Reise zur WM in Mexiko 1970 : Im Schlepptau der deutschen Elf

Heinrich Harring-Petersen blättert gerne in den Büchern und Alben von 1970.
Heinrich Harring-Petersen blättert gerne in den Büchern und Alben von 1970.

Er gewann in einem Preisausschreiben: Ein Husumer Fußballfan erinnert sich an die Weltmeisterschaft von 1970, die er in Mexiko erlebte. Heinrich Harring-Petersen besuchte alle Spiele der Nationalmannschaft und flog auch mit ihr zurück nach Deutschland.

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03. Juli 2014, 12:30 Uhr

Er ist ein Fußball-Glückspilz: Heinrich Harring-Petersen verfolgt alle WM-Spiele mit großer Begeisterung, besonders natürlich die der deutschen Mannschaft. Doch jedes Mal, wenn eine Fußballweltmeisterschaft läuft, schwelgt er auch in Erinnerungen. „Dann gehe ich gedanklich in das Jahr 1970 zurück, wo das Mega-Ereignis in Mexiko stattfand.“ Damals hatte er als 26-Jähriger bei einem Preisausschreiben eines Mineralöl-Unternehmens mitgemacht und den ersten Preis gewonnen. Weit über eine Million Menschen hätten international teilgenommen, erzählt Harring-Petersen, und er selber gehörte zu den 80 Gewinnern in Deutschland. Gleich mehrere Teilnahme-Karten hatte er abgeschickt. Als dann die Gewinnbenachrichtigung kam, konnte er es kaum fassen. „Eine dreiwöchige Reise nach Mexiko zur WM hatte ich gewonnen.“ Einziger Wermutstropfen: Der Gewinn galt nur für eine Person. „Dabei war ich jung verheiratet und das erste Kind war auch schon da, und trotzdem musste ich schweren Herzens meine Frau allein zu Hause lasen.“ In einem exklusiven Hotel in Mexiko-Stadt wurde er untergebracht, nicht weit vom Domizil der deutschen Nationalelf entfernt.

Zum Gewinn gehörten auch Eintrittskarten für alle deutschen Spiele. „Die Chance habe ich genutzt und mir natürlich jedes angeschaut.“ Mit Begeisterung denkt er noch heute an einzelne Spiele. So zum Beispiel an das Match England gegen Deutschland, das 2 : 3 ausging. Uwe Seeler und Gerd Müller gehörten zu den Torschützen. Und die Erinnerung an das verhängnisvolle Spiel im Azteken-Stadion in Coyoacán, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt, ist natürlich auch haften geblieben: Deutschland verlor im Halbfinale mit 3 : 4 in der Verlängerung gegen Italien. Sepp Maier stand im Tor. Wie in einem kochenden Kessel empfand er die Stimmung im damals größten Fußballstadion der Welt mit 105.000 Plätzen. Auch das deutsche Spiel gegen Uruguay um den dritten Platz besuchte er. „Overath schoss das entscheidende 1 : 0“, weiß er noch. Die letzte Eintrittskarte aus dem Gewinn galt dem Finalspiel Brasilien gegen Italien, das die Südamerikaner mit 4 : 1 gewannen.

Ein Besuch beim deutschen Kader in dessen Quartier gehörte ebenfalls zum dreiwöchigen Programm. „Hier konnte ich sogar einige Spieler näher kennen lernen.“ So zum Beispiel Sepp Maier, Uwe Seeler und Gerd Müller. Und den damaligen Bundestrainer Helmut Schön. „Das war ein feiner und sehr sympathischer Mann.“ Die Krönung des dreiwöchigen Programms war dann der gemeinsame Rückflug mit der drittplatzierten deutschen Elf. Der war lang und es wurde viel gelacht, wobei sich Sepp Maier besonders hervor tat. „Er war immer zu Späßen aufgelegt und brachte das Team ständig zum Lachen“, erinnert sich Harring-Petersen.

Heute, 44 Jahre später, schaut er sich immer noch gerne die Bilder an, auf denen er zusammen mit den Fußballern zu sehen ist. „Diese Reise war ein Höhepunkt in meinem Leben, den ich nie vergessen werde.“ Und wer wird dieses Mal Weltmeister? „Ich tippe auf Brasilien.“

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