Wintereinbruch : Im Griff des Schmuddelwetters

Recht sparsam zeigte sich der Wochenmarkt bestückt. Trotzdem fanden eine ganze Reihe Kunden den Weg zum Marktplatz, um sich mit frischen Waren einzudecken.
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Recht sparsam zeigte sich der Wochenmarkt bestückt. Trotzdem fanden eine ganze Reihe Kunden den Weg zum Marktplatz, um sich mit frischen Waren einzudecken.

Schnee und Matsch erinnerten gestern (29. Januar) in Husum daran, dass tatsächlich Winter ist. Das Team vom Kommunalen Servicebetrieb hatte den ganzen Tag über alle Hände voll zu tun. Doch schwere Unfälle gab es nicht.

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29. Januar 2015, 18:45 Uhr

Physikalisch gesehen findet auf einer winterlichen Straße der Übergang von der Haft- zur Gleitreibung einfach nur etwas früher statt. Sprich: Autos rutschen eher, wenn die Fahrbahn glatt ist oder voller Schnee liegt. Aber das ist gar nicht mal so ohne, wie die Husumer – und nicht nur sie – gestern erleben mussten. Das ganz große Chaos wie in anderen Teilen Schleswig-Holsteins blieb zwar aus, aber hinderlich ist so ein Wintertag mit allen Schikanen dann doch. Wer nicht unbedingt raus musste, blieb zu Hause, und manche Geschäfte oder auch die Wartezimmer von Ärzten und Tierärzten waren merklich leerer als sonst. In anderen war beim Publikumsverkehr keine Veränderung zu bemerken – höchstens, dass die Fußböden schmutziger aussahen als sonst.

Für die Polizei gab es im Husumer Stadtgebiet nicht viel zu tun, doch im Umland kam es zu einer Reihe von Glätteunfällen. In Westerhever rutschte ein Schulbus in den Graben und blieb auf der Seite liegen. Die drei Kinder im Bus mussten von der Freiwilligen Feuerwehr aus Osterhever und Garding aus dem Fahrzeug geborgen werden. Ein Kind wurde leicht verletzt, konnte aber nach ambulanter Behandlung – wie die beiden anderen – an die Eltern übergeben werden.

Glück im Unglück hatte der Fahrer eines polnischen Sattelzuges. Auf der Simonsberger Straße geriet das Gespann ins Rutschen und kam gerade noch rechtzeitig zum Stehen, bevor er in den Graben gekippt wäre. Nur ein Meter hatte noch gefehlt. So aber konnte ein Spezial-Abschleppdienst das lange Gefährt aus seiner misslichen Lage befreien. „Ende gut, alles gut“, kommentierte ein Polizeibeamter. Während der zweistündigen Aktion musste die Straße allerdings komplett gesperrt werden.

Gerutscht und geschliddert wurde auch in Husum, doch vermehrte Einsätze musste die Polizei deswegen erfreulicherweise nicht fahren. Drei Unfälle im Stadtgebiet und keiner davon schwer: „Das ist im ganz normalen Bereich“, fasste ein Sprecher die Lage nach Prüfung der Einsatzberichte zusammen. Auch das Krankenhaus konnte keine ungewöhnliche Zunahme an Verletzungsfällen vermelden.

Das war sicher auch ein Verdienst des städtischen Räumdienstes, der bereits um 5 Uhr morgens ausgerückt war, um zunächst die Straßen und ab 7 Uhr dann auch Fußwege und Ampeln freizuräumen. „Und damit haben wir den ganzen Tag weitergemacht“, sagt Dirk Dibbern, Teamleiter beim Kommunalen Servicebetrieb Husum (KSH).

„Schieben, schieben, schieben“ – das war die Parole, die das 27-köpfige KSH-Team bis in den Abend in Gang hielt. Denn auch wenn ein Großteil des Schnees im Lauf des Tages gleich wieder wegschmolz, bestand doch zumindest die Gefahr, dass der Rest am Abend oder in der Nacht überfrieren könnte. „Deshalb haben wir versucht, so viel Schneematsch von Straßen und Wegen herunter zu bekommen wie möglich, damit sich diese über Nacht nicht in gefährliche Eispanzer verwandeln.“ Kuriosum am Rande: Zum Beweis für seine Frau hat Dibbern die Schneefälle mit dem Fotoapparat festgehalten, denn bei ihm Zuhause – im nördlichen Kreisgebiet – hatte es erst gar nicht geschneit.

Gespannte Ruhe herrschte im städtischen Ordnungsamt: „Wir hatten heute einen einzigen Beschwerdeanruf. Darin beklagte ein Mann, dass sein Nachbar den Gehweg vorm Haus nicht geräumt habe“, sagte Karl-Friedrich Bumb. „Und weil deren Vorhersagen immer recht gut sind, schaute der stellvertretende Ordnungsamtsleiter am Nachmittag noch mal beim dänischen Wetterdienst rein: „Demnach soll es ab 18 Uhr keinen Schnee mehr geben“, sagte er lächelnd. 18 Uhr war da noch zwei Stunden hin. Und in Husum hatte es bereits aufgehört zu schneien – jedenfalls fast.

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