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Husumer Nachrichten

18. Oktober 2017 | 04:51 Uhr

Im Handwerk zählen Glück und Erfolg

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dass Geld allein nicht glücklich macht, lässt sich leicht an Hamburg festmachen. Dort leben zwar die reichsten Menschen, doch die Schleswig-Holsteiner sind zufriedener mit dem, was sie unter eher schwierigen Bedingungen im ländlichen Raum und an der Küste in ihrem Leben erreicht haben. Das zeigte Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen höchst amüsant, aber hart in der Sache vor der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord in Niebüll auf.

Der Finanzwissenschaftler stellte die Ergebnisse der von ihm und seinen Kollegen der Uni Freiburg/Breisgau seit 30 Jahren gepflegten Glücksforschung in den Mittelpunkt. Ihr bundesdeutscher Glücksatlas weist die Schleswig-Holsteiner als die zufriedensten Bundesbürger aus.

Raffelhüschen erinnerte an die „großen G“, die die Zufriedenheit der Menschen bestimmen: Geld, Gesundheit, Geborgenheit in der Gemeinschaft sowie „Genetik oder Mentalität“. Die Forscher ermitteln unter stets denselben 20 000 Probanden auf einer Skala von eins bis zehn die subjektive Zufriedenheit mit ihrem Leben und versuchen dabei objektive Kriterien für ihre Aussagen zu erkennen. Raffelhüschen räumte in Niebüll mit einem Vorurteil auf: Viele halten Geld und Gesundheit als entscheidende Faktoren für das subjektive Glücksempfinden. Glücklich seien aber auch arme, gehandicapte oder kranke Menschen – etwa aufgrund ihrer Lebenseinstellung oder des sozialen Umfeldes.

Im Leben von Hans-Jürgen Grube, der als Kreishandwerksmeister verabschiedet wurde (wir berichteten), bieten sich laut Raffelhüschen, rein statistisch, mehrere Glücksmomente. Der Dipl.-Ing. Grube wohnt in Dänemark, wo die glücklichsten Europäer leben. Er fährt zur Arbeit in seinen Betrieb auf Sylt – die Bewohner aller Nordsee-Anrainerstaaten zählten zu den Glücklichsten. Und die Handwerks-Organisation biete ihm die für höchste Zufriedenheit notwendige soziale Gemeinschaft.

Zur Abschiedsfeier von Hans-Jürgen Grube und dem dem Vortrag von Professor Raffelhüschen waren zahlreiche Gäste auf Einladung der Kreishandwerkerschaften Nordfriesland-Nord und -Süd in der neuen Mensa der Regionalschule erschienen. „Wir werden euer Werk mit bestem Wissen und Gewissen weiterführen“, versprach Malermeister Ingwer Christophersen in seiner Antrittsrede als neu gewählter Kreishandwerksmeister. Darin würdigte das Engagement von Hans-Jürgen Grube und des ehemaligen Geschäftsführers, Berthold Brodersen, der vor wenigen Wochen ebenfalls verabschiedet wurde.

Grube übernahm 2002 übernahm die Geschicke des Kreishandwerksmeisters. Seit 2003 ist er Ortshandwerksmeister von Sylt und wird dieses Amt auch weiterhin ausführen. Elf Jahre lang arbeiteten Grube und Brodersen Seite an Seite – mit Erfolg: „Du wirst Dich aus dem Amt mit dem besten Ergebnis aller Geschäftsjahre verabschieden“, dankte Brodersen. Gute Worte für Grube gab es auch von Siegfried Puschmann, stellvertretender Kreispräsident, und vom Vize-Präsident der Handwerkskammer, Bernd Eichner. Ulrich Mietschke, Präsident des Handwerks Schleswig-Holstein, zeichnete ihn mit der Silbernen Ehrennadel der Arbeitsgemeinschaften auf Bundesebene aus.


Die weiteren Wahlergebnisse: Neu gewählt wurden Broder Ingwersen (Neukirchen) zum stellvertretenden Kreishandwerksmeister und Christian P. Andresen (Niebüll) als Mitglied. Wiedergewählt wurden Silvia Isler (Großenwiehe), Broder Raffelhüschen (Sylt), Guido Wissel (Föhr) und Manfred Hansen (Ladelund).


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