zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 16:16 Uhr

Neuer Chef im Ordnungsamt : In jungen Händen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rückblick und Ausblick: Malte Hansen hat Günter Zumach an der Spitze des Husumer Ordnungsamtes abgelöst. Sein größtes Problem ist derzeit die Unterbringung der Flüchtlinge.

von
erstellt am 13.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Hundert Tage ist er zwar noch nicht dabei, der neue Ordnungsamtsleiter Malte Hansen. Und sein Vorgänger Günter Zumach hat sich auch erst gerade so eben mit seinem neuen Dasein als Ruheständler arrangiert. Aber gerade diese Zeit des Wechsels und der Neuorientierung in der Behörde ist es wert, einmal genauer betrachtet zu werden.

Mit Zumach hat ein echtes Urgestein den Chefsessel geräumt, den er seit 2002 inne hatte. „1968 habe ich in der Stadtverwaltung angefangen – und das Ordnungsamt war schon damals meine erste Lehrstation“, sagt der 63-Jährige, der in Uelvesbüll wohnt und durch seine ehrenamtliche Arbeit beim Deutschen Roten Kreuz gleich schon wieder „einen Berg von Arbeit“ auf dem Tisch hat. 1974 zum Inspektor ernannt, leitete er von 1987 bis 2002 das Sozialamt, bevor er seine Endverwendung antrat. „Und das in einer interessanten Zeit, als die ganze Offshore-Geschichte ihren Anfang nahm und Husum Haupthafen für die Windkraftanlagen in der Nordsee werden sollte.“ Damals sei die Zeit für die geplanten großen Ziele jedoch noch nicht reif gewesen. Und dass die Entwicklung an der Storm-Stadt am Ende doch ziemlich vorbeigezogen ist, sieht er heute auch eher sportlich, denn: „In Niedersachsen ist es schließlich ja auch nicht so gut gelaufen wie erhofft.“

Spannend sei auch die Zeit vor rund einem Jahrzehnt gewesen, als die Hafentage auf der Kippe standen. „In Hamburg war eine ähnliche Veranstaltung aus der Taufe gehoben worden. Für die Dauer des Festes wollten die dortigen Behörden die Sondernutzungsgenehmigungen, die sie den Restaurants in dem Bereich für öffentlichen Grund erteilt hatten, um draußen Stühle und Tische aufzustellen, widerrufen.“ Das jedoch wollten sich die Betreiber nicht gefallen lassen – und klagten. „Einige Husumer Gastronomen wollten das im Anschluss an das Hamburger Verfahren kopieren“, erinnert sich Zumach. Doch ohne Erfolg vor Gericht: „Denn wir hatten schon bei der Erteilung unserer Sondernutzungsgenehmigungen bewusst die Zeit der Hafentage ausgespart.“

Die Hafentage hatten Zumach aber noch aus anderen Gründen Sorgen bereitet: „Vor ein paar Jahren opponierten einige Innenstadtbewohner gegen das Fest, weil sie sich durch die Lärmkulisse belästigt fühlten“, erzählt er. Zwar verstarben die drei Hafentage-Gegner, aber ihr Protest zeigt bis heute Wirkung: „Das ist der Grund dafür, warum wir einen Lärmschutzbeauftragen für das Fest haben und regelmäßig mit zwei Ordnungsamts-Mitarbeitern den Lärmpegel auf der Meile messen.“

Eine andere Baustelle musste Zumach unvollendet hinterlassen, was ihn als begeisterten Radler besonders ärgert: „Das Radverkehrskonzept hätte ich gerne noch vollständig umgesetzt“, sagt er bedauernd. „Da hätte ich mir schon gewünscht, dass das alles schneller geht.“

Nun liegt die Angelegenheit in den Händen von Malte Hansen, der darauf hinweist, dass man zumindest mit dem Fahrradschutzstreifen in der Berliner Straße gut vorankomme. „Aber meine derzeitige Hauptsorge ist die Unterbringung der Flüchtlinge.“ Dieser Bereich, der im Moment den größten Teil seiner Arbeit ausmache, habe gleich drei Dimensionen: „Eine personelle, denn wir müssen schnell und unbürokratisch reagieren, eine materielle, denn wir müssen Wohnraum finden, und eine finanzielle, denn die Gelder, die wir für die Anmietung desselben benötigen, sind im Etat nicht eingeplant. Da brauchen wir einen Nachtragshaushalt.“

Was dem 38-jährigen Breklumer, der nach seiner Ausbildung von 2000 bis 2007 im Jugendamt und danach bis Januar im Ordnungsamt des Kreises Nordfriesland tätig war, schon am Tag der Übernahme auffiel, war „die sehr gute Struktur und die große Erfahrung der Mitarbeiter“ in seinem neuen Amt. „Tatsächlich bin ich der jüngste hier“, sagt er und lacht. Wobei er ein bisschen Angst vor dem kommenden Jahr habe, wenn einige Ältere in den Ruhestand gehen und das Ordnungsamt „Kompetenz verliert“. Jedenfalls sei er froh über die „kollegiale und zugewandte Atmosphäre“, die er vorgefunden habe. Und betont, dass er vorhat, möglichst viele Jahre auf diesem Chefsessel zu verbleiben. Dass das möglich ist, hat sein Vorgänger ja nun nachhaltig bewiesen.

 

 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen