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Rechtzeitig zu Saisonbeginn : Im Wald herrscht wieder Ordnung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In St. Peter-Ording sind die Aufräumarbeiten nach den beiden Herbststürmen fast abgeschlossen. Rund 1000 Bäume fielen ihnen zum Opfer. Ein Großteil des Holzes wurde in Hackschnitzel verwandelt, die im Ketelskoog in einem großen Haufen lagern.

Ein riesiger Haufen lagert im Ketelskoog in St. Peter-Ording. Es sind an die 3000 Kubikmeter Hackschnitzel – die Überbleibsel von Bäumen aus den Flächen des Kur- und Gemeindewaldes. Sie sind den Orkanen „Christian“ und „Xaver“ zum Opfer gefallen. Insgesamt mögen es an die 1000 Bäume in den Wäldern der Gemeinde (50 Hektar) und des Deich- und Hauptsielverbandes Eiderstedt (100 Hektar) gewesen sein, die auf diese stürmische Art gefällt worden sind.

Es hat viel harte Arbeit gekostet, um die Flächen rechtzeitig zu Saisonbeginn auf Vordermann zu bringen. Der Schwerpunkt lag vor allem wegen der Brandgefahr auf den Nadelholzflächen. Täglich waren fünf Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs damit beschäftigt. Drei Fremdfirmen aus Thüringen, Hessen und Schleswig-Holstein waren mit schwerem Gerät zusätzlich im März für kurze Zeit im Einsatz, darunter auch ein Großschredder. Innerhalb von 20 Minuten produzierte dieser 35 Kubikmeter Hackschnitzel. Anschließend wurden die gemeindlichen Waldflächen innerhalb von drei Tagen von einem Lohnunternehmer komplett durchgemulcht. Im Herbst soll nachgepflanzt werden. Seitens der Forstbetriebsgemeinschaft wurden die Arbeiten außerdem eine Woche lang mit drei Mitarbeitern unterstützt. „Die Kooperation zwischen allen – ob Försterei, DHSV, Fremdfirmen, Bauhöfen, Amt – war hervorragend“, schwärmt Christian Heldt. Er ist der Leiter des gemeindlichen Bauhofs und trug ein Großteil der Verantwortung in Zusammenarbeit mit Stefan Cornils vom Amt Eiderstedt und dem Forstfachberater der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Walter Rahtkens, von der Bezirksförsterei Nordfriesland in Leck.

Doch noch ist nicht alles geschafft. In den Kurwäldern wie auch an anderen Stellen liegen noch entwurzelte Bäume, die weggeräumt werden müssen. Das am Rand mancher Waldwege aufgestapelte Holz wird nach und nach verkauft. Der Gemeindebauhof hat bereits 500 Kubikmeter Brennholz vermarktet.

Verständlicherweise ist aber durch die so große Menge von Stammholz nach den Stürmen der Holzmarkt zusammengebrochen. Deswegen haben sich die Verantwortlichen in St. Peter-Ording entschieden, das Holz zu Hackschnitzeln schreddern zu lassen – auch weil Aufwand und Logistik für andere Vermarktungsstrategien zu aufwändig gewesen wären. Pro Kubikmeter Hackschnitzel erhält die Gemeinde fünf Euro. Die Schredderkosten entfallen deswegen. Bis zum Sommer soll der Berg abgetragen sein. Die Hackschnitzel werden in einem Holzkraftwerk innerhalb von zehn Tagen verheizt sein. Bis zu 60 000 Kubikmeter benötigt es für seinen Jahresbetrieb.

Zurzeit entwickeln die Schnitzel im Inneren des Haufens Eigenwärme. 55 Grad Celsius hat die Feuerwehr vor kurzem gemessen, wie Wehrführer Norbert Bies berichtet. Aber die Selbstentzündungsgefahr sei gering. Das habe man im Blick. Da müssten schon 90 bis 100 Grad erreicht werden.

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