Joldelund : Illegal 2001 beim Open-Air-Spektakel

Die Toten Ärzte mit Leadsänger Jey Petersen waren einer der Kracher des Abends.
Die Toten Ärzte mit Leadsänger Jey Petersen waren einer der Kracher des Abends.

Neben der Kultband sorgten Die Toten Ärzte und Die Andersons für Festival-Atmosphäre.

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16. Juli 2018, 09:00 Uhr

Drei Kult-Bands rockten am Wochenende im Rahmen des Joldelunder-Open-Air-Festivals die Bühne. Bei Kaiserwetter und einem lauen Lüftchen wurde bis in die frühen Morgenstunden abgefeiert. Die Stimmungswogen schwappten immer wieder über, ein musikalischer Höhepunkt jagte den nächsten.

Für den kraftvollen Auftakt sorgten Ned, Ted und Brad aus Salt Lake City, Utah. Sie nennen sich Die Andersons und sind seit 2005 in Flensburg zu Hause. Einen Namen haben sie sich durch ihren Comedy-Rock gemacht. Im Gepäck hatten sie die größten Hits der vergangenen Jahrzehnte – präsentiert auf Akkustikgitarren und Cajon. „Time to wonder“ von Fury in the Slaughterhouse oder „Turn your Radio on“ von den Shakespeares Sisters trällerten die zahlreichen Fans vor der Bühne mit. Aber auch das übrige Publikum zeigte sich begeistert, denn die Musik war der ideale Einstieg für die härtere Gangart, die folgte.

In bester Manier rockten dann die fünf Musiker der Band Illegal 2001 was das Zeug hielt. Stürmisch und temperamentvoll nahmen die Vollblutmusiker der sich vor 30 Jahren „just for fun“ formierten Gruppe die Besucher mit in einen musikalischen Taumel voller bekannter Songs, wie „Nie wieder Alkohol“, „A7“ oder „Dosenbier“. Vor allem Frontmann, Gitarrist und Sänger Thomas Lötzsch spielte und kommunizierte mit dem Publikum gleichzeitig. Herausfordernde Momente für die Sicherheitskräfte waren seine spontanen Ausflüge mitten in die Fans, um sie zu begrüßen und ins Mikrofon singen zu lassen. Ansonsten glänzten die Musiker durch Perfektion und den immer noch spürbaren Spaß an ihrer Musik. Besinnliche Momente gab es bei dem Lied „Sei mein Freund“.

Eine Überraschung gab es zudem. Die Bandmitglieder holten für einen Titel die seit Anfang 2009 agierende Band Spiegelverkehrt mit den jungen Leuten Thyra Dahl, Elias, Paul und Anton Volquardsen, auf die Bühne. Sie hatte sich im Rahmen der musikalischen Arbeit im Jugendzentrum Breklum gegründet. Lötzsch ist dort Leiter.

Die Männer der Lübecker Gruppe Die Toten Ärzte um Sänger Jey Petersen zollten dann authentischen Tribut an die Punkrock-Bands Die Ärzte sowie Die Toten Hosen. Mit noch mehr Lautstärke brachten sie die Bühne zum Beben. Tanzen und Mitsingen zu den Hits wie „Westerland“ oder „An Tagen wie diesen“ war nicht nur für die Fans ein Muss. Mehr als 1000 Konzerte in 15 Jahren feierten die Cover-Band schon, und sie war Anheizer bei Peter Maffay, In Extremo oder Nina Hagen.

„Die waren wirklich sehr nahe an den Originalen“, fand Marion Starken von Nordstrand. „Das ist eine tolle Party hier“, meinte auch Robert Zander aus Flensburg in einer Pause. „Als ich 19 Jahre alt war, war Illegal 2001 mein Ding. Sie hatten sich gerade gegründet. Aber auch mit den Ärzten und Toten Hosen bin ich aufgewachsen. Heute ist mein 24-jähriger Sohn mit seiner Freundin und Bekannten hier, und die tanzen ganz vorn vor der Bühne. Die Bands mag er, genau wie ich.“ Ihm falle überhaupt auf, dass viele junge Leute mitfeierten und sogar die Texte mitsingen.

„Ich fand alle drei Bands voll cool“, schwärmte der 18-jährige Jan Jessen aus Niebüll am Ende. Er habe von dem Ereignis aus unserer Zeitung erfahren und sei mit Freunden da. Happy waren auch beide Veranstalter – Bio-Bäcker Gerd Lorenzen und Jan Nicolaisen (Verein Fete Joldelund): „Was wollen wir mehr. Die Leute feiern. Dafür lohnt sich der Aufwand.“

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