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Hilfsbereite Ehrenamtler : Im Notfall sofort zur Stelle

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Beim Kitesurf-World-Cup in St. Peter-Ording ist die DLRG jeden Tag 13 Stunden auf dem Eventgelände im Einsatz. Von der Schramme bis zum Notfall auf dem Wasser reicht ihr Aufgabengebiet.

Es ist Hochsaison am Strand von St. Peter-Ording. Seit Wochen herrscht bestes Sommerwetter, das die Menschen zu tausenden ans Meer lockt. Und das heißt auch Hochsaison für die hauptamtliche Schwimmaufsicht der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording und ihre ehrenamtlichen Helfer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Zudem findet noch bis Sonntag der Kitesurf-World-Cup am Ordinger Strand statt. So haben die Rettungskräfte eigentlich immer etwas zu tun – von der Schramme bis zur Rettungsaktion für Kitesurfer.

So mussten Helfer der DLRG eine Wassersportlerin aus ihrer misslichen Lage befreien. „Bei ständig wechselnden Winden verlor sie die Kontrolle“, berichtet der DLRG-Vorsitzende Johann Stauch. Nachdem sie ihren Schirm ausgeklinkt hatte, versuchte sie mit ihrem Brett an das Ufer zu kommen. „Aufmerksame Besucher am Strand verfolgten das Geschehen und schlugen bei uns Alarm.“ Auch den verloren geglaubten Schirm konnten die Rettungskräfte wieder an Land bringen. Tags zuvor hatte ein Badegast seine Tochter als vermisst gemeldet. „Da läuten bei uns alle Alarmglocken“, sagt die gelernte Rettungsassistentin beim Kreis Nordfriesland, Katrin Töpke. Zusammen mit weiteren 20 Helfern ist sie ehrenamtlich bei der DLRG tätig. „Zum Glück konnte das vermisste Mädchen nach kurzer Zeit wohlbehalten und gesund gefunden werden.“ Dies seien nur zwei von unzähligen Einsätzen, bei denen es unter Umständen um Leben und Tod gehe.

Während der Großveranstaltung werden die Mitarbeiter noch mit anderen Situationen konfrontiert. „Natürlich spielt bei den abendlichen Partys der Alkohol eine Rolle“, erklärt Nils Stauch, Technischer Leiter im Bereich Einsatz der DLRG. „Wenn dies im Rahmen bleibt, ist dies auch in Ordnung.“ Doch während ihrer Bereitschaft treffen sie insbesondere gegen Abend Gäste an, die offensichtlich zu tief ins Glas geschaut haben und nicht mehr Herr ihrer Sinne sind. „Da kommt es schon öfters vor, dass Betrunkene in der Dunkelheit ins Wasser gehen wollen.“ Durch ruhiges Zureden könne man jedoch die meisten Personen von diesem gefährlichen Vorhaben abbringen. Johann Stauch betont: „Wir haben hier keine Ballermann-Situation, es läuft alles gesittet, fröhlich und in freundlicher Atmosphäre ab.“

Die DLRG-Station befindet sich derzeit am südlichen Eingang des Zeltdorfes am Ordinger Strand, in direkter Nachbarschaft zur Polizei. „Die Zusammenarbeit ist perfekt“, sagt Nils Stauch. Von zehn Uhr morgens bis nachts um ein Uhr ist die Station besetzt. „Nachts ist auch ein Bootsführer anwesend“, versichert Stauch. Eine große Erleichterung ist das Verbot von Glasflaschen am Strand. „Schnittwunden aufgrund von herumliegenden Glassplittern im Sand kommen so gut wie nicht mehr vor“, berichtet Katrin Töpke. Doch gegen Muschelschnitte sei niemand gewappnet.

Auch mit der Tagesverfügbarkeit sind der Vorsitzende und der technische Leiter zufrieden. „Wir haben im Jahr mehr als 70 Einsätze, und kein Notfall ist von uns bisher verpasst worden.“ Denn die DLRG versieht den Rettungsdienst am Strand rund ums Jahr rund um die Uhr, und im Sommer auch immer dann, wenn die hauptamtlichen Kräfte nicht im Einsatz sind. Neben einem typischen Rettungswagen besitzt die DLRG noch ein spezielles Rettungsfahrzeug. Es ist mit einem besonderen Fahrgestell ausgestattet, so dass es auch im lockeren oder nassen Sand gut und schnell voran kommt. „Dieses Fahrzeug ist uns bis Januar 2015 vom Autokonzern VW zur Verfügung gestellt worden, wir sind auf derartige Unterstützung angewiesen“, erklärt Johann Stauch. Wie es danach mit dem Fahrzeug weitergeht, mit dem schon mehrmals Menschenleben gerettet wurden, ist noch nicht klar. „Wir würden es natürlich gerne behalten, aber da kommt es darauf an, wieviel wir noch draufzahlen müssen.“ In Anbetracht der Tatsache, dass die ehrenamtliche Hilfsorganisation sämtliche Ausgaben und Anschaffungen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziere, müsse diese Frage vorher geklärt werden. Da die DLRG in Schleswig-Holstein nicht dem Katastrophenschutz zugeordnet sei, bekomme sie auch keine staatlichen Zuwendungen, so Stauch. Derzeit würden jedoch Gespräche geführt, die vielversprechend seien, so seine Einschätzung.

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