Mulitvan Kitesurf Masters : Immer dem Wind hinterher

Celina See hat das Kitesurfen auf Rügen gelernt und seit dem nicht mehr aufgehört.
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Celina See hat das Kitesurfen auf Rügen gelernt und seit dem nicht mehr aufgehört.

Was fasziniert Kitesurfer an ihrem Sport? Wir haben uns mit Teilnehmern der Deutschen Meisterschaften in St. Peter-Ording unterhalten.

shz.de von
16. August 2018, 08:00 Uhr

„Die Höhe und die Geschwindigkeit, nur Fliegen stelle ich mir schöner vor.“ So beschreibt Florian Gruber seine Faszination am Kitesurfen. Der 24-Jährige aus Garmisch-Partenkirchen ist gerade beim Slalom der Mulitvan Kitesurf Masters, den Deutschen Meisterschaften im Kitesurfen, in St. Peter-Ording als erster durchs Ziel gerauscht. Direkt gefolgt von dem 18-Jährigen Elias Ouahmid, der im vergangenen Jahr bei den Junioren Deutscher Meister im Slalom und Freestyle wurde und dieses Jahr bei den Herren mitfährt. Aufs Podium wolle er auch in diesem Jahr, erzählt der Youngster, der halb Bayer und halb Marokkaner ist. Aber in Bayern Kitesurfen? „Auf dem heimischen Rottachsee“, verrät der Sportler und im Winter geht es nach Marokko, im Herbst nach Frankreich.„Es gibt für mich keinen Tag, bei dem es nicht ums Kiten geht“, sagt der Schüler, der den Sport seit neun Jahren betreibt.

Diese Sportart scheint etwas magisch Anziehendes zu haben. Florian Gruber wartet auch ungeduldig auf der Sandbank auf den nächsten Start: „Ich könnte jetzt gleich schon wieder aufs Wasser“, sagt er. St. Peter-Ording sei immer ein beliebtes Ziel für Kitesurfer: „Der Strand hier ist einfach einzigartig in Deutschland, perfekte Bedingungen, man kann hier bei jedem Wind aufs Wasser“, sagt Gruber.

Er und Elias Ouahmid sind erfolgreich im Geschäft, können sich ihr Hobby über Sponsoring finanzieren. Lasse Gajewski aus Kiebitzreihe bei Itzehoe steht noch am Anfang seiner Kiter-Karriere. Der 17-Jährige nimmt zum ersten Mal an den Deutschen Meisterschaften teil. Slalom sei aber nichts für ihn, er tritt im Freestyle an. Hohe Sprünge und knifflige Tricks, dafür hat er trainiert. „Aufs Podium werde ich wohl nicht kommen“, sagt der 17-Jährige, schließlich trete er gegen den Deutschen Meister an. Doch ein Platz im Mittelfeld solle es schon sein. Gajewski ist quasi in St. Peter-Ording aufgewachsen, seine Eltern haben hier einen festen Wohnwagenplatz und vor vier Jahren passierte es dann: Er schaute sich den Kitesurf World Cup an und wollte es selbst probieren. „Ich war sofort angefixt“, erzählt er. Dann habe er sich reingehängt, sich um Sponsoren bemüht, das ganze Programm. „Mein Board muss ich mittlerweile nicht mehr bezahlen, aber davon leben kann man auch nicht“, weiß Gajewski. Allerdings könne man sich sein Hobby über Sponsoring finanzieren. Nach dem Abitur wolle er für ein Jahr als Kitelehrer arbeiten und herumreisen. Und was sagen die Eltern zu dem nicht ganz ungefährlichen Sport? „Die haben mich immer unterstützt, sind mit mir in den Ferien und an den Wochenenden hier nach St. Peter-Ording gefahren, damit ich trainieren kann.“

Kitesurfen und Reisen scheinen generell miteinander einherzugehen. Celine See aus Nürnberg lebt seit zwei Jahren in ihrem Bulli. Das Ziel: „Eine gute Surf-Live-Balance“, sagt die 24-Jährige. Vor fünf Jahren hat ihr Vater der Webdesignerin das Kitesurfen auf Rügen beigebracht. „Und dann habe ich nie wieder aufgehört.“ Mit Freund Alexander Schmidt, Hund und Kites geht es von Holland nach Frankreich, Spanien und Dänemark, immer dem Wind hinterher. Auf einem Kite-Event haben sie sich kennen und lieben gelernt. Die Mediendesigner arbeiten von unterwegs, verkaufen Surfartikel und Schmuck. „Nächstes Jahr“, so hofft Celine See, „stehen wir hier hoffentlich mit unserem eigenen Stand.“

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