Im Wahllokal duftet es nach frischem Rhabarberkuchen

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08. Mai 2012, 03:59 Uhr

Süderhöft | Wahlsonntag in der kleinen Gemeinde Süderhöft. Die Stimmung ist hervorragend, Parkplatzprobleme gibt es auf dem ehemaligen Bauernhof nicht - und der Hinweis zur Urne hängt gut sichtbar an der grünen Lohdielentür. Nach Durchschreiten der großen Diele sind die Wähler bereits im Wahllokal. Dort, in der Küche von Bürgermeister Tewes Vogelsang, ist es gemütlich warm. Ehefrau Simone backt an diesem Vormittag ein großes Blech mit Rhabarberkuchen. Vogelsang - gleichzeitig Wahlvorsteher - schaut aus dem Fenster. Seine Stellvertreterin Susann Feddersen-Meier und Schriftführer Dieter-Joachim Jessel gehen die Liste noch einmal durch, 16 der 20 Einwohner sind wahlberechtigt, sieben von ihnen haben ihre Stimme bereits abgegeben. "Wir sind immer eine der ersten Gemeinden, die das Ergebnis an die Amtsverwaltung meldet", sagt Susann Feddersen-Meier, die in der kleinen Gemeinde im südöstlichen Zipfel von Nordfriesland aufgewachsen ist. Beisitzer in Karen Feddersen "bewacht" die Wahlurne. Als weitere Beisitzer sind für diesen Tag Telsche Reichstein, Steffen Meier und Simone Vogelsang eingeteilt. Den Schlüssel zur Wahlurne trägt Tewes Vogelsang in der Hosentasche: "Da geht er nicht verloren." Und wo wird geheim gewählt? "Dort drüben", sagt Vogelsang und deutet auf jenen Raum, in dem auch stets die Gemeindeversammlung stattfindet. Denn auch dies ist eine Besonderheit: Im kleinen Süderhöft ist jeder erwachsene Einwohner gleichzeitig Gemeinderatsmitglied. "Urdemokratie" nennen es die Einwohner stolz.

Der gut gelungene Rhabarberkuchen kommt auf den Tisch. Nach der Auszählung um 18 Uhr und der Übermittlung des Ergebnisses sind alle Einwohner beim Bürgermeister zum Abendbrot eingeladen."

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