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Nordstrand : In dieser Kirche kann man auftanken

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor St. Theresien gibt es kein Benzin, sondern Sonderkraftstoff für die Seele. Pfarrer Jens Schmidt entdeckte die ausrangierte Zapfsäule im Internet.

„Da sage noch einmal jemand, dass Nordstrand keine Tankstelle mehr hat“, sagt schmunzelnd Pfarrer Jens Schmidt von der Alt-Katholischen Kirchengemeinde Nordstrand und zeigt auf die neueste Errungenschaft: eine blaue Zapfsäule mit der Aufschrift Sonderkraftstoff. Natürlich kann dort niemand Benzin zapfen, sondern sie soll sichtbares Symbol für das geistige Auftanken sein, das jeder erleben kann, der den Gottesdienst besucht oder allein in stiller Stunde Einkehr in der Kirche hält, die vor 355 Jahren geweiht wurde.

Genau am Tage des Kirchweihfestes weihte der Seelsorger das gute Stück im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes. Bis in den Herbst hinein soll die Zapfsäule stehen bleiben. Entweder, so Schmidt, werde sie zum Schutz vor dem Wetter eingelagert oder vielleicht auch anderen Kirchengemeinden zur Verfügung gestellt werden. „Gedacht ist sie als Hingucker, und sie soll ein schönes Bild für unsere Kirche, unsere lebendige Gemeinde und Jesus darstellen. Denn zu ihm dürfen wir immer wieder kommen, um aufzutanken“, sagte Schmidt in seiner Predigt. Er hoffe, dass Menschen das in St. Theresia und durch St. Theresia, der Schutzpatronin des kleinen Inseldoms, auch die nächsten 355 Jahre und darüber hinaus erfahren können.

Die Säule hatte Schmidt zufällig bei auf einem Internet-Anzeigenportal entdeckt. Dabei sprach ihn auch die blaue Farbe an, denn sie ist die Farbe der Alt-Katholischen Kirche. Heike Drepper und ihr Mann Andreas, beide Gemeindeglieder aus der Nähe von Osnabrück, holten das sperrige Objekt in Neuenstadt am Kocher im Landkreis Heilbronn ab. „Ich habe beobachtet, dass noch mehr Menschen als bisher vor der Kirche staunend stehen bleiben, sich das ungewöhnliche Stück aus der Nähe betrachten und auch hineingehen, wie ich finde, ein gutes Zeichen“, so der Seelsorger. Und wer den Besuch danach noch in ganz anderer Atmosphäre ausklingen lassen möchte, kann das im Strandkorb vor der Kirche tun, zuweilen auch, besonders wenn es gewünscht wird, mit dem Geistlichen, um einmal ins Gespräch zu kommen.

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