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Sanierungsfälle in Husum : Im Altstadt-Parkhaus rostet der Stahl

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Am Altstadt-Parkhaus in Husum sind massive Schäden entdeckt worden. Nicht das einzige Sorgenkind der Stadt: Auch in Theodor Storms Gruft und auf dem Dach des Alten Rathauses besteht Handlungsbedarf.

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erstellt am 15.Nov.2014 | 09:30 Uhr

Ein baufälliges Parkhaus, ein marodes Dichter-Grab und ein Dachschaden – die Problemfälle, mit denen sich das Gebäudemangement der Stadt neuerdings herumschlagen muss, sind wahrlich nicht von Pappe. Ein Blick in Christiane Friedrichsens Kummerkasten, den die Verwaltungs-Mitarbeiterin auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses geöffnet hat . . .

Sorgenkind Nummer eins: das städtische, von der Langenharmstraße aus zu erreichende Altstadt-Parkhaus. Geplant war hier zunächst „nur“ eine Beton-Sanierung in mehreren Bereichen. Dabei fiel allerdings auf, dass an einigen Stellen das vom Beton ummantelte Stahlgerüst Korrosionsschäden aufweist – Anlass, um nun einmal die Standfestigkeit des zweigeschossigen Gebäudes, das auf der oberen und unteren Ebene jeweils Platz für 58 Autos bietet, gutachterlich zu überprüfen. Das Ergebnis liegt laut Friedrichsen vermutlich noch in diesem Jahr vor.

„Wir können nicht einfach den Beton sanieren und den korrodierten Stahl unberücksichtigt lassen“, erklärt die Expertin aus dem Gebäudemanagement. „Dann rostet es im Inneren einfach weiter.“ Je nachdem, was die Untersuchung ans Tageslicht bringe, müsse man abwägen: „Reichen ein paar kleinere bauliche Eingriffe aus, um die Lebensdauer des Parkhauses noch um einige Jahre zu verlängern, oder wäre das schon rausgeschmissenes Geld?“ Früher oder später, so Friedrichsen gegenüber dem im Nordsee-Congress-Centrum tagenden Bauausschuss, stelle sich die alles entscheidende Frage: Komplettsanierung oder Abriss?

Sorgenkind Nummer zwei: Theodor Storms Grab auf dem St.-Jürgen-Friedhof im Osterende. Die letzte Ruhestätte des berühmten Husumer Dichters war am 22. Oktober zum ersten Mal nach 48 Jahren wieder geöffnet worden – ein Ereignis, das sich nur jedes halbe Jahrhundert wiederholt (wir berichteten). „Es herrscht kein sofortiger Handlungsbedarf, aber da müssen wir ran“, fasst Friedrichsen das Ergebnis des Ortstermins zusammen, bei dem es im Wesentlichen darum ging, die Standfestigkeit des Grabmals zu prüfen. „Um die Gruft dauerhaft zu retten, empfiehlt der Statiker, die Schäden innerhalb von 18 Monaten zu beseitigen.“

Aus der Mängelliste geht zunächst einmal hervor, dass Ziegelmauerwerk und Tonnengewölbe durchfeuchtet und beschädigt sind. Dazu kommt die Feuchtigkeit, die durch den fehlenden Austausch der Luft entsteht – bedingt durch die Tatsache, dass der runde Belüftungsdurchlass an der hinteren und vorderen Wand früher irgendwann einmal geschlossen worden ist. Positiv zu vermerken: Baumwurzeln sind nicht eingewachsen. Dafür sind draußen an der Grabstätte die Fugen zwischen den Großsteinplatten bröselig. Und, so Friedrichsen: „Es fehlen auch Fugen, wodurch ebenfalls Feuchtigkeit in die Gruft eindringt.“ Fazit: Das Tonnengewölbe ist nicht akut einsturzgefährdet.

Sorgenkind Nummer drei: das Alte Rathaus in der Großstraße, aufwendig saniertes Domizil der Tourist-Information. „Da könnte längerfristig ein größerer Batzen auf uns zukommen“, so Friedrichsen. Orkan Christian habe im Oktober 2013 das Dach vermutlich „angelupft“. Es seien aber keine Dachpfannen auf die Straße geflogen – ein Versicherungsschaden liege nicht vor! „Die mit Mörtel verstrichenen Pfannen sind rausgebröselt, so dass die gesamte Dachfläche jetzt Regen durchlässt“, erklärt die Gebäudemanagerin. Ein Statik-Gutachten, das genaueren Aufschluss über den Handlungsbedarf am Dachstuhl geben soll, sei in Arbeit.

Zum Abschluss kann Friedrichsen aber immerhin noch mit einer erfreulichen Botschaft aufwarten: Beim Neubau der Mensa an der Gemeinschaftsschule Nord liegt die Stadt voll im Zeitplan. Gerade ist das Dach fertig geworden. Bis Ende November sollen an der Brinckmannstraße alle Glasscheiben eingebaut sein. Die nahende Winterzeit steht dann im Zeichen des Innenausbaus. Dabei wird die technische Ausstattung die meiste Zeit in Anspruch nehmen. „Um die Osterferien herum soll die Mensa fertig sein“, kündigt Friedrichsen an.

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