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Schwimmunterricht in Husum : In jungen Jahren sicher im Wasser

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zu wenig Grundschüler im Land lernen Schwimmen, moniert die DLRG – aber in Husum sieht das zum Glück ganz anders aus.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 09:00 Uhr

Immer weniger Kinder in Schleswig-Holstein bekommen Schwimmunterricht, so das Fazit von Thies Wolfhagen. Der Landesgeschäftsführer der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) teilte im Sommer in einem Bericht mit, dass 59 Prozent der Zehnjährigen im Land nicht sicher im Wasser seien. Und das liege unter anderem daran, dass an insgesamt 120 Grundschulen kein Schwimmunterricht erteilt werde.

Anders als in der landesweiten Statistik sieht es in Husum aus: Hier bieten alle vier Grundschulen Schwimmunterricht an. „Unsere ersten Klassen gehen einmal in der Woche ins Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk zur Wassergewöhnung“, berichtet Christiane Rudolph, Leiterin der Bürgerschule. Die Zweitklässler hingegen gehen wöchentlich ins Hallenbad zum Schwimmunterricht. „Viele machen das Seepferdchen oder das Übungsschwimmabzeichen in Bronze, einige wenige sogar in Silber“, weiß die Schulleiterin. Diese Regelung gebe es schon mindestens, seitdem Rudolph an der Schule ist – also seit 16 Jahren.

Auch an der Iven-Agßen-Schule wird Schwimmunterricht wöchentlich angeboten, allerdings erst in der vierten Klasse. In der Klaus-Groth-Schule gehen auch die Zweitklässler schwimmen. „Wir haben zur Zeit 71 Zweitklässler, die sich die wöchentlichen Schwimmstunden teilen müssen. Es gehen immer zwölf gleichzeitig“, sagt Schulleiterin Andrea Bruhn. Zudem bietet die Grundschule nachmittags Förderschwimmen für Drittklässler an, die noch nicht schwimmen können. Dann gibt es noch eine Kooperation mit der Rungholtschule für Nicht-Schwimmer in der vierten Klasse. „Dort können wir auch immer etwa drei Kinder mitschicken. Unser Ziel ist es, dass kein Kind ohne Seepferdchen die Schule verlässt“, sagt Bruhn. Der Grund: „Wir sind eine gesunde Schule. Und wenn man an der Nordsee lebt, gehört meiner Meinung nach dazu, dass man schwimmen kann.“ Allerdings könnten ihrer Einschätzung nach heute deutlich weniger Kinder gut schwimmen als früher. „Das Problem ist: Wenn Kinder noch Angst vor dem Wasser haben, dann braucht es unglaublich lange, bis sie sich daran gewöhnt haben und schwimmen lernen können. Wenn sie bereits mutig im Nichtschwimmer-Bereich toben, geht es meistens schnell“, so Bruhn. Aus diesem Grund sei die Wassergewöhnung so wichtig.

Das sieht auch Sebastian Kuhlmann, technischer Leiter bei der DLRG Husum, so. „Grundsätzlich ist es so, dass der Schwimmunterricht in den Schulen nicht ausreichend ist“, ist er überzeugt. Wasser gehöre nicht mehr zum natürlichen Lebensraum. Deshalb sollten Kinder frühzeitig daran gewöhnt werden. „Möglichst schon, bevor das Kind schwimmen lernen soll“, so Kuhlmann. Er lobt die Arbeit derjenigen Kindergärten, die regelmäßige Besuche im Schwimmbad anbieten. Schwimmen habe keine gesellschaftliche Priorität mehr, hat Kuhlmann beobachtet. Gründe dafür sieht er unter anderem in den Ganztagsschulen sowie im vielfältigen Angebot anderer Freizeitaktivitäten. „Der regelmäßige Kontakt zum Wasser wird immer weniger.“

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