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Schüleraustausch : In Husum und die Nordsee verliebt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Junge Russinnen und Russen des Gymnasiums „Nummer 6“ in Woronesch sind Gäste der Husumer Hermann-Tast-Schule. Im nächsten Jahr starten die Nordfriesen ihren Gegenbesuch.

Ein Dutzend russische Schülerinnen und Schüler und ihre beiden Lehrerinnen aus Woronesch sind noch bis zum 25. September Gäste ihrer Hermann-Tast-Partnerschule (HTS): Dieser Austausch zwischen dem Gymnasium „Nummer 6“ (rund 600 Schüler) – in Russland werden Schulen beziffert und haben keine Namen – und der Husumer Schule (rund 1200 Schüler) bietet viele Möglichkeiten und läuft seit einigen Jahren. Freundschaften können geknüpft, die Kultur des Partnerlandes erlebt und Vorurteile abgebaut werden, schwärmt die Verantwortliche für den Austausch, die Deutsch- und Russischlehrerin Ewa Lukasiewicz. Lehrerin Lidiia Tscherbatych pflichtet der Kollegin von der HTS bei: „Es ist großartig, die deutsche Sprache und Deutschland kennenzulernen.“

Den Kontakt zu Woronesch – einer Stadt mit gut einer Million Einwohner, rund 490 Kilometer Luftlinie von Moskau entfernt – hatte Schleswig-Holsteins früherer Ministerpräsident, der Nordfriese Peter Harry Carstensen vermittelt.

Die russischen Oberstufenschüler lernen seit der zweiten Klasse Deutsch und fühlen sich in ihren Gastfamilien wohl. Schülerin Mariia Lankina: „Wir haben keine Angst vor dem Sprechen, weil alle sehr nett sind und uns respektieren.“ Als „schöne und romantische Stadt“ sei ihnen Husum ans Herz gewachsen, betont Mitschülerin Veronika Karchesvskaia.

In den insgesamt zehn Tagen ihres Aufenthalts haben die jungen Russinnen und Russen bei Exkursionen nach Hamburg, Sylt oder bei einer Stadtrallye in der Storm-Stadt einiges über Fischbrötchen, deutsche Fußballkultur und Architektur gelernt. Arbeitsaufträge führten sie auf den Husumer Wochenmarkt und in Geschäfte, um Lebensmittelpreise herauszufinden, zudem sollten sie „Lücken“ in dem Gedicht „Die Stadt“ von Storm füllen.

Von den Unruhen in der Ukraine seien sie weit entfernt: „Das geht uns nichts an. In Woronesch ist alles normal“, verrät Lidiia Tscherbatych.

Dass es in der HTS eine Mensa gibt, die von Eltern betreut wird – das warme Essen für die Offene Ganztagsschule wird angeliefert – hat die Gäste aus Woronesch begeistert. „Es ist in Russland nicht üblich, dass Eltern das Essen vorbereiten“, erklärt Tscherbatych. Auch das musikalische Angebot bei ihren Gastgebern schätzen die Jugendlichen sehr, da im Musikunterricht in Russland „nur gesungen“ und keine Instrumente gespielt werden.

Die meisten der Schülerinnen wollen später Germanistik studieren und noch häufiger nach Deutschland kommen. Schon jetzt freut sich Mariia Lankina auf den Gegenbesuch der Nordfriesen: „Wir erwarten euch im Mai.“

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