Sozialverband Nordfriesland : Immer mehr Menschen suchen Hilfe

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Nordfrieslands Sozialverband verzeichnet Zulauf. Inzwischen hat er fast 15.000 Mitglieder, denn immer mehr Menschen suchen Hilfe. Der langjährige SoVD-Kreisvorsitzende Hans-Christian Albertsen wurde jetzt in seinem Amt betätigt.

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01. Juli 2014, 15:00 Uhr

Immer mehr Menschen suchen Beratung und Hilfe, wenn sie Ansprüche aus der Sozialgesetzgebung geltend machen wollen. So verzeichnet der Kreisverband Nordfriesland des Sozialverbandes Deutschland (SoVD), der die Interessen von Rentnern, Patienten und gesetzlich Krankenversicherten sowie pflegebedürftiger und behinderter Menschen auch vor Gericht vertritt, einen stetigen Zuwachs auf inzwischen knapp 15.000 Mitglieder. Allein in den vergangenen vier Jahren stieg die Zahl um 21 Prozent.

Im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der ratsuchenden Besucher in der Husumer Kreisgeschäftstelle und bei den Außensprechtagen um 18 Prozent zu, berichteten Kreisverbands-Vorsitzender Hans-Christian Albertsen und Kreisgeschäftsführerin Melanie Huß bei der Kreisverbandstagung in Bredstedt. An Nachzahlungen erstritt der Kreisverband mehr als eineinhalb Millionen Euro für seine Mitglieder – „Gelder, die unsere Mitglieder nicht oder nicht in dieser Höhe bekommen hätten, wenn sie unsere Hilfe nicht in Anspruch genommen hätten“, erklärte Melanie Huß.

Eindruckvolle Zahlen, die ein Zeichen dafür sind, dass der Sozialverband dringend gebraucht werde, lobten Grußredner wie Bredstedts Bürgermeister Knut Jessen und der zweite stellvertretende Landrat Carsten F. Sörensen. „Wir haben ja leider ein Sozialdickicht an Versicherungen – von der Pflege- und Krankenversicherung bis zur Arbeitslosenversicherung“, kritisierte Sörensen.

Eine ganz besondere Herausforderung ist es nach den Worten des Landesvorsitzenden des Sozialverbandes Deutschland, Sven Picker, den Anspruch der menschenwürdigen Pflege weiter zu entwickeln. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, da allein in Schleswig-Holstein die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen bis zum Jahr 2030 um 54 Prozent steigen werde. Aus Sicht des SoVD müssen die Pflegeleistungen dringend verbessert werden. Allen Betroffenen müsse unabhängig von der Art ihrer Einschränkung ein Höchstmaß an qualitativer Pflege zukommen. Picker plädiert für ein bundesweit einheitliches System zur Stärkung der professionellen Pflege, zu der eine verbesserte Personalausstattung ebenso gehöre wie eine deutlich verbesserte Entlohnung der Pflegenden. Eine solidarische Bürgerversicherung zur besseren und gerechteren Finanzierung des Systems nannte der Landesvorsitzende als weitere Maßnahme, um verbesserte Rahmenbedingungen für die Pflege zu schaffen. Seine Botschaft an pflegebedürftige Menschen: „Wir werden Sie unterstützen, wir lassen Sie nicht allein.“

Bei der Tagung im „Bredstedter Sool“ bestätigten die rund 170 anwesenden Delegierten aus 57 nordfriesischen Ortsverbänden ihren Kreisvorsitzenden Hans-Christian Albertsen einstimmig für weitere vier Jahre im Amt. Durch Neu- und Wiederwahl gehören dem geschäftsführenden Kreisvorstand an: Petra Lenius-Hemstedt und Günter Voss als stellvertretende Vorsitzende, Horst-Dieter Czwalinna als Kreisschatzmeister und Helga Behrendsen als stellvertretende Kreisschatzmeisterin und Kreisfrauensprecherin, Gudrun Ingwersen als stellvertretende Kreisfrauenvertreterin und Beisitzerin, Ingrid Eckmann als Schriftführerin und Petra Lenius-Hemstedt als stellvertretende Schriftführerin. Außerdem wählten die Delegierten Traute Diekmann, Erwin Düring, Hans-Erich Albertsen, Egon Meetz, Ingwer Sönksen, Hans Böttcher und Hans Jürgen Fröhlich en bloc als Beisitzer zu Kreisvorstandsmitgliedern.

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