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Raritäten der Klaviermusik in Husum : Immer jenseits des Mainstreams

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Peter Froundjian, Leiter der „Raritäten der Klaviermusik“, verspricht für das 29. Festival in Husum ein Programm, das jedem etwas bietet - unter anderem eine interaktive Wanderausstellung mit Mitschnitten von Konzerten.

Ein Kulturgenuss ganz besonderer Art ist das Festival „Raritäten der Klaviermusik“, das alljährlich im August in Husum stattfindet. Jenseits des Mainstreams präsentieren dann internationale Pianisten seltene Klavierkompositionen im Rittersaal des Schlosses.

In diesem Jahr werden vom 21. bis 29. August unter anderem Werke von Komponisten wie Alkan, Chevillard, Danielpour, Eiges, Gál, Grainger, d’Indy, Kornauth, Korngold, Lambert, Lekeu, J. Marx, Roger-Ducasse und E. Wild gespielt, die kaum oder noch nie zu hören waren. Ein Novum ist die vollständige Aufführung der „Grande Sonate“ Opus 33 von Charles-Valentin Alkan. „Es wird Musik vorgetragen, die es wert ist, gehört zu werden“, erklärte der künstlerische Leiter des Festivals, Peter Froundjian, in einem Pressegespräch und räumte zugleich Bedenken aus dem Weg: „Wir präsentieren sehr selten gespielte Kompositionen. Aber es ist keine höhere Mathematik, sondern Musik, die anspricht und nur zum geringen Teil sperrig ist.“ Auch zum Festival 2015 erwartet er wieder etliche Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland. Peter Froundjian: „In der Konzeption des Festivals ist nichts Neues, trotzdem ist es jedes Mal ein Abenteuer.“

Die Pianisten Yuri Favorin, Florian Uhlig, Jonathan Powell, Alex Hassan, Martin Jones, Jonathan Plowright und Xiayin Wang Stücke werden zusammen mit zwei Kammermusik-Ensembles die nunmehr 29. Ausgabe des Musikfestivals bestreiten. Das Eröffnungskonzert am 21. August erlaubt einen Ausflug in seltene Klavierkammermusik-Literatur – das Hyperion-Trio spielt eine Komposition von Camille Chevillard, von dem weltweit keine Aufnahme existiert. Ebenso sucht man die Suite Opus 19 von Paul Graener in anderen Konzertsälen vergebens.

Der Abschluss des Festivals wird durch ein weiteres Kammerkonzert gestaltet. Frank Reinecke (Violine) und Stefan Fehlandt (Viola) vom Vogler-Quartett präsentieren gemeinsam mit Felix Nickel (Violoncello) und dem Spiritus Rector des Festivals, Peter Froundjian, Klavierquartette von Komponisten, die allesamt Schüler von César Franck waren. Neben Werken von Vincent d’Indy und Ernest Chausson steht das unvollendete Klavierquartett des mit 24 Jahren früh verstorbenen Belgiers Guillaume Lekeu auf dem Programm. Die Konzerte von Jonathan Powell (24. August) und Alex Hassan (25. August) werden vom „Deutschlandradio Kultur“ gesendet.

In Matinee und Ausstellung stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt der Pianist, Pädagoge und Herausgeber Moritz Moszkowski und dessen zeitweiliger Schüler, der später in Amerika berühmt gewordene Josef Hofmann, aus dessen Nachlass Dokumente und Fotos gezeigt werden.

Durch Unterstützung der Schweizer Stiftung „Art Mentor Foundation Lucerne“ ist beim Festival erstmals eine interaktive Wanderausstellung „Jenseits des Mainstreams“ zu sehen. Sie präsentiert Themenkomplexe und bietet an Hörstationen Mitschnitte von Konzerten aus dem gesamten Fundus der 29 Raritäten-Festivals.

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