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Neuer Deich auf Nordstrand : Im Klimawandel Profil zeigen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Arbeiten für Nordfrieslands ersten Klimadeich auf der Halbinsel Nordstrand liegen voll im Zeitplan. Mit „Küstenschutz im Klimawandel“ beschäftigen sich heute auch 150 Küsteningenieure bei ihrer Fachtagung in Husum.

Nordfrieslands erster Klimadeich auf der Halbinsel Nordstrand nimmt mehr und mehr Gestalt an. Mit schwerem Gerät wird dort zwischen Nordhafen und dem Hafen Strucklahnungshörn der Landesschutzdeich vor dem Alten Koog auf einer Länge von zweieinhalb Kilometern verstärkt. Dabei wird das Küstenschutz-Bauwerk um 90 Zentimeter auf eine Höhe von 8,70 Meter erhöht. Die Böschung zum Meer hin wird flacher, die Breite der Deichkrone verdoppelt sich auf fünf Meter. Steigt der Meeresspiegel stärker als prognostiziert, kann der Deich aufgrund dieser Baureserve mit Klimaprofil in der Zukunft schnell und kostengünstig erneut erhöht werden.

Die Nordstrander Küstenschutz-Maßnahme, für die Gesamtkosten von rund 27 Millionen Euro veranschlagt sind, gilt in Fachkreisen als das erste Bollwerk neuer Bauart gegen den Blanken Hans, das in Schleswig-Holstein in Angriff genommen wurde. Weil die Arbeiten schneller vonstatten gingen, ist inzwischen freilich in Büsum (Kreis Dithmarschen) ein anderes Deichbau-Projekt abgeschlossen, das als erste Klimadeich im Land gefeiert wurde.

Das neue Nordstrander Projekt schützt nach Angaben des Landesbetriebes Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) rund 600 Hektar Niederungsgebiet mit rund 370 Einwohnern und geschätzten Sachwerten in Höhe von 55 Millionen Euro. Die Arbeiten laufen seit dem Frühjahr 2013, liegen im Zeitplan und sollen voraussichtlich Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein. Der Deich wird auf zwei kleineren Teilstrecken durch rund 90 Zentimeter hohe Schutzwände sturmflutsicher. Vor den Gaststätten in Nordhafen sollen diese Glaselemente erhalten, um den freien Blick auf die Nordsee zu ermöglichen. Auf der gesamten Deichkrone will die Gemeinde Nordstrand eine Flaniermeile mit Verweilzonen einrichten.

Über den Fortgang der Arbeiten informierten sich auch die Teilnehmer der Deichschau, an der neben Hans Friedrich, Deichgraf für den Bereich Husum-Nord, auch seine Kollegen Kurt Maart, Herwig Albertsen und Gerhard Volquardsen sowie LKN-Abschnittsleiter Dieter Schulz teilnahmen. Bis zur nächsten Sturmflutsaison sollen diese Arbeiten fertig sein. „Wir gehen davon aus, dass bis Ende September der Deich geschlossen ist“, sagte Bauleiter Lutz Pfitzner den Deichläufern, die auch andere Abschnitte und die Hamburger Hallig in Augenschein nahmen, wo man nun mit Lebendfallen dem Kaninchenbefall beikommen will.

„Küstenschutz im Klimawandel“ ist heute auch Thema des 4. Küstentages des Bundes der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau (BWK) in Husum. Dazu tagen rund 150 Küsteningenieure im Nordsee-Congress-Centrum. Zum Auftakt spricht Ministerialdirigent Dietmar Wienholdt, Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, über Umweltpolitik und Küstenschutz im Bundesland Schleswig-Holstein. Vertreter des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz befassen sich anschließend mit den Herausforderungen bei der Umsetzung von Küstenschutzmaßnahmen. Die Eröffnungsveranstaltung wird mit einem Vortrag von Prof. Jürgen Grabe vom Institut für Geotechnik und Baubetrieb der TU Hamburg-Harburg über den Deichbau auf weichem Untergrund abgeschlossen. Anschließend besichtigen die Kongressteilnehmer auf Fachexkursionen die Deichbauwerke auf Nordstrand und in Büsum.

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erstellt am 24.Apr.2015 | 07:00 Uhr

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