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Polizeistatistik : In Husum lebt es sich relativ sicher

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Chefs von Polizei und Kripo ziehen für Husum eine relativ positive Bilanz. Nur die hohe Zahl an Wohnungseinbrüchen ragt in der Statistik auffällig heraus.

Ein unsicherer Ort ist die Storm-Stadt nicht: „Es gibt keine Stelle, von der ich sagen möchte, da sollte man abends nicht hingehen“, ließ Sven Knies, Leiter der Husumer Kriminalpolizei, die Mitglieder des Hauptausschusses wissen. Die hatten zur Information über die polizeilichen Aktivitäten nicht nur Knies, sondern auch Dirk Benzmann, den Chef des Husumer Reviers, eingeladen. Das umfasst 84 Beamte, die nicht nur für die Kreisstadt, sondern auch für Hattstedt, Viöl, Pellworm, Friedrichstadt, St. Peter-Ording und Garding zuständig sind und zudem die Wache in den Flüchtlingsunterkünften Seeth und – ab April – in Husum besetzen. Dazu kommt noch die Kripo-Dienststelle mit 18 Beamten.

Denen macht der seit Herbst 2015 verzeichnete starke Anstieg bei den Wohnungseinbrüchen Sorgen. „2014 hatten wir im Stadtgebiet nur 36 Fälle, davon 15 Versuche, während wir 2015 108 Fälle verzeichneten, die 42 Versuche mitgerechnet“, sagte Knies. Schwerpunkte im südlichen Nordfriesland seien Husum, Schobüll und Dreimühlen – und die Aufklärungsquote liege bei nur zehn Prozent. Er appellierte an die Bürger, bei Verdacht sofort die Notrufnummer 110 zu wählen: „Je schneller die Polizei vor Ort ist, desto höher ist die Chance, die Täter auch festzunehmen.“ Die seien im übrigen immer häufiger südosteuropäischen Gruppen zuzuordnen, die sich mobil durchs Land bewegten.

Von den Wohnungsdelikten abgesehen, könne die Kripo Husum eine „ganz ordentliche“ Quote vorweisen, so Knies weiter. „Die Zahlen von 2015 liegen noch nicht vor, aber von 2317 im Jahr 2014 verzeichneten Fällen haben wir 56,7 Prozent aufklären können.“ Dreiviertel von diesen seien von männlichen und 10,3 Prozent von nichtdeutschen Tatverdächtigen begangen worden. „Wir rechnen damit, dass dieser Prozentsatz durch die wachsenden Flüchtlingszahlen steigen wird“, so Knies. Bei den „flüchtlingsrelevanten Straftaten“ konnte er schon aktuelle Zahlen vorlegen: „Im vierten Quartal 2015 gab es 29 Fälle im Stadtgebiet, unter anderem 19 Diebstähle und drei Körperverletzungen.“ Die Kripo unterscheide hier die vier Bereiche Straftaten durch Flüchtlinge, gegen Flüchtlinge, zwischen Flüchtlingen und zwischen Gegnern und Befürwortern.

Mit 81,8 Prozent gebe es bei den Sexuladelikten eine sehr hohe Aufklärungsquote. 22 Fälle habe die Kripo Husum 2014 zu verzeichnen gehabt, darunter sechs Vergewaltigungen, die jedoch alle aufgeklärt wurden. „Im Gegensatz zu Wohnungseinbrüchen, wo die Taten oftmals erst später entdeckt werden und es keinen Kontakt zwischen Täter und Opfer und somit auch keine Wiedererkennung gibt, ist es in diesen Fällen natürlich auch viel leichter.“

Statistisch gesehen lebe man in Nordfriesland aber sicherer als im Landesdurchschnitt: „Da kommen auf 100.000 Einwohner 7184 Straftaten, im Kreis sind es dagegen nur 5676.“

Auch Dirk Benzmann konnte mit viel Statistik aufwarten. „Die Zahl der von der Husumer Polizei gefahrenen Einsätze ist relativ gleichbleibend“, berichtete er. 2014 seien die Beamten 4192 Mal und 2015 3948 Mal von der Regionalleitstelle Harrislee alarmiert worden. Die Zahl der Verkehrsunfälle sei konstant und liege „absolut im Schnitt“, auch könne er keine besonderen Unfallschwerpunkte in der Stadt benennen. Den letzten Unfalltoten habe es 2014 gegeben. Was jedoch kontinuierlich ansteige, sei die Zahl unerlaubten Entfernens vom Unfallort: „2013 hatten wir 207 Fälle, 2014 schon 233 und 2015 sogar 276.“ Besonders häufig geschehe das auf den Parkplätzen der großen Discounter im Stadtgebiet, wenn die Verursacher nach einem Blechschaden an geparkten Autos einfach verschwinden. „1,5 Fälle pro Woche sind aber zu viel, dem wollen wir jetzt in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt entgegenwirken.“ Wie genau, ließ er jedoch noch offen.

 

 

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erstellt am 17.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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