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Besondere Pferderasse : Ihre große Liebe ist ein sensibler Südamerikaner

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sabine Gaack aus Schwesing züchtet den Paso Peruano und nimmt mit dieser Pferderasse auch an Reitshows teil. Die Nordfriesin ist immer noch fasziniert vom Vier-Takt-Gang ihrer Vierbeiner.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2014 | 12:30 Uhr

Wenn Sabine Gaack über ihre Pferde spricht, ist oft erstmal buchstabieren angesagt. Denn die Nordfriesin züchtet Paso Peruanos. Seit mehr als 30 Jahren gehören wiehernde Vierbeiner zum Leben der Diplom-Bibliothekarin. Am Anfang drehte sich alles um Islandpferde und deren besondere Gangart „Tölt“. Irgendwann schaute Sabine Gaack „über den Tellerrand“ und wurde auf die südamerikanische Rasse Paso Peruano aufmerksam, die auch eine Tölt-Variante beherrscht.

Als Tochter Carolina beruflich nach Peru ging, nutzte Sabine Gaack bei einem Besuch die Chance, sich vor Ort die landestypische Rasse anzuschauen und zu reiten. Zurück in Deutschland kaufte sie sich einen eineinhalbjährigen Hengst, bildete ihn aus und begann, die Rasse zu züchten.

Während Isländer ebenso wie die Paso Peruanos über einen natürlichen Vier-Takt-Gang (Tölt) verfügen, kann der Paso Peruano noch mehr. Seine Vorderbeine können eine rollende, seitliche Bewegung machen – „ähnlich einem kraulenden Schwimmer“, erklärt Sabine Gaack. Diese spezielle Art kommt aus der Schulter des Pferdes und heißt Termino. Der bequeme und harmonische Gang der Pferde wird Paso Llano genannt und macht einen Ausritt zu einem Erlebnis, wie die Reiterin begeistert erzählt. „Die Übergänge der Gangvarianten sind minimal. Der Reiter sollte wissen, was das Pferd macht, und deshalb ist ein Ritt jedes Mal wieder eine Herausforderung.“

Aufgrund der Sensibilität und des Temperaments sind die Paso Peruanos nicht als Anfängerpferde geeignet. Wer sich mit den charakteristischen Merkmalen der Rasse vertraut macht, wird auch auf den unbändigen Arbeitseifer dieser Pferde stoßen, den sogenannten Brio.

Die Zucht der Pasos begann vor mehr als 400 Jahren in Peru. Die damaligen spanischen Eroberer brachten ihre Pferde mit in die neue Welt und spanische Siedler züchteten daraus das Nationalpferd Perus: Caballo Peruano de Paso. Der spanische Genette gab ihnen sein ausgeglichenes Temperament und den besonderen Gang, der Berber vererbte seine Energie, Stärke und Ausdauer – und vom Andalusier kommt die Vorhandaktion und stolze Haltung sowie die Schönheit. „Das Zuchtziel ist ein ausdauerndes Pferd, das seinen Reiter auch in unwegsamem Gelände bequem über lange Strecken trägt.“

Dass sich die Rasse gern präsentiert und verlässlich ist, weiß Sabine Gaack zu nutzen. Mit Hengst Valentino AG reitet sie vor Publikum und zeigt ihr Können. Eigens dafür schlüpft die Nordfriesin in eine weiße Hose und in Stiefelletten, zieht den Poncho über, knotet ein Tuch um den Hals und setzt einen Hut auf: echt südamerikanisch. Das Pferd wird mit traditionellem Zaumzeug und Sattel ausgestattet. „Es macht Spaß, die Rasse in diesem Outfit vorzustellen und den Vier-Takt-Gang mit musikalischen Takten zu verschmelzen.“

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