesen, wie man weiter verfährt, wäre viel Unmut vermieden worden. So ist Misstrauen entstanden und entsprechende Einsprüche müssen verfasst werden, um die Belange durchzusetzen.“ Gemeinsam mit dem Amt Nordsee-Treene sei eine Stellungnahme verabschiedet worden. „Wir werden einen städtebaulichen Vertrag vor Baubeginn abschließen, um möglichst keine Schäden auf Kosten der Gemeinde zu haben.“ Bürgermeister Heiber zählte einige Maßnahmen auf, die in diesem Jahr die Gemeinde beschäftigen werde. Darunter unter andrem die Umstellung der letzten 150 Straßenlaternen auf LED und natürlich den Bau der Schulmensa. Als Schulträger stehe die Gemeinde in der Plicht. Die Investitionssumme belaufe sich auf bis zu 1,4 Millionen Euro. „Noch haben wir unsere Finanzen gut im Griff, der Haushalt 2015 ist ausgeglichen.“

Anschließend überbrachte Dr. Matthias Hüppauff, Geschäftsführer der „Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland mbH, gute Nachrichten: „Schleswig-Holstein war Vorjahr mit drei Prozent Wachstum auf Platz 1 aller Bundesländer – und ich möchte behaupten, Nordfriesland lag dabei im vorderen Drittel. Für das Baugewerbe war es ein Top-Auftragsjahr. Ich habe einige Unternehmer gesprochen, die haben gesagt: So ein Bombenjahr hatten wir noch nie. Es gehen uns zum Teil die Fachkräfte aus – vor zehn Jahren war das genau umgekehrt.“ Zum Bereich Tourismus sagte er, dass Nordfriesland weiter zu den Top-Regionen gehöre. Stichwort Windkraft: „Wir haben im Kreisgebiet 600 Mühlen stehen, wir rechnen mit 250 weiteren Anlagen in Nordfriesland. Wir rechnen mit 500 Millionen Euro, die da investiert werden, und wir haben 3000 Jobs im Windkraftbereich.“ Zum Thema Einzelhandel unterstrich Dr. Hüppauff, dass er mit Sorge beobachte, dass der Einzelhandel außerhalb der Städte stattfinde. Klar sei, dass die Konkurrenz schärfer werde. Deutlich sprach Hüppauff den Aderlass durch den Wegfall von 1700 Dienstposten der Bundeswehr an. Bei 50  000 Sozialversicherungspflichtigen in Nordfriesland entspreche dies drei Prozent.

Im Anschluss an die ausführlichen Ausführungen berichtete die HGV-Vorsitzende Betina Smetsers, dass der TSV Mildstedt 350 Euro aus dem Weihnachtsbaumverkauf erhält. Der traditionelle HGV-Weihnachtsmarkt im Zentrum soll 2015 am ersten Adventssonntag gemeinsam vom HGV und dem Pächter des Landgasthofes Kirchspielskrug auf die Beine gestellt werden. Dann war es soweit – das große Bufett wurde freigegeben. Innerhalb der nächsten Stunden nutzten viele Teilnehmer, darunter auch Vereinsvertreter, die Gelegenheit zu Gesprächen abseits der Politik und fester Regularien.

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