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Breitband-Ausbau in Nordfriesland : Im Sauseschritt zur Datenautobahn

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Schnelle Glasfaser-Verbindungen für alle sind das Ziel der Breitbandnetz-Gesellschaft. Mit Wirtschaftsminister Meyer wurden jetzt in Breklum erste Erfolge und ein Jubiläum gefeiert.

Es ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte und eine rasante dazu: Vor gerade einmal fünf Jahren ist die Breitbandnetz-Gesellschaft (BNG) angetreten, um alle 50 Gemeinden in den Ämtern Mittleres Nordfriesland und Südtondern mit Glasfaser – sprich Datenübertragung in Höchstgeschwindigkeit – zu versorgen. Seitdem ist die Gesellschaft ihrem ambitionierten Ziel von insgesamt 24.000 Anschlüssen ein riesiges Stück näher gekommen. Rund 1000 Kilometer Glasfaserkabel sind bereits verlegt, 5000 Anschlüsse fertig und 7300 Kunden gewonnen. „Wir bauen zurzeit 250 Anschlüsse pro Monat“, berichtete BNG-Geschäftsführerin Ulla Meixner am Montag (21.) bei der Jubiläumsfeier in Breklum nicht ohne Stolz einer vielköpfigen Gästeschar, allen voran Wirtschaftsminister Reinhard Meyer.

Dieser bescheinigte der BNG vor rund 120 Teilnehmern, ein „leuchtendes Beispiel“ zu sein. Breitband-Versorgung sei als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge in der Zukunft zu verstehen. „Es ist gut, dass Sie die Zeichen der Zeit erkannt haben“, lobte Meyer den Mut und das Engagement der Initiatoren, Gesellschafter und Geldgeber. Nicht von ungefähr erhält die BNG als erstes nicht-kommunales Unternehmen deshalb auch Mittel aus dem Zinssenkungs-Programm der Investitionsbank SH.

In punkto Breitband-Ausbau ist Schleswig-Holstein laut Minister Meyer zufolge schon heute mit einer Quote von 23 Prozent bundesweit Spitze, aber eben längst nicht am Ziel. „Das Land setzt darauf, bis 2030 nach Möglichkeit alle ans Glasfasernetz zu bringen“, erklärte er. Als kontraproduktiv bezeichnete Meyer dagegen die Strategie des Bundes zum Breitband-Ausbau. Seine Sorge: Diese bevorteile ein großes Unternehmen wie die Telekom und sei schlecht für die Vielfalt von Anbietern. Betreibermodelle müssten mindestens die gleiche Chance bekommen. „Der Erfolg der BNG gibt ihnen da ja Recht.“

Auch Geschäftsführerin Ulla Meixner hatte in ihrer Einführung betont, hier gehe es nicht darum, „alte Kupferleitungen aufzupeppen, sondern wirklich auf Glasfaser zu setzen.“ Meixners Lob galt an diesem Tag dem gerade einmal neunköpfigen BNG-Team, den Gesellschaftern aus dem Bereich der Kommunen und der erneuerbaren Energien und namentlich auch der VR Bank eG Niebüll – „So eine Unterstützung als regionale Geschäftsbank ist einzigartig.“ VR-Bank-Vorstand Klaus Sievers gab das Lob postwendend zurück: „Wir arbeiten bei diesem Thema nur mit vertrauensvollen Leuten aus der Region zusammen.“ Und mit einem humorvollen Seitenhieb gab er Minister Meyer außerdem gleich noch mit auf den Weg, dass sich die Nordfriesen ein ähnliches Tempo wie beim Ausbau der Datenautobahn auch in Sachen B5-Ausbau wünschen.

„Gemeinsam sind wir stark“, strich BNG-Aufsichtsrats-Vorsitzender Hans-Detlef Feddersen unter anderem mit Hinweis auf die Windenergie Goesharde GmbH heraus: In einer eher strukturschwächeren Region werde Wertschöpfung aus Bürgerwindparks „sehr effizient als Hilfe zur Selbsthilfe eingesetzt“. „Auch bei diesem Thema hat Nordfriesland die Nase weit vorn“, konstatierte denn auch Reinhard Meyer.

„Standortfaktor Nummer eins ist heute der Glasfaser-Ausbau“, betonte Dr. Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko). Es sei exemplarisch, was die BNG leiste: „Wir müssen auf nachhaltige Infrastruktur setzen.“ Kritisch schaut auch Albers Richtung Berlin. Es könne nicht angehen, das drei Milliarden Euro ausgegeben werden sollen für „alte, ausgediente Kupfer-Infrastruktur“. Er wünschte sich stattdessen „ganz viele BNG’s“.

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