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MS "Neuland" : Im Schlepptau - aber unfreiwillig

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MS "Neuland" überfuhr im Heverstrom eine Tonne zur Fahrwasserbegrenzung und musste daraufhin selbst nach Husum geschleppt werden.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:45 Uhr

Husum | "Guck’ mal Papi, was hängt denn da hinten an dem Schiff dran?", fragte ein Knirps seinen Vater beim gemeinsamen Spaziergang am Außenhafen. Der wusste erst gar nicht, was der Junge meinte. Doch dann hielt er das Teleobjektiv seiner Kamera in die Richtung, in die der Kleine zeigte, und entdeckte am Heck des Motorschiffes "Neuland" einen länglichen roten Punkt. Wie sich bei näherer Betrachtung herausstellte, handelte es sich dabei um eine Tonne, die eigentlich in den Heverstrom gehört. Genauer gesagt um Tonne 22, die das Schiff auf seiner Reise von Kaliningrad nach Husum bei der Einfahrt in die Hever versehentlich überfahren hatte. Ein folgenschwerer Fauxpas, da sich die Kette der Fahrwasserbegrenzungs-Tonne daraufhin rasend schnell um die Schiffsschraube der "Neuland" legte. Und das machte den Frachter mit 2200 Tonnen Rapsschrot für den ATR-Landhandel an Bord quasi von einem Moment zum anderen manövrierunfähig. Aus eigener Kraft ging es jedenfalls nicht mehr weiter.

Und so eilte noch am selben Vormittag der Tonnenleger "Amrumbank" hinaus zur "Neuland" und barg mit seinem Fanggeschirr die schwere Beton-Verankerung der Tonne. Danach trennte die Mannschaft diese von der Kette, die ja noch in der Schraube des Frachters festsaß. Anschließend wurde das größte Motorschiff der Reederei Karl Meyer GmbH & Co. KG aus Wischhafen von der "Karin" in die Husumer Bucht geschleppt. Und schließlich holten "Karin" und Süderoog" das havarierte Motorschiff in den Hafen, wo es vor der ATR-Verladestelle erst einmal seiner Fracht entledigt wurde. Danach soll die "Neuland" bei der Husum Dock- und Reparaturbetrieb GmbH & Co. KG auf weitere Schäden im Unterwasserbereich untersucht und repariert werden.

Kuriosum am Rande: Derzeit liegt mit der "Selene Prahm" ein weiteres Motorschiff am ATR-Silo. Die hatte eigentlich schon längst auslaufen sollen, musste aber wegen eines Getriebeschadens im Hafen bleiben. Erfreulicherweise wurde der Defekt - auch die "Selene Prahm" ist wie die "Neuland" manövrierunfähig - noch vor dem Auslaufen und nicht erst auf hoher See entdeckt.

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