Museums-Projekt in Husum : In Lüttsum sind die Kleinen die Großen

Die Vorbereitungen laufen: Melanie Manske, Franziska Horschig und Bernd Biermann freuen sich auf viele kleine Lüttsumer Bürger.
Die Vorbereitungen laufen: Melanie Manske, Franziska Horschig und Bernd Biermann freuen sich auf viele kleine Lüttsumer Bürger.

Auf dem Innenhof des Nordsee-Museums entsteht eine Kinderstadt, die vom Nachwuchs eigenverantwortlich geführt werden soll. Die Anmeldung erfolgt über den Ferienpass des Kinder- und Jugendforums Biss.

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22. Juli 2015, 07:00 Uhr

Mal angenommen, Kinder hätten das Sagen .  .  . sie dürften entscheiden, wie Häuser aussehen, wie die Stadtverwaltung funktionieren sollte und was in der Zeitung steht. Von Montag, 27. Juli, bis Freitag, 7. August, haben die kleinen Husumer tatsächlich die Chance, das mal auszuprobieren.

Im grünen, geschützten Innenhof des Nordsee-Museums wird die Kinderstadt „Lüttsum“ aufgebaut. Hier entscheiden Kinder von sieben bis zwölf Jahren, wie die Gebäude ihrer Stadt aussehen sollen. Assistiert von zahlreichen Betreuern und mit Hilfe der Zimmermänner von Haselund Holzhäuser bauen sie ihre Häuser, dekorieren sie und betreiben dort ein aktives Stadtleben. Es wird ein Rathaus, eine Schneiderei, ein Kulturhaus, eine Gärtnerei, ein Atelier und eine Möbelwerkstatt geben. In den angrenzenden Räumlichkeiten des Nissenhauses werden außerdem eine Zeitungsredaktion, eine Radiostation, eine Bibliothek und der Lüttsumer Krug untergebracht. Und dann liegt es in der Hand der kleinen Stadtbewohner, ihr Lüttsum zum Leben zu erwecken.

Die Kinderstadt hat montags bis freitags von 10 bis 15.30 Uhr geöffnet. Bevor die Kleinen jedoch nachmittags zurück in die Stadt der Erwachsenen gehen, sind die Großen erst einmal eingeladen, mit ins Lesezelt zu kommen, wo täglich ab 15 Uhr bekannte Husumer aus ihren Lieblingsgeschichten vorlesen. Und am letzten Tag dürfen sich alle auf die große Abschlussparty freuen. Als besonderer Höhepunkt werden die Stadthäuser am Ende versteigert, so dass die Eltern der Lüttsumer womöglich bald eine neue Immobilie im Garten stehen haben.

„Wir beschreiten hier absolutes Neuland und sind sehr gespannt, wie die Kinder ihre Stadt gestalten werden“, sagt Franziska Horschig, Museumspädagogin des Nordsee-Museums. Und Bernd Biermann, Stadtjugendpfleger des Kinder- und Jugendforums Biss, ergänzt: „Durch das Projekt können wir die Kinder an das Museum als interaktiven Spielraum heranführen.“ Das Gemeinschaftsprojekt des Nordsee-Museums und des Biss fördere eigene Ideen und Kreativität sowie demokratisches und eigenverantwortliches Handeln. Die Anmeldung erfolgt über den Ferienpass des Biss, die Teilnehmerzahl ist jedoch begrenzt.

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