Eine Bayerin als Quiz-Königin : Im Norden neue Wurzeln geschlagen

Will Leuchte des Nordens werden:  Uta Knizia.
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Will Leuchte des Nordens werden: Uta Knizia.

Viele Jahre war sie als Fotografin der Husumer Nachrichten unterwegs. Jetzt vertritt die gebürtige Bayerin Uta Knizia aus Husum Schleswig-Holstein bei der NDR-Fernseh-Quizshow „Leuchte des Nordens“.

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25. November 2013, 12:00 Uhr

Es ist ein bisschen wie mit dem berühmten Kuckucksei: Dass sie nicht aus Nordfriesland, sondern vom anderen Ende der Republik kommt, kann Uta Knizia nicht verleugnen. Wenn sie spricht, spricht die Bayerin in ihr immer mit – bis auf den heutigen Tag. „Dieser Teil meiner Ein-Nordung ist gründlich in die Hose gegangen“, räumt die 70-Jährige auch nach 45 Jahren „in der Fremde“ unumwunden ein. Aber Plattdüütsch versteht sie, und auch durch die Geschichte Schleswig-Holsteins bewegt sie sich nicht wie eine Zugereiste. Im Gegenteil: Wenn Knizia und ihr Mann Manfred alias „Manni“ abends im Fernsehen diese „Quiz-Geschichten gucken“, wird aus der Mutter und Großmutter im besten Wortsinn eine Besserwisserin. Grund genug für „den Herrn Gemahl“, sie für die NDR-Show „Leuchte des Nordens“ anzumelden.

Ob Manfred Knizia ihr nun ernsthafte Chancen einräumte oder nicht – Knizia nutzte sie und saß schon wenige Wochen später im Zug nach Kiel, wo sie mit einem Dutzend anderer Kandidaten aus Schleswig-Holstein zum Casting eingeladen war. „Wir mussten alle auf einmal rein“, erinnert sich die frühere Fotografin der Husumer Nachrichten. „Und das waren ja nur die Anwärter aus Schleswig-Holstein.“ Parallel gab es in Hamburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen weitere Castings, denn bei der Leuchte des Nordens wetteifern Kandidaten aus allen fünf nördlichen Bundesländern miteinander.

Eigentlich glaubte Knizia nicht wirklich an ihren Erfolg – „schon gar nicht, als die anderen zu erzählen anfingen. Was die alles machten. Ich wurde immer kleiner“, sagt sie. Aber irgendwie muss die Frau, die so gern lacht, die Jury dann doch überzeugt haben. Bei den Fragen lag sie jedenfalls nur einmal daneben. „Von Freddy Quinn hatte ich gedacht, dass er bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg einen Schurken gegeben habe. Aber es war Sam Hawkens“, berichtet sie und schiebt schnell noch dessen unvergessenes Bonmot „Wenn ich mich nicht irre“ hinterher. Ein verschmerzbarer Fehler, den die „Leuchte Nordfrieslands“ wettmachte, als sie vor laufender Kamera von ihrem Leben erzählte und sich als das ausgab, was sie ist: reisefreudig, Fotografin, Aquarellmalerin, Gärtnerin und bekennende Großmutter. Das kam an. So sehr, dass Knizia glatt die Zeit vergaß – und Manni mahnte: „Nun mach’. Wir müssen den Zug noch kriegen.“

Wieder zu Hause begann die Zeit des Wartens. Aber das machte Uta Knizia nichts aus. Sie hatte einen Tipp bekommen: Je länger es dauert, desto besser die Chancen. Die Nachricht, dass sie dabei sei, ereilte die Husumerin dann auch an ungewöhnlichem Ort: auf dem Flughafen in Hamburg – unmittelbar vor dem Start nach Mallorca, von wo aus es für sie und Manni mit dem Kreuzschiff ins Mittelmeer gehen sollte.

Seither wurde gebüffelt. „Das Konzept der Sendung wird gerade überarbeitet, berichtet Knizia. Neben den Quizfragen über Norddeutschland rückt künftig auch das Lebens der Kandidaten, deren Herkunft und Hobbys, in den Blickpunkt. Außerdem gibt es eine Buzzer-Runde – und bei falsch beantworteten Fragen Punktabzug.

Das alles kann eine Uta Knizia freilich nicht erschüttern. Ob sie es am Ende schafft, wird allerdings erst am 1. Juni 2014 verraten. Dann läuft die Sendung ab 22 Uhr im NDR-Fernsehen. Knizia gibt sich olympisch: Dabei gewesen zu sein, ist alles. „Aber die Reise würde ich schon gern gewinnen.“ Da käme dann auch Manni wieder mit. Der war bei der Aufzeichnung allerdings nur Zaungast. Selbst als Kandidat anzutreten, hatte er abgelehnt, „weil er mir die Show nicht stehlen wollte“, sagt Knizia.

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