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Westküsten-Unternehmen : Immer mehr Arbeitnehmer werden krank

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rekord bei den Fehltagen: Den höchsten Krankenstand seit zehn Jahren verzeichnen die Betriebe des Unternehmensverbandes Unterelbe-Westküste.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 17:00 Uhr

Einen traurigen Rekord verzeichnet der Unternehmensverband Unterelbe-Westküste: Noch nie gab es bei seinen rund 400 Mitgliedsbetrieben im Bereich von der dänischen Grenze bis nach Norderstedt so viele Krankheitstage wie im Vorjahr. Waren im Jahr 2005 noch durchschnittlich 3,64 Prozent der Arbeitnehmer arbeitsunfähig gemeldet, so sind es im Jahresdurchschnitt 2015 bereits 5,84 Prozent gewesen. Dies entspricht einer Steigerung von 60 Prozent in den in den vergangenen zehn Jahren.

Für diese Entwicklung hat Verbands-Geschäftsführer Ken Blöcker eine plausible Erklärung: „Mit der Bevölkerung altern die Belegschaften. Von diesem Phänomen sind wir in unserer Region stärker betroffen als städtisch geprägte Regionen. Erfahrungsgemäß fallen ältere Mitarbeiter länger aus. Denn die Dauer der Rekonvaleszenz steigt typischerweise mit dem Alter.“

Weitere Gründe sieht Ken Blöcker in der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre. „In wirtschaftlich guten Zeiten steigen traditionell die Krankheitstage. Wenn hingegen in wirtschaftlich schlechten Zeiten eine subjektiv empfundene Sorge um den Arbeitsplatz besteht, gehen die Arbeitnehmer häufiger auch krank zur Arbeit. Vor dem Hintergrund der Fürsorgepflicht und der Ansteckungsgefahr, ist das jedoch gerade nicht im Sinne des Arbeitgebers.“ Und: „Eine steigende Zahl an Krankheitstagen könnte zudem mit vermehrt diagnostizierten psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung zu tun haben. Außerdem neigen heute Ärzte eher zur Operation als früher. Die Ausfalldauer ist dann wesentlich länger.“ Diese Erklärungen, so Blöcker, seien aber reine Spekulation.

Eine Absage erteilt der Unternehmensverband der Forderung einiger Mediziner, die Regeln für die Krankschreibung von Beschäftigten zu lockern. „Das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis ist in unserer Region in der Regel von großem Vertrauen geprägt. Die meisten Arbeitgeber verlangen erst nach dem dritten Tag eine ärztliche Bescheinigung, obwohl sie laut Gesetz bereits ab dem ersten Fehltag auf ein Attest bestehen können“, bekräftigt Blöcker. Einer Verlängerung der Frist stehe vor allem das Gesundheitsinteresse der Arbeitnehmer entgegen. Nur der Arzt könne beurteilen, wann eine Bronchitis aufhört und eine Lungenentzündung anfängt.

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