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Sturmflut drei Meter über Normal : Im Griff von Xaver

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf 150 Meter Länge hat der Orkan vom neuen Deich auf Nordstrand Boden abgetragen. Weil der alte Deichkörper aber noch erhalten ist, droht keine unmittelbare Gefahr. Der Pegel stand drei Meter über Normal.

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 20:02 Uhr

Am stärksten betroffen in der Region zwischen Schlüttsiel und
St.-Peter-Ording war gestern Nordstrand. Die harten Nordseewellen hatten den neuen Deich auf einer Länge von 150 Metern leicht beschädigt und Boden abgetragen. „Das birgt Risiken“, weiß Bürgermeister Werner-Peter Paulsen. Für ihn war ohnehin klar, dass der Orkan eine „gewaltige Bewährungsprobe“ sein würde. Dennoch gibt er sich gelassen. „Die Baufirma und Mitarbeiter des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein sind vor Ort“, sagte er, und: „Wir gehen alles etwas ruhiger an.“ Die Fachleute bestätigten dem Gemeinde-Chef, dass keine unmittelbare Gefahr bestehe, zumal der alte Deichkörper noch voll erhalten sei.

Der Hafenbereich Strucklahnungshörn war bereits ab 11 Uhr abgesperrt. Vier Stunden später stand das Hafengelände unter Wasser. Nasse Füße bekamen auch die Bewohner eines Reethauses in Halebüll. Die Wellen schwappten über ihr Grundstück auf die Straße. Polizisten machten die Stöpe nach Wobbenbüll dicht und sperrten den Damm nach Nordstrand für etwa eine Stunde. Vorsichtshalber stand ein Rettungswagen am Feuerwehrhaus parat.

Mit gut drei Metern über Normal war der Wasserstand auf Nordstrand einen halben Meter höher als vorausgesagt. Die Deichgänger liefen von 13 bis 17 Uhr Patrouille und dann wieder nachts – denn das Hochwasser sollte auf 3,50 Meter steigen und der Wind auf Nordwest drehen. „Der neue Deich bekommt dann die volle Wucht von vorne ab“, sah Paulsen am Abend doch etwas sorgenvoll dem Ereignis entgegen. Keine Frage, dass er nach Mitternacht wieder am Deich sein wird. Der Krisenstab berät dann, wie es weitergeht. Als die Morgen-Fähre von Nordstrand gestern auf Pellworm angelegt hatte, wurde dort die Schifffahrt um 9.15 Uhr eingestellt. Sie wird voraussichtlich bis heute Nachmittag – eventuell auch bis Sonnabend – ruhen.

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