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500 Flüchtlinge nach Seeth : Im Mai fällt die Entscheidung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kaserne Seeth könnte ab Herbst dieses Jahres Übergangs-Erstaufnahmelager werden. Nach den Planungen des Landes sollen dort vier Monate lang bis zu 500 Flüchtlinge für jeweils sechs Wochen einquartiert werden.

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erstellt am 14.Apr.2015 | 09:00 Uhr

Wenn im Sommer die letzten Soldaten des Lazarettregiments 11 aus der Stapelholm-Kaserne in Seeth ausgezogen sind, dann sollten, so der Leitende Verwaltungsbeamte des Amtes Nordsee-Treene, Claus Röhe, nicht gleich alle Schalter und Versorgungsleitungen auf Null geschaltet werden. Denn gestern wurden er und die Bürgermeister der Umlandgemeinden von Dr. Steffen Lüsse aus dem Kieler Innenministerium über die Pläne seines Hauses informiert. Vorgesehen ist nämlich, in der ab Sommer leerstehende Bundeswehr-Kaserne Flüchtlinge einzuquartieren.

„Wir wollen hier keine dauerhafte Erstaufnahmestelle einrichten“, unterstrich Dr. Lüsse. Geplant sei vielmehr, eine Übergangslösung zu schaffen. Vermutlich ab Herbst und dann rund vier Monate lang, wird die Kaserne dann als Übergangs-Erstaufnahmelager genutzt. Doch sicher sei dies noch nicht, aber schon sehr wahrscheinlich, unterstrich Dr. Lüsse. Abschließend entschieden werde aber erst nach dem Flüchtlingsgipfel am 6. Mai dieses Jahres.

Gegenwärtig verfügt die Erstaufnahmestelle in Neumünster über eine Kapazität von 650 Plätzen. Für die Unterbringung stehen 450 Plätze in Gebäuden und 200 in Wohncontainern zur Verfügung. Diese sollen ab Spätsommer durch so genannte Modulhäuser mit zusammen dann 400 Plätzen ersetzt werden. Zusätzlich stehen dem Land ab Mai weitere 350 Erstaufnahmeplätze in der Außenstelle Boostedt zur Verfügung.

Seeth solle nicht zu einer dauerhaften Außenstelle für Neumünster ausgebaut werden, betonte Dr. Lüsse in der Mildstedter Amtsverwaltung. Die Stapelholm-Kaserne sei von der Infrastruktur her sehr gut geeignet. Es müssten keine größeren Umbauarbeiten vorgenommen werden, die Kaserne werde schließlich bis in den Sommer hinein genutzt. Es gebe für die angepeilten rund 500 Flüchtlinge eine zentrale Küche und auch alle anderen notwendigen Einrichtungen, wie Sanitäranlagen, Aufenthalts- und Speiseräume, erläuterte Claus Röhe.

Die Lage der Kaserne sei wegen der fehlenden Angebote im Umland nicht optimal, daher plane man dort nur eine Übergangslösung, versicherte der Kieler Vertreter in der Gesprächsrunde. Zudem bräuchte sich niemand Sorgen um die Sicherheit zu machen. Auf dem Gelände werde ähnlich wie in Neumünster eine kleine Polizeistation eingerichtet, zudem würden etwa 30 Personen für die Flüchtlinge vor Ort arbeiten.

Nur der von Flüchtlingen bewohnte Teil soll eingezäunt werden, da sich auf dem mehr als 40 Hektar großen Gelände vielleicht schon erste Unternehmen ansiedelen. „Die Asylbewerber können sich frei bewegen, sie sollen nicht kaserniert werden“, sagte Dr. Lüsse. Jedoch könntens cih schon erste Unternehemn auf dem Areal ansiedeln. Allerdings , auch wenn die Kaserne selbst optimale Voraussetzungen biete, das Umland ist nicht für die Aufnahme von so vielen Flüchtlingen geeignet, räumen Dr. Lüsse und Röhe ein. Aber, so beide übereinstimmend, es handele sich nur um eine Zeit von maximal sechs Wochen, ehe sie auf die Kreise und dann weiter auf die Ämter verteilt werden. Dennoch, es werde wohl keine Extra-Bushaltestelle eingerichtet.

Profitieren von den Flüchtlingen könnte allein die Gemeinde Seeth, denn auf ihrem Gebiet liegen die Wohngebäude des Kasernengeländes. „Während ihres Aufenthalts werden die Flüchtlinge wie Einwohner behandelt“, erläutert Dr. Lüsse. Dies mache sich dann in den Schlüsselzuweisungen des Landes an die Gemeinde bemerkbar. Ob da tatsächlich etwas hängen bleibt, bezweifelt allerdings Verwaltungsfachmann Röhe.

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