Finanzamt Nordfriesland : In vier Jahren heißt es Koffer packen

Das Finanzamt in Husum wird durch einen Anbau erweitert. 90 Beschäftigte kommen hinzu und die Zahl der Mitarbeiter in der Storm-Stadt steigt auf insgesamt 170 an.
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Das Finanzamt in Husum wird durch einen Anbau erweitert. 90 Beschäftigte kommen hinzu und die Zahl der Mitarbeiter in der Storm-Stadt steigt auf insgesamt 170 an.

Es gehts ums Finanzamt Nordfriesland. 2019 sollen die ersten Mitarbeiter des Standortes Leck in den Erweiterungsbau der Storm-Stadt umziehen.

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08. Januar 2015, 17:00 Uhr

Bereits im März 2014 war die Entscheidung gefallen: Das Finanzamt Nordfriesland, bisher auf die Standorte Leck und Husum aufgeteilt, wird an einem Ort konzentriert – und der wird die nordfriesische Kreisstadt sein. „Dass ein Amt zwei Standorte hat, gibt es häufiger“, erläuterte Dirk Lahrssen vom Finanzministerium in Kiel vor Husumer Lokalpolitikern. Die nordfriesische Lösung aber, 2005 aus der Zusammenlegung der beiden eigenständigen Ämter Leck und Husum hervorgegangen, habe von Anfang an in der Kritik des Landesrechnungshofes gestanden.

„Da Doppelstrukturen immer zu organisatorischen Reibungsverlusten führen, hat das Ministerium eine Überprüfung aller betroffener Ämter bis 2020 angeordnet. Und das Amt NF weist eine ganz besondere Problematik auf, denn es verteilt sich nicht nur auf zwei Orte, die zudem noch 40 Kilometer voneinander entfernt sind, sondern auch auf insgesamt sieben Gebäude.“

Die Überprüfung, im Jahr 2013 von einer Arbeitsgruppe unter Leitung von Landrat Dieter Harrsen vorgenommen, habe dann ergeben, dass Husum als Mittelzentrum bei der angestrebten Konzentrierung langfristig die besten Perspektiven biete. „Wobei die besondere Situation von Leck, wo ja schon viel Bundeswehr abgezogen worden ist, durchaus besondere Beachtung gefunden hat.“ Daher liege die Betonung bei der Neuorganisation auch auf „langfristig“: „Den ersten Schritt der Konzentration machen wir nicht vor 2019“, so Lahrssen. Dann werde der geplante Anbau am Gebäude des Amtes in Husum für 90 Beschäftigte fertig gestellt und die Anzahl der Liegenschaften von sieben auf drei reduziert sein. „170 Mitarbeiter haben dann in Husum Platz und 80 Stellen bleiben noch in Leck.“ Im Moment würden sich die derzeit noch 270 Mitarbeiter jeweils zur Hälfte auf beide Standorte aufteilen, und so würde dieser erste Schritt aus heutiger Sicht schon einem „Quantensprung“ gleichkommen. Wann der zweite Schritt folge, sei noch völlig unklar: „Die zuständige Projektentwicklungsgruppe in Kiel hat hier völlig bei Null angefangen und befasst sich erst einmal mit den künftigen Gebäuden“, erläuterte Lahrssen. Schließlich spiele auch die Sicherheit in Behörden eine wichtige Rolle, ergänzte er mit Blick auf den Mord an einem Finanzbeamten am 1. September 2014 im Rendsburger Finanzamt.

Die Husumer Politiker zeigten sich erfreut über die Aussichten. „Es muss aber nicht nur in Hinblick auf Sicherheit geplant werden, sondern auch auf Kundenfreundlichkeit“, mahnte SPD-Fraktionschef Horst Bauer. Schließlich sei es zum Beispiel mit der Barrierefreiheit im derzeitigen Husumer Amt nicht weit her. Und Husums Bürgermeister Uwe Schmitz freute sich nicht nur darüber, dass die Neuorganisation nun im Sinne der Storm-Stadt auf den Weg gebracht worden sei, sondern auch über die „besonnene und sachliche Art, wie die Entscheidung auf rationaler Grundlage gefällt“ worden sei: „So ein Wettbewerb ist nicht immer schön für die beteiligten Gemeinden, da spielen dann schon starke Emotionen eine Rolle.“

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