zur Navigation springen

Greenpeace auf Nordfriesland-Tour : Im Einsatz für bedrohte Fische

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die „Beluga II“ legte im Husumer Hafen an. Besucher konnten die Ausstattung des für die Umweltschützer konzipierten Seglers bestaunen. Sie wurden aber vor allem über die bedrohlichen Folgen von Überfischung informiert.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2014 | 15:00 Uhr

Das eigens für die Arbeit von Greenpeace konzipierte Segelschiff „Beluga II“ geht auf große Tour durch Norddeutschland. Unter dem Motto ,,SOS – Rettet unsere Meere“ informieren in 15 Häfen ehrenamtliche Mitarbeiter an Bord des 34 Meter langen Schiffes über ihre Arbeit und aktuelle Aktionen – so wie in Husum. ,,Die Greenpeace-Crew freut sich auf Besucher an Bord und berichtet gern Spannendes rund um den Meeresschutz“, versichert Atticus Hoppe, der Organisator der Schiffstour entlang der Nordseeküste.

Die Umweltschützer klären bei dieser Reise über den kommerziellen Fischfang mit Fabrikschiffen und die zerstörerischen Folgen auf. ,,Wenn sich nicht umgehend etwas ändert, werden bis 2048 alle Speisefischarten erschöpft sein“, verweisen sie auf wissenschaftliche Studien. Die Aktivisten kämpfen gegen die Vernichtung weltweiter Fischbestände, die auch für die Menschen, die vom Fischfang leben, katastrophale Folgen haben wird.

Angeleitet von der Frage, „warum das zerstören, was wir lieben?“ erfahren die Besucher, worin die Arbeit von Greenpeace besteht und lernen, wie jeder Einzelne mithelfen kann, einige der Forderungen umzusetzen. Großflächige Schutzgebiete stehen dabei genauso auf der Agenda wie wissenschaftsbezogene Fangquoten, selektivere Fangmethoden und vor allem mehr Transparenz und Nachhaltigkeit im Handel.

Die Besucher haben die Möglichkeit, verschiedene Unterschriftensammlungen von Greenpeace zu unterstützen: so etwa einen Protestbrief an die Deutsche Seefisch-Manufaktur, die aufgefordert werden soll, ihre Handelsbeziehungen zu einer isländischen Fischfirma zu beenden, die mit der Walfangindustrie zusammenarbeitet. Aufklärung ist eines der zentralen Anliegen von Greenpeace. ,,Unsere Arbeit soll zu einem bewussten Umgang mit unserer Umwelt motivieren“, sind sich die Mitarbeiter Gustavo Pinzon und Dr. Simone Galluba einig.

Bei einer spektakulären Aktion vor Sylts Küste kam auch die ,,Beluga II“ zum Einsatz. Zwischen 2008 und 2011 verhinderten „Regenbogen-Krieger“ das Fischen mit Grundschlepp-Netzen. Diese Netze zerstören das empfindliche Ökosystem am Meeresgrund. Die Aktivisten ließen rund 300 Steine zu Wasser, so dass das Fischen mit diesen Netzen nicht mehr möglich war. Das steinerne Schutzschild, das heute auf Seekarten eingetragen ist, sorgt dafür, dass Fischer, die diese Methode anwenden, die Gebiete meiden und sich Pflanzen und Tiere langsam wieder neu ansiedeln.

Hinter der „Beluga II“ steckt ein umweltfreundliches Konzept. So stammt das Holz, das bei dem Bau verwendet wurde, aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Der Anstrich ist biozidfrei. Beleuchtet wird das Schiff über LED, also ohne Quecksilber. Das Abwassersystem ist geschlossen, das heißt, dass die Abwasser aus Toilette und Küche gesammelt und nicht auf offener See entsorgt werden. Im Schiffsbauch gibt es eine Luke, durch die ein Container mit integriertem Labor in das Schiff gehoben werden kann, um Wasserproben sofort zu untersuchen. Die „Beluga II“ ist rund acht Monate im Jahr im Einsatz: ob bei Aktionen oder Infotouren.


Bis zum 5. September ist die „Beluga II“ auf Infotour zum Thema „Meeresschutz“ und wird in Nordfriesland unter anderem noch Föhr, Amrum, Sylt und Pellworm anlaufen. Eine feststehende Route gibt es jedoch nicht, da es je nach Wetterlage zu Änderungen kommen muss.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen