Abschied von Britta Jordan : Im Dienste der Frauenarbeit

Verabschiedet sich nach Eckernförde: Britta Jordan.
Verabschiedet sich nach Eckernförde: Britta Jordan.

Nach sieben Jahren als Referentin für Frauenarbeit verlässt Britta Jordan den Kirchenkreis Nordfriesland.

shz.de von
17. August 2018, 14:00 Uhr

Es ist ein besonderer Blick auf Themen, den die Evangelische Frauenarbeit im Kirchenkreis Nordfriesland mitbringt. Gesellschaftspolitisch nimmt sie Fragen der sogenannten Geschlechter-Gerechtigkeit auf, und weltpolitisch fragt sie nach den Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen in anderen Ländern. Aber sie sieht auch nach innen, sucht nach neuen Formen der Spiritualität und arbeitet mit persönlichen Biografien. Britta Jordan hat diesen Blick sieben Jahre lang als Referentin für Frauenarbeit mitgeprägt. Nun zieht sie mit ihrer Familie nach Eckernförde. Am Donnerstag, 30. August, wird sie im Evangelischen Regionalzentrum Westküste (ERW) in Breklum, Kirchenstraße 4, verabschiedet.

„Wir haben in der Frauenarbeit die Gesellschaft immer im Blick“, sagt die 50-Jährige, die in Freiburg Religionspädagogik und Gemeindediakonie studiert hat. Als Referentin für Frauenarbeit hat sie sich oft mit Engagierten aus anderen politischen und religiösen Zusammenhängen getroffen, um Themen voranzubringen. „Die Pflegearbeit zum Beispiel“, sagt Jordan, „wird immer noch überwiegend von Frauen – ehrenamtlich oder beruflich – geleistet.“ Das habe nicht nur Einfluss auf die Erwerbsbiografie und später auch auf die Rente, das werde auch immer noch nicht angemessen bezahlt. „Erst seit auch Männer in diesen Berufen tätig sind, findet die Forderung danach langsam Gehör“, sagt sie nachdenklich. Im weltweiten Kontext ist das Thema Geschlechter-Gerechtigkeit noch drängender: In den Textilfabriken arbeiten überwiegend Frauen, Frauen in Kriegsgebieten sind in besonderer Weise belastet und gefährdet, Frauen weltweit haben viel zu oft noch keinen Zugang zu Bildung und Gleichberechtigung – ihnen bessere Bedingungen zu schaffen, ist das Ziel internationaler Frauensolidarität.

„Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel sich bewegt und wie viel wir bewegen“, sagt Jordan. In enger Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, mit der Kollegin Claudia Hansen und dem Frauenwerk der Nordkirche entwickelte sie Formate und Ideen, Veranstaltungen und Konzepte, die interessant und anregend für viele sind. Besonders am Herzen lagen ihr die Frauengottesdienste, die sie mehrmals im Jahr mit einem Team vorbereitete und dann in der Kapelle des Christian-Jensen-Kollegs (CJK) in Breklum feierte. Pilgerwege, Frauenkirchentage, das Frauenmahl – das waren Highlights, die sie gerne begleitete und voranbrachte. Ökumenische Themen und Veranstaltungen, an denen Frauen und Männer gemeinsam teilnehmen, prägten ihren Arbeitsalltag. „Es waren reiche Jahre“, sagt sie dankbar.

Aus familiären Gründen zieht Britta Jordan nun nach Eckernförde. Was sie dort erwartet und wie ihr Berufsweg an der Ostseeküste weitergeht, weiß sie noch nicht. Aber sie ist zuversichtlich und guten Mutes. Der Abschied von ihr beginnt um 18 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kapelle des CJK, Kirchenstraße 4. Anschließend gibt es noch ein gemütliches Beisammensein. Anmeldungen sind bis zum 27. August unter sekretariat@erw-breklum.de möglich.

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