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„In Bredstedt gibt es keine Drogen-Szene“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Neue Erkenntnisse im Fall des getöteten Patrick B. / Unsicherheit in der Bevölkerung

von
erstellt am 05.Nov.2014 | 21:00 Uhr

Die umfangreichen Ermittlungen tragen Früchte: Im Fall des getöteten Patrick B. aus Bredstedt hat die Polizei neue Erkenntnisse. Nach Informationen unserer Zeitung sind die Motive, die zum gewaltsamen Tod des 23-Jährigen führten, nicht in der Drogen-Szene zu suchen. Dies bestätigte gestern auch die Oberstaatsanwaltschaft auf Nachfrage unserer Zeitung. „Es ging bei dem Streit zwischen Täter und Opfer um die Beute aus einem Einbruchdiebstahl“, sagte Oberstaatsanwalt Otto Gosch, der aufgrund der noch laufenden Ermittlungen aber keine weiteren Angaben zum Fall machen wollte.

Keine Drogen. Das mag die Bevölkerung in gewisser Weise beruhigen, wurden dem Opfer doch Verbindungen ins Drogenmilieu nachgesagt. Und war zudem aus Insider-Kreisen zu hören, dass Bredstedt gar ein Drogen-Problem habe. Bürgermeister Knut Jessen wiegelt beruhigend ab: „Es ist nicht so, wie es teilweise geschildert wird.“ Seines Erachtens würde das Thema besonders in sozialen Netzwerken wie „Facebook“ dramatisiert und teils in Hysterien münden. „Im Internet kursierten vor Jahren auch Gerüchte um einen angeblichen Amoklauf an der Schule – und da war nicht mal ein Funken Wahrheit dran“. In Bezug auf Drogen räumt Jessen zwar ein, dass es in der Vergangenheit immer mal wieder „kleinere Geschichten“ gegeben habe, „aber sicherlich ist hier nicht mehr los, als in anderen Städten und Gemeinden. Bei uns gibt es keine Drogen-Szene“.

Das bestätigt auch die Polizei. „Natürlich gibt es immer mal wieder Fälle, die ans Tageslicht kommen“, sagt Polizeisprecher Markus Langenkämper. „Aber das ist woanders auch so.“ Die Vermutungen eines vermeintlichen Insiders, dass in Bredstedt jeder Dritte mit Drogen in Kontakt kommen würde, bezeichnet er als „Bauchzahl“. Solche Angaben könne er nicht bestätigen, sagt Langenkämper. „Es kommt eben drauf an, wen man fragt“, betont denn auch Dieter Pelties. „Wenn man sich in der Drogen-Szene umhört, werden die Beteiligten natürlich eine andere Wahrnehmung haben als Außenstehende“, sagt der Geschäftsbereichsleiter des Diakonischen Werkes in Husum. „Das ist das subjektive Gefühl von Leuten, die sich in diesem Milieu bewegen.“

Drogen spielen an der Bredstedter Gemeinschaftsschule eine Rolle – und zwar schon recht früh im Rahmen der Prävention. Bereits in der siebten Klasse steht das Thema auf dem Stundenplan, sagt Schulleiterin Carmen Alsen. Hier pflegt die Schule einen engen Kontakt zu den Fachkliniken Nordfriesland in Riddorf. Im neunten Schuljahr wird dann die Polizei in die Präventionsarbeit mit einbezogen. „Wenn bei uns etwas mit Drogen laufen würde, bekämen wird das mit“, betont Schulleiterin Alsen, die sich eines intakten Netzwerks inner- und außerhalb des schulischen Betriebs gewiss ist. „Besorgte Eltern sind immer ein Indikator“, bestätigt denn auch Antonia Held. Die Diplom-Pädagogin zeichnet für die Schulsozialarbeit an der Gemeinschaftsschule verantwortlich. „Viel größere Sorgen mache ich mir um das Cyber-Mobbing“, sagt Antonia Held, die der Gefahr aus dem Internet und den sozialen Netzwerken mit zahlreichen Projekten begegnen möchte.

In punkto Drogen sehen auch die Jugendzentren in Bredstedt und Breklum keine akute Gefahr. „Wir sind täglich präventiv tätig“, bekräftigt die Leiterin des Bredstedter Jugendzentrum, Anne Lau, auf Nachfrage unserer Zeitung. Und ihr Breklumer Kollege Thomas Lötzsch sagt: „Bei uns haben Drogen keine Chance.“

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