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Polizeibericht : Immer mehr Ladendiebe in Husum

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Zahl der Fälle hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht – und zusätzlich warnt die Kriminalpolizei vor Abzocke per Telefon.

von
erstellt am 21.Dez.2016 | 10:00 Uhr

Die Zahl der Wohnungseinbrüche und Einbruchsversuche ist zurückgegangen, vermeldet die Kriminalpolizei Husum (wir berichteten). „Doch im gleichen Zeitraum haben wir einen deutlichen Anstieg bei den Ladendiebstählen zu verzeichnen“, sagt der Leiter der Kripo, Sven Knies. Zwar ist deren Zahl nicht in gleicher Weise gewachsen wie die Einbruchsdiebstähle zurückgingen sind – aber immerhin. Genaue Daten will Sven Knies zu diesem Zeitpunkt nicht nennen: „Da warten wir besser auf die Jahresstatistik 2016“, sagt er. Und die wird erst im März kommenden Jahres vorgelegt. Doch dass es mehr Ladendiebstähle gab als im Vorjahr sei schon jetzt nicht zu übersehen.

Außerdem müsse gerade bei diesem Delikt von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. „Angezeigt werden ja immer nur solche Fälle, bei denen der oder die Täter gefasst wurden“, sagt Knies. Alles andere tritt dagegen oft erst bei der Jahresinventur zu Tage.

Anders als beim Einbruchsdiebstahl kommen Ladendiebe überwiegend aus der näheren Umgebung. „Meistens handelt es sich um Einzeltäter“, weiß Knies zu berichten. Und einige hätten sich durch ihre Umtriebigkeit bei der Polizei auch schon einen – wenngleich auch wenig schmeichelhaften – Namen gemacht.

Apropos Namen. Manchmal sind es auch die Freunde und Helfer selbst, die durch kriminelle Machenschaften Dritter in Misskredit geraten. So verfolgen gewiefte Verbrecher schon seit Monaten die Masche, Menschen anzurufen und ihnen vorzugaukeln, die Polizei sei am Telefon. Manchmal sehen die Geschädigten sogar die Notrufnummer 110 auf ihrem Display, „unter der wir natürlich nie anrufen würden“, sagt Knies. Und dann geht es auch gleich ans Eingemachte. Ob sie Sparbücher und Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus hätten, wollen die angeblichen Ordnungshüter wissen. Oder es wird behauptet, die Straße, in der die Angerufenen wohnen, sei ins Visier von Einbrechern geraten und müsse polizeilich geschützt werden.

Call-ID-Spoofing wird diese kriminelle Methode im Fachjargon genannt. Und nicht nur die Polizei, auch Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt werden von den Tätern vorgeschoben. Mehr noch: Da wird behauptet, dass gegen das Opfer ein Ermittlungsverfahren laufe. Und manchmal gelingt es den Tätern sogar, den Geschädigten Geldzahlungen abzupressen, berichtet Knies.

Für die gibt es aus seiner Sicht nur einen Rat: Niemals leichtgläubig sein und auch dann gesunde Skepsis walten lassen, wenn ein vermeintlicher Lottogewinn angekündigt wird – besonders, wenn der erst ausgezahlt wird, nachdem der glückliche Gewinner vorab eine entsprechende Gebühr gezahlt hat. „Aber leider gibt es noch immer genügend Menschen, die auf diese Masche hereinfallen“, sagt Knies. Außerdem würden die Tricks wieder und wieder modifiziert, so dass wir gar nicht oft genug davor warnen können.“

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